Mittwoch, 31. März 2010

The Sound of Afrique - Sehnsucht

Ein alter Rammstein-Gossenhauer. Hab' sie das letzte Mal in den Neunzigern auf nem Festival gesehen, mittlerweile würde ich mir echt gerne mal wieder ne Show anschauen, zumal ich die neue Platte "Liebe ist für alle da" richtig geil finde und - na ja - die Live-Performance der Rammsteinies ist ja einfach mal legendär. Ich denke, dass deshalb die Amis so drauf abfahren. Ein schönes Liedchen über die Sehnsucht - nach fernen Orten aber auch nach geliebten Menschen.



Rammstein - Sehnsucht

Lass mich deine Träne reiten
übers Kinn nach Afrika
wieder in den Schoß der Löwin
wo ich einst zuhause war
Zwischen deinen langen Beinen
such den Schnee vom letzten Jahr
doch es ist kein Schnee mehr da

Lass mich deine Träne reiten
über Wolken ohne Glück
der große Vogel schiebt den Kopf
sanft in sein Versteck zurück
Zwischen deine langen Beinen
such den Sand vom letzten Jahr
doch es ist kein Sand mehr da

Sehnsucht versteckt
sich wie ein Insekt
im Schlafe merkst du nicht
dass es dich sticht
glücklich werd ich nirgendwo
der Finger rutscht nach Mexiko
doch er versinkt im Ozean
Sehnsucht ist so grausam

Tag 3 - Irgendwo in Bayern

Halli - Hallo - Hallöle,

erster Wasserstandsbericht von auffer Tour. Bin gerade in irgend so einem bayerischen Nest, Laimering oder so, und hab mich eben aus dem Bett gehievt. Weiß auch nicht, warum ich immer so müde bin, aber ich muss mich wahrscheinlich auch erstmal an den Rhythmus gewöhnen...

Well, wat is denn so passiert bislang?

Also, am Montag ging's spät los - ziemlich unorthodox für eine Fahrt nach Afrika, im Dunkeln aufzubrechen, aber okay, ich wollte wohl die psychologische Hürde Abschied/Aufbruch u.s.w. endlich hinter mich bringen. Hatte mit Stempi telefoniert und mich eigentlich für acht Uhr bei ihm angemeldet. Sind dann einige Stunden später geworden. Auf der Avus - noch in Berlin - dann der erste Aufreger. Habe einen leichten Peitschenschlag auf der linken Schulter gespürt und nach dem ersten Anflug leichter sexueller Erregung dann doch etwas Panik bekommen, was das wohl gewesen sein konnte. Auf dem Parkplatz konnte ich mich dann davon überzeugen, dass das Verzurren von Gepäck auf dem Mopped doch nicht ganz trivial ist. Weiß nicht genau, ob jetzt die scharfe Kante, die Hitze vom Auspuff oder nur die Altersschwäche des Gummis ausschlaggebend waren, auf jeden Fall ist der erste meiner drei Zurrgummis schon mal Geschichte.



Okay, immer wachsam sein, heisst das wohl. Well, auf dem Parkplatz hab ich dann noch einen netten Berliner getroffen, mit dem ich ein bissel über Afrika gefachsimpelt habe. Überhaupt ist mir bislang aufgefallen, dass ich auffalle und die Leute insgesamt sehr interessiert/hilfsbereit sind. Coole Sache.

Well, die weitere Fahrt nach Thüringen kann ich am besten in den Worten JW Goethes beschreiben:

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind.
Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
Er faßt ihn sicher, er hält ihn warm.

Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? -
Siehst Vater, du den Erlkönig nicht!
Den Erlenkönig mit Kron’ und Schweif? -
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif. -

„Du liebes Kind, komm geh’ mit mir!
Gar schöne Spiele, spiel ich mit dir,
Manch bunte Blumen sind an dem Strand,
Meine Mutter hat manch gülden Gewand.“

Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,
Was Erlenkönig mir leise verspricht? -
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind,
In dürren Blättern säuselt der Wind. -

„Willst feiner Knabe du mit mir geh’n?
Meine Töchter sollen dich warten schön,
Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn
Und wiegen und tanzen und singen dich ein.“

Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort
Erlkönigs Töchter am düsteren Ort? -
Mein Sohn, mein Sohn, ich seh’ es genau:
Es scheinen die alten Weiden so grau. -

„Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt,
Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt!“
Mein Vater, mein Vater, jetzt faßt er mich an,
Erlkönig hat mir ein Leids getan. -

Dem Vater grauset’s, er reitet geschwind,
Er hält in den Armen das ächzende Kind,
Erreicht den Hof mit Mühe und Not,
In seinen Armen das Kind war tot.


Also, es war schon ziemlich dämlich von mir, zu dieser Uhrzeit loszufahren. Ich hatte teilweise 5 Grad auf der Autobahn, hab gefroren wie Sau (bis runter auf 10 Grad machen's meine Klamotten problemlos mit - darunter wird's echt unangenehm), war müde und ab Triptis (Autobahnabfahrt nach Saalfeld) hab ich praktisch nix mehr gesehen. Nebelbänke ohne Ende. Zum Schluss kam mir jeder Kilometer wie 'ne Ewigkeit vor und es war alles andere als ein Vergnügen. Als ich dann schliesslich angekommen bin, hat mir ein netter aber auch etwas stranger Typ aus Allendorf den Weg zu Stempis Haus gewiesen und ich konnte endlich ins Bettchen. Hat ne Weile gedauert, bis ich aufgetaut war.

Stempi und Kerstin waren beide noch wach und mein schlechtes Gewissen dementsprechend groß. Etwas irrer Beginn einer langen Reise. Dank euch auf jeden Fall!!!


So, am nächsten Morgen fein jefrühstückt und mal wieder mit Stempi gequatscht. Wir sehen uns ja mittlerweile nicht mehr sooo oft und dann gibt's jedes mal einiges zu erzählen. Erinnerungsfoto geknippst. Paula ist drauf, allerdings fehlen Moritz (Kinderjarten) und Omma Gerti (die ist noch schnell aus dem Bild geflüchtet). Omma Gerti hat mir übrigens das bislang schönste Kompliment für meine GS gemacht: "sieht ja auch wie ein Traktor!"

Also, macht's jut. Schickt mir mal die Fotos, die ihr noch in Allendorf gemacht habt, okay?

So, im Gegensatz zum Vorabend gab's jetzt traumhafte Bedingungen. Geile Straßen und Kurven durch den Thüringer Wald und das ganze bei angenehmen Temperaturen umme 15 Grad aufwärts.




Irgendwann dann auf die Autobahn Richtung Nürnberg und die A9 runter nach München. Waren von Allendorf knapp 350km und hat sich alles sehr gut weggefahren. Zum Kaffeetrinken war ich dann gestern bei Carmé, Dirk und Antoni.


Ich hab' mich toll mit Antoni amüsiert und wir haben eingängig über meine Route und die eingeplanten Zwischenstationen gesprochen (bamm! - da! - bas!). Ick hab den Kleenen so liep, er ist so knuddelitsch und gaaanz schlau! Er läuft mitterweile schon selbständig, besonders gern auf seiner Lieblingsstrecke zwischen Wohn- und Kinderzimmer mit seinem Spielzeug-Bus im Schlepptau.



Dirk kam gerade von der Arbeit und so hatten wir auch noch etwas Zeit, uns zu unterhalten. Insgesamt sind Dirk und Carme momentan ganz schön angespannt, glaube ich: die neue Wohnung in München, die Jobs und natürlich das neue Baby, was unterwegs ist. Ich drück euch auf jeden Fall ganz fest die Daumen, dass alles glatt läuft und dass bald ein zweiter Antoni oder eine Antonia durch die Wohnung fegen.

