Montag, 4. Oktober 2010

Intermezzo - Tag 188 - Dit war's!

So, jeschafft, bin am Freitag aus der bayerischen Provinz direkt in die Ösi-Metropole gedüst, um noch rechtzeitig um 1500Uhr beim Hauptquartier der Austrian Airlines anzukommen, um pünktlich wie versprochen mein Ninalein abzuholen. Puh, die Straßen waren ziemlich voll (ah ja, war ja Freitag), das Navi hat mich mal wieder auf eine schöne Stadtrundfahrt durch München geführt, und so wurde es ganz schön knapp. Aber auf österreichischen Autobahnen kann man ja ordentlich Gummi geben.

Well, das Mopped hat auf den letzten Metern auch noch wunderbar gehalten. Die Kupplung kuppelt, der Dämpfer dämpft, alles paletti.

Nu ist die Reise zu Ende, und ich bin endlich wieder bei meinem Schatz. Kurz nach dem Ankommen habe ich mir schon überlegt, was das wohl für 'ne irre Idee war, sie für ein halbes Jahr zu verlassen, um mit dem Mopped durch Afrika zu düsen. Bekloppt... Aber jetzt stand erstmal das Wochenende auf dem Programm - gemeinsam, in Wien, zu dritt - Nina, icke und Sigi, der kleine weiße Popstar.

Härrrlich, endlich zu Hause!

Freitag, 1. Oktober 2010

Intermezzo - Tag 187 - Bayern, dis san mia!

Moin, Moin, sitze gerade bei einem feudalen Frühstück im Landsberger Hof. Schmeckt super, juchei. Internet gibt's auch, die Bayern sind fast so nett wie die Äthiopier. Also, was will man mehr?

Well, gestern war noch ganz schön anstrengend. Zuerst hab ich in meinem Zürcher Hotel ganz schön rumgetrödelt, bevor ich endlich zum Flughafen aufgebrochen bin. Hatte mich noch mit einem amerikanischen Pärchen fest gequatscht... Na ja, um halb Elf oder so war ich dann wieder in Kloten, aber es ne knappe Stunde gedauert, bis ich den Cargo Terminal und dort Swiss WorldCargo und da den richtigen Ansprechpartner gefunden hatte. Nicht so intuitiv, muss ich sagen. Aber okay, im Empfangsbüro habe ich meine Papiere entgegen genommen und musste nochmal knapp 65 Franken Gebühren zahlen. Voila. Dann ab zum Zoll, die auch ein bissel überfordert schienen. Hatte ich mir in der Schwyz irgendwie alles einfacher und geordneter vorgestellt. Aber egal, hat ja doch alles geklappt. An Butze 65 in der großen Frachthalle durfte ich dann mein Mopped abholen. Da schienen nur Jugos zu arbeiten, sehr nett, aber nicht so leicht zwecks Verständigung. Na ja, ich bin dann erstmal aufgebrochen, um Motoröl zu besorgen. Hier würde ich keines bekommen, aber es gibt ne Tanke ca. 15min Fußweg entfernt... An der SB-Tanke gab's aber nur 5W40, das in Sibirien besonders beliebte Öl für die kalte Jahreszeit. Wieder zurück an der Frachthalle wurde meine Kiste auf den Asphalt hinaus gefahren, ich bekam einen Hammer und ein Stemmeisen in die Hand gedrückt und durfte loslegen. Hat sich ganz schön hingezogen. Nach ner Stunde hatte ich die Kiste soweit zerlegt, dass ich das Mopped raus schieben konnte. Dann noch die Sachen umordnen, Koffer packen und natürlich das Mopped startklar machen. Öl rein, Batterie angeklemmt, Sprit war Gott sei Dank noch ein bissel was drin. Zu guter letzt die Teile wieder anschrauben, die ich zwecks Platzersparnis in Nairobi abmontiert hatte. Na ja, und dafür brauche ich immer meine Zeit. Handprotektoren, Spiegel, Windschutzscheibe und das ganze Plastik umme Windschutzscheibe rum - und last but not least - meine Navihalterung. Ganz schöne Fummelei, wenngleich ich jetzt endlich kapiert hab, wie das Scharnier der Windschutzscheibe funktioniert. Künftig kann ich das innerhalb von 10 Minuten aus- und wieder einbauen...