So, danach wollte ich noch nach Stuttgart weiterfahren,  um mir dort das Champions League - Spiel der Bayern gegen ManU anzuschauen und danach Tino zu treffen und bei ihm zu übernachten. Well, die Lektion der ersten Tage ist auf jeden Fall: cool bleiben, keine Hektik und alles lieber nen Tick langsamer machen. Hätte ich noch ein zweites Mal auf die Uhr geschaut und v.a. den Wetterbericht gecheckt, wäre ich wohl sicher bei Dirk und Carme geblieben und hätte dort übernachtet. Ich hab was mit der Sommerzeit durcheinander gebracht und bin statt um sechs erst um sieben losgefahren. Ca. 50km nach München hat sich dann der Himmel zugezogen. Gewitter, Sturmböen und teilweise ziemlich starker Regen. Na schönen Dank auch!. Dunkel war's inzwischen auch und müde war ich schon den ganzen Tag. Also logische Konsequenz: runter vonne Autobahn und auf einen Autohof zugesteuert. Erstmal was futtern und ein paar Telefonate führen. Wie es der Zufall so wollte, wurde in einer Kneipe auf dem Autohof auch noch das Fußballspiel übertragen.


Das Hotel im Nachbarort (Laimering, puh) klargemacht und noch die erste Halbzeit zu Ende geguckt. Hat die Stimmung nicht gerade verbessert (0:1 Rooney in der zweiten Minute). Blödes Tor, weil Demichelis ausgerutscht war... Damnn, na dann mal raus und ins Hotel, zweite Halbzeit auf Sat1 gucken. Was macht die Maschine? Lampf!


Hmm, ich schätze mal, Lampf! bedeutet "Lamp Failure" und heisst, dass ich am nächsten Morgen die Glühbirne des Scheinwerfers austauschen muss. Echt irre, ich hätte einiges darauf verwettet, dass das Glühbirnen-Set, was ich mitgenommen habe, ein reines Placebo-Ersatzteil sein würde, also etwas, was ich nie benötige, weil die Dinger sowieso nicht kaputt gehen. Hah! Naja, günstig waren in diesem Moment auch meine Nebelscheinwerfer. Mit denen konnte ich wenigstens noch ins Nachbardorf rollen zu meinem Hotel, ohne mit dem Aufblendlicht nen Crash zu provizieren.

So, das Hotel war absolute Sahne. Ein schönes Kruzifix und ein Sechs-Bett-Monteurzimmer sind doch alles, was das Herz begehrt, oder?



Die Bayern schiessen auch noch zwei Tore in der zweiten Halbzeit durch Ribéry und Olic und schicken die ManU's nach Hause. Ich mach mir noch ne anständige Maniküre mitte Fingers. Wunderboar! So kann's ins Bettchen gehen.


Jetzt geht' gleich los in Richtung Stuttgart, noch nen Kaffee mit Tino trinken. Dann weiter nach Zürich, Schwandti nen Besuch abstatten und dann für ein paar Tage nach Dijon zu Martina und Dom und Lelio. Da kann ich schon mal ein bissel relaxen, schätze ich.

Weil wir ja immer was dazulernen wollen, werfen wir mal abschliessend noch einen kurzen Blick auf die bisherigen Lessons Learned, bzw. worauf sollte ich mehr achten in Zukunft:

  1. Nicht so ungeduldig sein, alles ein bisschen lansamer angehen lassen. Liegt komplett in meiner Hand, ob ich den Trip stressig oder entspannend durchziehe. Meine Nachfahrt am Montag, der Aufbruch aus München gestern, ein paar Überholmanöver und dass ich meinen Tabak in der Hektik bei Stempi liegen lassen hab, sind alles Zeichen, dass ich eine Nummer zu hektisch unterwegs bin.
  2. Fahrten in Kälte/Nacht/Nebel/Regen bzw. bei Müdigkeit vermeiden. Bringt echt keine Punkte, ich fühl mich viel unsicherer nachts, nicht zuletzt weil meine Sehleistung auch nicht die allertollste ist. Müsste eigentlich ne Brille tragen, jedenfalls nachts oder bei Regen. Auf jeden Fall macht's keinen Spaß und darum sollte es doch gehen in erster Linie, gel?
  3. Spritkosten. Im Moment schluckt die GS an die 7 Liter. Das ist ne ganze Menge und bei den europäischen Spritpreisen verbrauche ich da mein geplantes Tages-Budget derzeit ausschliesslich für Sprit. Da versuche ich mal, etwas ökonomischer zu fahren und in Richtung 6 Liter zu kommen. Ausserdem lässt sich's bei der GS prima vermeiden zu bremsen und alles über die Motorbremse abzuwickeln. Damit könnten auch noch ein paar Tröpfchen in die Spritkasse zurückfliessen.
  4. Gepäck und Verzurrung. Ein Gurt ist mir schon hopps gegangen. Hier muss ich echt immer aufpassen, übel wäre auch, wenn mir z.B. der Kanister auf der Autobahn abgeht und ein nachfolgendes Fahrzeug drüber gurkt. Puh, nicht dran zu denken. Ausserdem muss ich nochmal schauen, wie ich die Sachen optimal verstaut kriege. Die Ersatzschläuche z.B. liegen ganz oben im Top Case und können so leicht kaputt gehen, die brauchen ein bissel mehr Schutz!
  5. Immer schön auf die Gesundheit achten! Mein Kreuz war total verspannt nach der Montagnacht-Tour, ich muss aufpassen, dass ich mir in Deutschland bei den Temperaturen nicht noch ne fette Erkältung zuziehe. Ausserdem drücken die Schuhe ziemlich (hätten ne halbe Nummer größer sein können) und der Shoei Hornet lässt wesentlich mehr Geräusche rein, als mein anderer Shoei (Revelation) Helm. Wenn's weiter so dröhnt, werd' ich mal Ohrenstöpsel reintun. Die Beine sind auch manchmal taub, werde aber schon keine Thrombose bekommen, he he.

Na ja, Fazit ist erstmal, dass ich noch dabei bin, meinen Rhythmus zu finden. Das wird sicher noch ein paar Tage dauern, bis ich mich so richtig 'drin' fühle. Die Fitness muss sich auch erstmal langsam aufbauen. Aber: Europa ist im Vergleich zu Afrika ne Spazierfahrt, da warten noch ganz andere Sachen auf mich.

Ich klapper mal weiter meine Leute ab und bin hoffentlich am Wochenende in Spanien. Dann schau'n mer weiter.

Bis dahin, Amigos!

Montag, 29. März 2010

Abschied...

Mit dem Visum in der Tasche kann's nun endlich mal - tatsächlich, wirklich, validamente - losgehen auf große Tour. Hab gerade Nina zum Flughafen gebracht. Ein beschissenes Gefühl, der Abschied mit dem Wissen, dass wir uns ein paar Monate nicht sehen werden... Ick liebe dich, Süße!


Okay, dann noch ein megafetter Stau in der Stadt auf dem Weg in meine Wohnung. Ich könnte mich heute SO aufregen über die Fahrkünste mancher Berliner. Weiß der Geier, wie da an ihren Führerschein gekommen sind; schlimmer isses in Afrika auch nicht - ehrlich!

Hab mit Stempi telefoniert und werde heute bei ihm in Allendorf übernachten. Ich wollte zwar während der Tour vermeiden, nachts zu fahren (gilt natürlich insbesondere für Afrika), aber heute mache ich gleich mal 'ne Ausnahme von dieser güldenen Regel. Ich komme jetzt wohl erst nach 1800Uhr los und dann werd ich die meiste Strecke heute im Dunkeln fahren. Könnte auch morgen los, aber ich will endlich weg hier.