Als ich endlich startklar war, war's schon knapp 1500Uhr. Hatte vorher noch schnell was im Flughafenrestaurant gefuttert (12,20 Franken für ein Stück Kuchen, ein Birchermüsli und eine Banane...). Als nächstes ab zur Tanke, vollmachen, Luft checken (deutlich zu wenig drauf) und dann ab nach Dielsdorf zu meinem Hrn. Utzinger, der den Stossdämpfer austauschen sollte. Hatte schon Angst, dass ich viel zu spät dran bin, hatte mich ja für Vormittag angekündigt. Aber keine Panik. Der gute Hr. Utzinger wartete schon auf mich, und es ging sogleich los mit der Montage. Während ich mich bei Mäckes chillte, hat er das Federbein der "normalen" GS in meine Adventure hinein gefriemelt. Er hat mir auch noch ein beschädigtes Gewinde vonna Schraube am rechten Handprotektor geschliffen, so dass ich gegen halb fünf wieder zurück auffe Piste konnte. Wunderbar. Es war auf jeden Fall eine äußerst coole Geste, dass er mir das gebrauchte GS-Federbein praktisch "geliehen" hat. Wir haben vereinbart, dass ich das Teil nach meiner Ankunft in Berlin ausbaue und an die deutsche Adresse eines seiner Kollegen schicke. Wegen dem Zoll und so... Echt dufte, ich habe nur die Arbeitszeit bezahlt und bin wirklich dankbar. Merci beaucoup!

So, um kurz vor fünf konnte ich endlich "losfahren". Bis Wien werd ich's wohl nicht mehr schaffen. Aber dass es dann so langsam vorangeht, hätte ich auch nicht gedacht. Mein Navi scheint in der Schwyz einfach standardmässig rum zu spinnen. Oder es hat nen Virus... Keine Ahnung. Auf jeden Fall befand ich mich schon nördlich von Zürich, in Richtung deutscher Grenze. Aber das Navi lädt mich ein zu einer wunderschönen Tour zurück nach Zürich, einer unvergesslichen Stadtrundfahrt und einer weiteren Eierei durch die Schwyzer Lande. Verdammt! Ich fahre die unmöglichsten Straßen, jeder Stau wird mit genommen. Um halb Sieben bin ich dann endlich in Konstanz, einen Steinwurf von Zürich entfernt. Aber in Deutschland! Was für ein (komisches) Gefühl. Ich bin ein bisschen gestresst und komisch drauf. Mein Navi erklärt mir, dass ich als nächstes mit ner Fähre über'n Bodensee (!!!) fahren soll. Hast du se nicht mehr alle? Oh Mann, ich halte erstmal an und stärke mich beim deutschen Bäcker mit lecker Brötchen und juten Cappuccino. Ich komme mir ein bisschen vor wie ein Außerirdischer. Ich steh ein bisschen neben mir und frage mich, ob ich in Deutschland überhaupt noch klar komme nach einem halben Jahr Afrika... Na wird schon, denk ich. Nachdem ich mich ganz nett mit einem Konschtanzer unterhalten hab und er mir erklärt hat, dass die Route mit der Fähre wohl schon das richtige sei, fahre ich kurz nach sieben weiter und auffe Fähre rauf. Komisch. Es windet gar sehr. 5 Ois kostet die Überfahrt nach Merseburg (o.s.ä.). Um halb acht/acht bin ich dann dort. Noch immer sind's knapp 650 Kilometer bis Wien. Natürlich fahr ich die Strecke nicht mehr, aber ein paar Kilometer will ich dann doch noch machen. 270 werden's dann noch für den Tag, ich komme bis Landsberg an der Lech, so ein schönes bayerisches Nest, nicht allzu weit weg von München, vielleicht 60 Kilometer davor. Um zehn Uhr ist Feierabend. Es fuhr sich nicht gerade so angenehm. Ziemlich frisch (10Grad), leichter Nieselregen... Na ja, ein Hotel (Landsberger Hof) war schnell gefunden. Und ebenso schnell war ich in meiner Butze im Bett. Brrrr, kalt isses.