So, noch mal ein bissel Equippment umorganisieren (Andi's Headset für den Motorradhelm lass ich jetzt doch daheim - drückt wie Sau am linken Ohr), die Sachen aufgeschnallt und fairerweise den Trip-Kilometerstand zurückgesetzt.





JETZT geht's los - ick bin dann mal wech!!!

Karfreitag und Internationaler Frauentag...

... an einem Tag. So fühlt es sich heute an. Also, janz kurz: ich HAB das Visum für Angola. Keine Ahnung, womit ich dieses Glück und dieses einmalige Privileg verdient hab. Wir mussten auch nur noch zwei Stunden warten, als wir wie vereinbart um 1100Uhr in der Botschaft waren, bis der Pass fertig war. Nina hatte mich netterweise begleitet. Ich kann garnicht beschreiben, welcher Stein mir vom Herzen gefallen ist. Ich hätte nicht gewusst, was ich gemacht hätte, wenn er heute wieder nicht fertig gewesen wäre...

Na ja, jetzt hat das Angolanische Visum einen besonderen Ehrenplatz in meinem Reisepass:



Ist zwar nur ein Fünf-Tages Transitvisum, aber immerhin, ich hab wenigstens eins. Könnte sein, dass ich Angola in fünf Tagen 'schaffe', könnte aber auch ebenso gut sein, dass ich es vor Ort verlängern lassen muss, was möglich sei laut Ansage in der Berliner Botschaft. Aber was die wert ist, darüber will ich nicht großartig nachgrübeln... Auf jeden Fall habe ich schon Berichte gelesen, in denen Straßen die Rede ist, auf denen man ca. 10km die Stunde schafft. Also auch für afrikanische Verhältnisse ziemlich übel.

Jetzt, wo ich den Pass wiederhabe, kommen auch die anderen Visa im Blog zu der ihnen gebührenden Ehre. Hier die Hall of Fame:

In Europa und in Marokko brauch ich ja kein Visum, also macht den Start Mauretanien:


Senegal und Gambia (wo ich nur eventuell hinfahre und mir im Falle des Falls vor Ort das Visum besorge) überspringen wir und gehen gleich mal nach Mali:



Burkina Faso & Benin:





Allesamt im Standard-Layout. Da hat sich der Visa-Designer von den Nigerianern schon mehr Mühe gegeben, nett anzuschauen:



Niger im Standard-Layout, würd' ich mir nicht an die Wand hängen:


Kamerun wenigstens mit "Briefmarke":


Gabun recht 'ordinär':


Republik Kongo recht schnieke:


Und, last but not least, Sudan auffer Rückreise, auch nicht zu verachten:


Mann, Mann, Mann, muss schon sagen, dass ich ein wenig stolz bin, diese ganzen TÜV-Plaketten endlich vollständig zu haben. War ein ganz schön hartes Stück Arbeit.

The Sound of Afrique - Jetzt oder nie

Man, bin ich aufgeregt. Heute ist Montag, und ich habe in zwanzig Minuten meinen 'Termin' in der Angolanischen Botschaft. Am Freitag war ich aufgeregt wegen der Abreise, jetzt bin ich nur noch aufgeregt, was mich wohl in dieser Botschaft heute erwarten wird. Ich will los jetzt!

Dazu einen meiner absoluten Lieblingssongs von den Onkelz. Kann man wie so oft bei dieser Band unterschiedlich interpretieren, aber für mich stand immer die positive Aufbruchsstimmung im Vordergrund. Endlich weg von hier, was neues tun. "Vorwärts immer - rückwärts nimmer", wie ein begnadeter ostdeutscher Rhetoriker so treffend in den Achtzigern postulierte!


Onkelz - Jetzt oder Nie

Ich wünsche mir ich könnte fliehen,
einfach weg ganz ohne Ziel.
Bevor der Wind sich dreht,
es ist noch nicht zu spät!

Jetzt oder nie Ich verlasse diesen Ort!
Jetzt oder nie Ich gehe einfach von hier fort!
Jetzt oder nie Eine Stimme spricht zu mir!
Jetzt oder nie Ich bin schon viel zu lange hier!

Ich bewege mich jeden Tag,
zwei Meter ber meinem Grab.
Sag mir was soll ich hier?
Wenn die Worte ihren Sinn verlieren...

Jetzt oder nie Ich verlasse diesen Ort!
Jetzt oder nie Ich gehe einfach von hier fort!
Jetzt oder nie Eine Stimme spricht zu mir!
Jetzt oder nie Ich bin schon viel zu lange hier!

The Big Five - kannste schon mal abhaken

Es gibt ja doch ne Menge Leute, die mit Afrika in erster Linie großes Getier verbinden. Einige Kollegen haben sich ja auch einen besonderen Spaß daraus gemacht, in Afrika auf Großwildjagd zu gehen und auf diese Weise ihre Minderwertigkeitskomplexe abzubauen; erwähnt sei hier nur der legendäre Hau-Drauf Ernest Hemingway. Aus dieser Epoche stammt auch der Begriff der "Big Five". Das sind die Tierchen, die mal als passionierter Großwildjäger entweder in Form von Elfenbein, als Fell oder als hübsche Kopf-Trophäe irgendwo im Wohnzimmer hängen haben sollte.

Wenn man eine Reise macht nach Afrika, dann soll man zumindest die Big Five mal gesehen haben, gel? Damit ich das schon mal von meiner ToDo-Liste abstreichen kann, waren wir gestern im Zoo und haben se ALLE gesehen, yes!

Los geht's mit #1, Benjamin Blümchen:


Ein wirklich imposantes Tierchen!

Allerdings auch ein bisschen schamlos, hat direkt vor unseren Augen den Tierpark geflutet...


Aber damit nicht genug, die Elefantenbullen scheinen auch ein bisschen exhibitionistisch veranlagt zu sein. Auf jeden Fall kann ich jetzt mit dem Begriff Penisneid was anfangen.

Nix wie weg und ein anständiges Tier besuchen. #2, der König des Dschungels, so sööös!

Aber auch total verpennt das Viech, hab gehört Löwen chillen so 22 Stunden am Tag. Warum neigt die Spezies Mensch dann dazu, sich permanent zu stressen? Ob das die Natur so gewollt hat? Ich wees es nicht...

Na jut, weiter geht's, #3, Def Leppard. Auch am Chillen...


Vielleicht sehen wir ja noch mal ein etwas aktiveres Kerlchen. Und wer sagt's denn, #4, das Nashorn, der zweite Elfenbeinlieferant in unserer Liste, ist offenbar ausgeschlafen und bereit, sich präsentieren zu lassen. Tä-räää!


Es scheint allerdings, dass alle Tiere entweder an 'ner Schlafkrankheit leiden oder eine Blasenschwäche haben. Denn auch dieses Exemplar muss erstmal vor unseren Augen ordentlich abstrullern. Menge des gelassenen Wassers ist aber deutlich geringer wie bei Benjamin Blümchen!

Oh Mann, na gut, dann noch das letzte Exemplar geguckt: #5, der Büffel. Hmm, lecker. Gibt irgendwie ne ganze Menge verschiedener Büffelsorten (Bison, Wisent und was weiss ich). Keine Ahnung, welches Getier tatsächlich in Afrika anzufinden ist...


So, nochmal kurz die Flinte angelegt und ein Exemplar für daheim geschossen...

Natürlich war das 'ne ziemlich harte Sache und eine Menge Tiere haben sich beim Casting zu Africa's Next Biggy darum gezankt, auf die tolle Liste zu kommen. Deshalb sei der Fairness halber auch noch erwähnt, wer es fast geschafft hätte, aber aufrund undurchsichtiger Kriterien doch noch durch das Raster gefallen ist:


Ist er nicht wunderschön, geradezu majestätisch? Ein wirklich edler Vogel, mein persönlicher Favorit im Berliner Zoo, forget about Knut!