Jetzt isses kurz nach neun Uhr, mein Bauch ist voll. Und es stehen noch knapp 480 Kilometer auf'm Programm bis nach Wien. Sollte relativ locker abzuspulen sein. Allerdings sieht das Wetter schon wieder bescheiden aus. Es ist ganz schön feucht, hoffentlich isses im Osten ein bissel besser...

Ich sattel das Pferdchen und reite zu meiner Geliebten! Ninalein, ick komme, leg schon mal den Helm zurecht, gleich bin ich da!!!!

Donnerstag, 30. September 2010

Intermezzo - Tag 186 - Dit Finale?

Jui, eine Nacht in Zürich verbracht. Mit Schwandti hatte es gestern dann doch nicht mehr geklappt. Er musste bis 1900Uhr arbeiten und ist seiner Filiale irgendwie schwer bis gar nicht am Telefon zu erreichen. Und, well, ich brauchte dringend ein Bettchen, konnte mich kaum noch auf den Beinen halten. Bin dann am späten Vormittag vom Flughafen inne Innenstadt gegondelt, dort noch ein paar Stationen mit der Straßenbahn und an der Station Bellevue raus. Glück im Unglück. Gleich im ersten "Hotel" wurde ich fündig. Das Villette. Wird von Indern betrieben und als "Budget Hotel" geführt. Bingo. Für sagenhaft günstige 170 Schweizer Franken (knapp 150 Ois) habe ich dann doch tatsächlich noch ein Zimmerchen abgegriffen. Der Service war nigerianisch, das Internet funktionierte nicht so recht, im Restaurant konnte ich eine Mini-Mahlzeit für "only" 25 Schwyzer Franken einnehmen. Alles prächtig. Aber well, dafür hatte ich ein vernünftiges Bett, in dem ich mich erstmal ausruhen konnte. Also ich weiß nicht, Zürich macht mich irgendwie depressiv. Klein, verwinkelt, dunkel und vor allen Dinges eines: spießig bis zum Umfallen. Kann schon sein, dass das nur die Oberfläche ist, aber mehr bekomme ich meinen Kurzaufenthalten in dieser Stadt ja auch nicht mit. Egal, für eine Nacht geht's.

Nach einem ausgedehnten Schläfchen schaue ich mir am Abend noch das CL-Spiel zwischen Inter und Werder auf ORF1 an und sehe, wie Werder gnadenlos auf die Fresse bekommt. Ui. Bayern hatte ja am Vortag wenigstens gewonnen. Jens und Pia, die beiden, die ich in Grünau, Namibia, kennen gelernt hatte, waren selbstverständlich im Stadtion in Basel ;-) Und auch die Schalkenser haben gegen Benfica endlich mal nen Dreier geholt. Na jut, läuft doch.

Nu is gleich halb neun, der Flieger mit meinem Mopped ist gestern aus Nairobi losgeflogen. Laut Online Tracking bei Swisss Worldcargo gibt's noch keine Ankunftsbestätigung, woll'n ma mal hoffen, dass das feine Flugzeug nicht abgestürzt ist mit meiner BMW drin. Ich werd' gleich mal losfahren zum Flughafen. Noch irgendwo ein paar Liter Öl besorgen, dann zum Cargo Center, die Maschine auspacken, zusammen bauen, Öl rein und dann ab zu BMW nach Dielsdorf. Mr. Utzinger habe ich schon geschrieben, dass ich im Laufe des Vormittages vorbei komme. Und wenn der Stoßdämpfer drin ist, dann geht's ab nach Vienna.

Mal sehen, wie schnell ich los komme aus Zürich und ob ich es heute noch bis ganz nach Wien schaffen werde. Im Notfall werde ich wohl nochmal zwischendurch übernachten müssen...

Mein Navi habe ich gestern auch nochmal neu synchronisiert. Seit Afrika haben meine europäischen Karten nicht mehr richtig funktioniert, und Zürich war nur noch ein eindimensionaler Punkt auf der Landkarte. Aber jetzt funzt alles wieder prächtig!

Hab gerade nen Anschiss bekommen, weil die Tussi vom Hotel wohl gerochen hat, dass ich in meiner Butze geraucht habe. Böser Junge! Dabei ist das doch ausdrücklich per Gesetz verboten, verdammt nochmal! Ich frage mich, ob man von den 170 Schwyzer Franken vielleicht eine Dose Raumspray kaufen könnte, um den widerwärtigen Gestank aus dem Zimmer wieder rauszubekommen. Aber wahrscheinlich sind derartige Investitionen in einem Budget Hotel (wie auch Tischdecken oder brauchbare Sitzbezüge) einfach nicht realisierbar.