Ach ja, ein wichtiger Tipp noch zum Thema Großwildjagd. Checkt das legendäre Hauptquartier der Vetschauer Kleintierzüchter und Großwildjäger aus, das einzigartige HDKZ-GWJ, eines der absoluten Must-Have-Seens auf einer Reise in den Spreewald.

Sonntag, 28. März 2010

WM in Südafrika - Chaos & Kriminalität?

Präsident Uli Hoeneß von Rekordmeister Bayern München hat die Vergabe der WM nach Südafrika als "eine der größten Fehlentscheidungen" von Weltverbandschef Joseph S. Blatter kritisiert. "Ich fahre da nicht hin. Ich war nie ein großer Freund einer WM in Südafrika oder überhaupt auf dem afrikanischen Kontinent, solange Sicherheitsaspekte nicht zu 100 Prozent geklärt sind", sagte Hoeneß bei einer Ehrung im Münchner Rathaus.

Hab heute morgen bzw. heute Nachmittag beim Frühstücken mit Nina in 'nem Fhainer Café einen sehr interessanten Artikel zum Thema "Fußball-WM in Südafrika - Kritik und Hintergründe" gelesen. Ich verfolge ja schon eine Weile mit besonderem Interesse die Berichterstattung aus und v.a. über Afrika. Und es ist schon bemerkenswert, wie polarisiert die Berichte größtenteils sind und welchen Eindruck sie vermitteln. Insbesondere die 'Kampagne', die nach dem Anschlag auf die togolesische Fußball-Nationalmannschaft in Cabinda gelaufen ist, war in ihrer Einseitigkeit und Unsachlichkeit kaum zu toppen, aber well so isses mit den Medien. Vielleicht öfters mal lieber selber ein bissel nachdenken und nicht jeden Scheiss, den man eingeimpft bekommt, ungefiltert als eigene Meinung übernehmen.

Fazit des aus meiner Sicht sehr überlegten u.s. Berichts aus der Berliner Zeitung: Sicher, die Probleme wie z.B. die hohe Kriminalitätsrate in Südafrika sind enorm; es ist aber schon reichlich unfair, sie in dieser Weise in den Fokus zu rücken, wie es in den letzten Monaten der Fall war. Das Vertrauen in die eigene Überlegenheit seitens der Europäer gegenüber dem afrikanischen Kontinent im allgemeinen ist schon irgendwie erstaunlich. Gerade die europäischen Nationen haben sich in den vergangenen Jahrhunderten bei ihrem 'Dialog' mit Afrika nicht gerade mit Ruhm bekleckert und sind - das ist meine persönliche Meinung - für viele der aktuellen Probleme dort zumindest teilweise mit verantwortlich, wenn nicht sogar dank ihrer ach so fortschrittlichen Effizienz und Präzision die Wurzel allen Übels. Aber okay, checkt mal den Artikel aus der Berliner Zeitung.

Ach ja, das Bildchen aus der Print-Ausgabe ham se natürlich nicht online, deshalb hier nochmal zum Bewundern (und sorry für die üble Qualität - meine Kamera zickt ein bissel rum):

The Sound of Afrique - ASD

Etwas Altes von der Sudan-Eritrea Connection, enjoy & think about it...


ASD - Vaterlos

[D-Flame]
Ich hab gesehn’ das das Leben oft ein harter Kampf war!
Deswegen fühlte ich die Reden schwarzer Panther.
Manchmal sitz ich da und genieße mein Ganja
Denk nach und frag ob warum Papa in dieses Land kam!

[Afrob]
Ich nehme an sie suchten hier ein’ neuen Anfang!
Denn die Bürgerkriege machten uns auch ganz arm!
Ey, verdammt man so staut sich der Ärger!
Er wird mehr und mehr und wird dadurch härter!