Mann, ist des schwyzerisch hier!

Mittwoch, 29. September 2010

Intermezzo - Tag 185 - Ne Penne in Zürich bitte!

So, bin in Zürich.

Was für ein traumhaftes Flugvergnügen. Es gibt kaum etwas, was ich mehr verabscheue, als per Flugzeug zu verreisen. Grauenhaft! Ich war gestern schon überpünktlich am Jomo Kenyatta Airport in Nairobi. Da konnte ich noch schön meinen Nikotin- und Koffeinspiegel in die Höhe treiben, bevor ich in diesen furchtbaren Terminal musste. Na ja, und wie es immer so ist. Stress pur. Die Leute von der Cargo-Abteilung hatten mir ja geraten, beim Check-In in meinen Passenger PNR eine Bemerkung eintragen zu lassen, dass mein Motorrad den Tag drauf in Zürich ankommt und ich dafür dann "Assistance" benötigte. Hat natürlich kein Aas verstanden beim Checkin. Lange Diskussionen a la "so was machen wir hier nicht". Und ich dann: "Wie? Sie machen keine PNR Kommentare, oder was?" Total behindert, aber nach einer Weile habe ich es aufgegeben und bin zur Immigration. Dort war Chaos pur, 5 Checker, die organisieren, aber nur 2 Hanseln, die die Leute abfertigen. Und es hat gedauert... Es gab ganz schön Unruhe in der Warteschlange, aber ich blieb ruhig. Als ich endlich dran war, will mich dieser Clown auch noch belehren "Legen se doch mal das Telefon weg...", und ich werde ein bisschen sauer. Durfte dann Abdrücke aller möglichen Extremitäten machen, damit das hier auch alles seine Ordnung hat. Und ich habe meinen bescheuerten Exit-Stempel bekommen - ganz ohne Schlägereien... Härrlich. Oben an den Gates angekommen, gab's natürlich noch keine Info, an welchem Gate mein Flieger abfliegt. Also erstmal rein in's (Schnell-)Restaurant. Da kümmert sich keine Sau um mich, ich bestell trotzdem und ruf meine Order in den Raum hinein. Das Futter (grottenschlecht, aber irre teuer) kommt dann tatsächlich. Natürlich ohne Besteck. Aber okay. Ich stopfe mir den Fraß rein und eile zur Anzeigetafel. Nur noch knapp eine halbe Stunde bis Abflug, aber jetzt steht das Gate fest, Nummer 9. Juti. Noch schnell Kippen für Nina im Duty Free gekauft und ab zum Gate. Dort angekommen sehe ich die Schlage, es ist definitiv noch Zeit für ne Kippe! Aber wo? Natürlich ist der gesamte Flughafenbereich Nichtraucherzone, und Raucherlounges sucht man vergeblich. Also ab in die Herrentoilette, härrlich, es gibt nichts schöneres als sich nen geilen Fix auf'm Klo reinzujagen. Da fühlt man sich echt prächtig. Na gut, nu aba los. Am Gate gibt's nochmal nen dämlichen Security Check. Und der nervt diesmal richtig. Meine Colla hatte ich ja tapfererweise schon ausgetrunken. Die ungeöffnete Wasserflasche wird mir hier abgenommen, ebenso wie mein Feuerzeug. Die Zicke vom Dienst nervt mich total ab und ich stresse etwas zurück. Aber okay, hat doch keinen Sinn, ich werfe das Feuerzeug in hohem Bogen in ihre Richtung a la "fuck you, bitch!". Nicht nett, aber mich kotzt diese Scheiße echt an. Ich habe am Flughafen permanent das Gefühl, wie Schlachtvieh behandelt zu werden. Und für diesen Wahnsinn auch noch ein Vermögen auszugeben... Egal, irgendwann bin ich im Flieger mit 300 anderen Schlachtviechern und überstehe bange Minuten. Nichts ist so entscheidend wie die richtige Positionierungsstrategie beim Einsteigen. Man kann natürlich auf den zugewiesenen Platz (in meinem Fall 38A) gehen, aber dann hat man ja gleich verloren und man kann den Krankenwagen im Zielflughafen schon einmal bestellen. Mein Plan heute is, mir eine Viererreihe in der Mitte des Fliegers zu sichern. Und es sah gut aus. Die erste okkupierte Reihe musste ich noch aufgeben, weil die Ticketbesitzer doch noch aufgekreutzt sind. Aber die Reihe dahinter war auch frei - und blieb es, yes! Allerdings gab' das kleine Problem, dass die Armlehnen nicht komplett hoch klappbar waren. Deshalb musste ich mich in der Horizontalen unter die zu 45° angewinkelten Armlehnen quetschen. Aber immerhin, besser als ne Trombose zu riskieren auf den herkömmlichen Platz in der Economy Klasse. Ganz ehrlich, für mich sind Flugreisen, wenn sie länger als ne Stunde gehen, eine einzige Verletzung der Menschenwürde. Und dazu noch diese übernervigen Stewardessen. Okay, bei der Swiss gehen sie vielleicht noch. Aber trotzdem, jeder Kontakt, der nicht von mir initiiert/explizit angefragt wird, nervt mich. Und die Damen lassen nicht locker. Wer zum Teufel würde normalerweise auf die Idee kommen, um 0300Uhr das Frühstück (bei grellem Licht versteht sich) zu servieren? Ich signalisiere nur "lasst's mich gefälligst in Ruhe" und komme damit um den größten Stress herum. Kotzen tue ich auch noch über das so wundervolle Multimediaangebot. Ist ja schon nicht so schlecht, mit den Filmchen, Mucke, Computerspiele und so weiter. Aber als ich endlich was rausgefunden hatte, was ich spielen wollte (Tennis, juchei!) und den Aufschlag bringen wollte, unterbricht das Spiel, und auf allen Monitoren kommt erstmal ein 15 Minuten Werbe-Spam-Video der Swiss. Ich KOTZE! Okay, dass dieser überdämlichen Security-Hinweise einem mehr oder weniger intravenös verabreicht werden, kann ich irgendwo noch nachvollziehen. Da gibt's bestimmt irgendwelche behämmerten Vorschriften für. Aber diese Werbescheiße? Das kann doch jetzt echt nicht der Ernst sein, oder? Das ist doch ungefähr gleichbedeutend damit, dass man den Fernsehzuschauer daheim auf dem Fernsehsessel fesselt, mit Streichhölzern die Augen offenhält und ihm das Nachtprogramm von DSF oder RTL2 reinwürgt. Irre. Als dieser Schwachsinn endlich vorbei ist, bin ich schon zu müde, um mein Spielchen anzufangen. Ich überstehe die Nacht mehr schlecht als recht. Ab und zu mache ich mal die Augen zu, und irgendwann isses dann auch vorbei. Gott sei Dank.

Komatös stolpere ich mit den anderen Fluggästen aus dem Flieger in das Terminalgebäude des Zürcher Flughafens hinein. Oh Mann, ich fühle mich großartig, sooo entspannt, nach diesem überaus angenehmen Flug. Uah, am liebsten Finger in den Hals stecken, eine Runde kotzen, dann nen Kaffee und ne Kippe.

Okay, das war vor dreieinhalb Stunden. So lange hänge ich schon an diesem beknackten Airport herum. Recht schnell hat sich rausgestellt, dass Zürich eine beliebte Stadt zum übernachten ist. Verdammt. Ich bin ein Idiot, hätte gestern abend schon eine Butze organisieren sollen! Entweder sind die Buden ausgebucht oder schweineteuer. Mir kommt die glorreiche Idee, im Hilton zu reservieren. Das geht ja nur online. Aber weder das Internet bei Mäckes noch am Service Point funktionieren vernünftig. Eine Dame vom Service Team lässt mich dann doch noch in's Internet, aber dann ist das System von Hilton down. Mal wieder! Ich kotze schon wieder. Ich mein, das ist doch kein Dorfhotel, aber was ihre Onlinepräsenz und vor allem Zuverlässigkeit des Systems angeht, da kannste echt nur mit dem Kopf schütteln. Okay, es gibt eine Telefonnummer, die ich anrufe. Ich checke sie dreimal. Sie ist korrekt. Aber ich komme nicht bei den Hiltons raus sondern bei irgendso einem bescheuerten Paketdienst. Ick glaub, ich spinne! Okay, die Lady vom Service ruft für mich beim Hilton Flughafenhotel an. Die nächsten Minuten diskutiere ich mit diesem Karnevalisten aus der Buchung. Ausgebucht. - Okay, ich bin Diamond VIP, geht da nicht was? - Hmm, wir können Ihnen eine Suite anbieten. - Okay, kein Problem, nehm ich gerne. - 1050 Schwyzer Franken. - Ja, ja, okay, immer langsam, auf Punkte versteht sich... - Ach so, nee, das geht natürlich nicht. Das geht nur online, und online geht unser System ja gerade nicht, da kann man natürlich nichts machen. - Wie bitte? - Ja, das tut uns wirklich sehr leid...

Oh Mann, was ein Volldepp. Das Hotel ist ausgebucht, okay. Aber man kann immer was machen - wenn man will. Gel, Ich-kann-nicht wohnt in der Ich-will-nicht-Straße! Da ist so eine blöde Skidelegation im Hilton und macht ne Konferenz. Ich frag mich, was die Skihasen inner Stadt verloren haben, die sollen sich auf der Alm inna Hütte über ihre Skier unterhalten, mann-o-mann. Na egal, da war auch nix zu machen. Das Zic Zac, wo ich letztes Mal übernachtet hatte, als ich in Zürich war, ist ebenfalls ausgebucht. Schwandti konnte ich nicht erreichen. Alles Mist.

Mittlerweile (eine halbe Packung Kippen später) habe ich zumindest wieder Internet (5 Schwyzer Franken für 24h sind eigentlich ganz okay) und Nina gebeten, für mich was zu organisieren. Ist aber aussichtslos. Zürich ist voll, die Preise für eine Nacht beginnen bei 250€. Tolle Scheiße. Ist hier gerade die Weltmeisterschaft im Käseessen oder das globale Treffen der Kuhglockenbemaler? Egal, Couchsurfing! Da habe ich ja einen Account und Nina hat schon ein paar Leute in Zürich kontaktiert. Aber da bekomme ich endlich ne Rückmeldung von Schwandti. Juchei, er lebt noch! Ist aber bis 7 auffa Arbeit. Jetzt muss ich mal gucken, ob ich den Wohnungsschlüssel vielleicht bei ihm inna Filiale abholen kann. Bis 7 halt ich mich wahrscheinlich nicht mehr auf den Beinen. Bin schweinemüde und hab den Hals mal wieder gestrichen voll. Ick will doch nua a bissel Ruhe!

Und ich will die Fußballergebnisse von gestern checken. Hatte in Nairobi noch einen Zwischenstand aus der ersten Halbzeit Basel - Bayern mitbekommen (1:0). Bin ja gespannt, ob die Bayern jetzt etwa auch noch in Basel auf die Mütze bekommen haben.. Hui.

Dienstag, 28. September 2010

Mopped kommt erst Mittwoch mit....

Hab gerade mit meinem Spezi telefoniert, Robert. Er hätte mich ja auch mal anrufen können, na ja. Das Gute ist, dass die ganzen nervigen Kontrollen (Dangerous Goods, Customs und so) erfolgreich durchgelaufen sind. Dit Bike ist praktisch ready for takeoff.

Allerdings meinte Robert, dass der Flieger heute abend voll wäre, und das Bike deshalb erst am Mittwoch raus geht. Ich kann es dann also am Donnerstagmorgen in Zürich beim Cargo Center abholen... Jetzt muss ich noch eine Nacht in Zürich verbringen, dann am Donnerstagmorgen Mopped abholen, Teile anschrauben, ab zu BMW in Dielsdorf, den Stoßdämpfer dran tun und dann endlich nach Wien zu meinem Engel. Noch zwei Nächte ohne dich, Bebi...

Nix Fedabein in Zürich

Hab gerade schon wieder so 'ne Art Hiobsbotschaft erhalten. Diesmal von der BMW Werkstatt in Zürich. Entgegen der vorherigen Aussage, dass das Teil innerhalb eines Tages geliefert wird, hat sich die Lieferzeit gerade mal auf 1 Monat (!!!) für die Adventure bzw. 1 Woche für die normale GS verlängert. Das saugt! Ist doch schon komisch, oder? Wieso zum Teufel dauert das so eine Ewigkeit. Da habe ich doch das Federbein dreimal schneller an jedem beliebigen Platz in Afrika...

Naja, der Werkstattmeister hat aber noch ein gebrauchtes GS-Federbein auf Tasche, welches er mir morgen (oder übermorgen) einbauen will. Das ist zwar etwas kürzer als das Original-Federbein der Adventure, sollte aber "im Notfall" auch gehen. Ich soll's ihm dann zurück schicken, wenn ich in Berlin angekommen bin. Das hört sich eigentlich gar nicht so schlecht an, vor allem auch für's Portemonnaie... 800 Euronen hätte das neue Teil nämlich gekostet! Der Woahnsinn. Jetzt hoffe ich doch mal, dass das Teil von der "normalen" GS dann auch wirklich passt... Und in Deutschland überlege ich mir noch was.

Intermezzo - Tag 184 - Warten auf den Abflug

Juti, es läuft - soweit. Hab meine letzte Nacht in Afrika, hier im Shalom House gut überstanden. Jetzt verbringe ich noch den Nachmittag hier und chille mich in meinem Zimmer aus, bevor es am Abend zum Flughafen geht. 2325Uhr hebt er ab, der Flieger, um 2210Uhr ist "latest check-in". Na ja, eingecheckt bin ich ja schon (online), aber ich werde heute dennoch die konservative Schiene fahren und bereits um 2205Uhr am Flughafen sein - spätestens! Versprochen!!

Von Robertchen habe ich heute früh ne Mail bekommen, dass er vergessen hätte, nach dem Zündschlüssel (der auch für die Koffer passt) zu fragen - falls der Zoll mal in die Koffer reinschauen möchte - wovon ich ja zu 99,95% ausgehe... Schlafmütze. Hatte ihm doch lang und breit alles erklärt. Der Schlüssel steckt im Zündschloss... Na ja, es bleibt bis zuletzt spannend. Ich fand die Jungs von DB Schenker und dem Warehouse insgesamt schon ziemlich professionell, aber ein Restrisiko bleibt natürlich. Nicht schlecht gestaunt hatte ich, als ich Robert auf die Lieferadresse angesprochen hatte und er zu glauben schien, dass es nach Berlin in die Grünberger Str. gehen sollte. Hui, das war knapp. Aber ich hoffe doch mal, dass wir jetzt alle potentiellen Missverständnisse ausgeräumt haben, und das Bike wie besprochen am Cargo Center in Zürich-Kloten ankommt... Natürlich weiß ich noch nicht, ob es das Bike jetzt tatsächlich noch auf den heutigen Flieger schafft, aber ich gehe fast schon davon aus, dass es erst morgen mit geht...

In Zürich habe ich derweil die BMW-Werkstatt kontaktiert, in Dielsdorf. Na ja, wie nicht anders zu erwarten war, hat sich der Preis für ein neues Federbein ordentlich gewaschen. Junge, Junge, hab ganz schön mit den Ohren gewackelt. Papa meinte noch, dass es in diesem Fall nicht unbedingt ein Originalteil sein müsse, aber ich habe mich aus Sicherheits- und Bequemlichkeitsgründen dennoch dafür entschieden. Es dauert ein Tag, mit das Federbein bestellt und geliefert ist. Also müsste es - sofern mein Bike denn heute noch mit kommt - morgen mit dem Einbau bereits klappen.

Falls ich in Zürich übernachten muss, hatte ich mir wieder das Zic Zac Rock 'n Roll Hotel ausgeguckt. Der Laden ist aber schon ausgebucht für die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag. Mist. Kann aber am Mittwoch nochmal anrufen; vielleicht gibt's ja bis dahin irgendwelche Stornos. Schwandti habe ich auch kontaktet, vielleicht meldet sich die alte Kanone ja mal bei mir.

So, jetzt sitze ich - mal wieder - beim ziemlich guten Italiener im Erdgeschoss des Shalom House und werde es mir nochmal richtig gut gehen lassen. Nach dem Futtern muss ich mich ja mit meinem dicken Bauch nur noch ein paar Stufen in meine Butze hinauf quälen und kann dann mein wohlverdientes Mittagsschläfchen halten. Das Leben ist die Hölle!