[D-Flame]
Oft stand mir alles bis hier!
Um zu gewinn’ musste ich erst einmal alles verlieren!
Doch aufgeben wär niemals in Frage gekomm’!
Net nur bei mir hat der Weg mit tiefen Narben begonn’
Sie machten mich zu dem was ich heute bin!
Und zeigten mir, dass in diesem System viele falsche Leute sind!
Seit dem mach ich klar, dass mir niemand meine Freude nimmt!
Auch wenn ich weiß, dass ich hier nur wenig wahre Freunde find!

[Hook]
I’m fatherless, yeah…
I’m fatherless, yeah…
I’m fatherless, yeah…
I’m fatherless, yeah…

[Samy Deluxe]
Das schwerste für mich, ist mit mir selbst zufrieden zu sein!
Und anderen Liebe zu zeigen, gib mir n’ Beat um zu schreiben!
Scheiße Mann, ich wünschte, ich könnte das alles positiv sehen!
Könnte den Stress bewältigen ohne die Drogen zu nehm!
Wünschte Papa wär nicht weggegang’ als ich noch so Jung war!
Aber heute versteh’ ich, dass das alles sein Grund hat!
Weiß jetzt was es heißt, ständig Stress mit seiner Frau zu haben!
Und die Streiterein’ über dem Kopf des Kindes auszutragen!
Darauf zu warten, dass sich etwas ändert, doch das tut es nicht!
Ich hatte lange Zuversicht, doch ich seh’unsre Zukunft nicht!
Deshalb vermute ich, dass es jetzt Zeit ist zu gehn!
Und trotzdem zweifel’ ich, denn jetzt kann ich Ilysa (Name des Sohnes) nicht sehn!
Und ich denk scheiße, ich lieg wieder hier allein in meinem Bett!
Ohne Frau, Sohn oder Vater und der Kreis ist komplett!
Keiner ist perfekt und ich war vielleicht echt kein guter Ehemann!
Doch werd ein guter Vater sein, das schwöre ich mein Leben lang!

[Hook]

[Afrob]
Ich bin mein eigener, eigener, Motivator!
Es gibt so selten, komm’ mir wie ein Unikat vor!
Ich bin mein Antrieb, brauche keine Taskforce!
Geht es um mein, in dem Leben, werd ich zum Diktator!

[D-Flame]
Ich gehe weiter und nix hält mich auf!
Zu oft hat man es sich selbst verbaut!
Mehr als einmal sagt ein Mann du bist genau wie dein Vater!
Doch alles was ich habe ist sein Blut in meinen Adern!

[Afrob]
Mit n’ bisschen Abstand sieht einiges viel klarer!
An was es fehlte oder was einfach nicht da war!
Noch immer mühe mit dem Leben, was ich führe!
Die Welt ist so zum kotzen und sie stoppt nicht vor der Türe!
Das hat sie nie gebraucht, war da draußen hab geraucht!
Und ’ne Menge eingesteckt, hab mich niemand anvertraut!
Ich hab auf keinen gewartet und das hat mir nie geschadet!
Hinzusetzen, nachzudenken und dann wird was gestartet!
Das is ASD, D-Flame, ey wir berühren dich gleich!
Verkaufen keine Träume, sondern nur die kalte Wirklichkeit!

[Hook]

Sanssouci - allet wird jut

Schön war's gestern, haben 'nen kleinen Ausflug gemacht nach Caputh an den Templiner See und danach nach Potsdam. Well, ist eigentlich ne coole Sachen, soviele Seen in der Umgebung von Berlin zu haben. Fahre trotzdem so gut wie nie an so einen See. Dabei liegt das Gute so nah. Hmm.

Sind wir nicht schnieke?


Und dann noch ein kleines Entspannungsbad in den örtlichen Facilities, härrlich!


Tja, sans souci ist doch ne feine 'Oberste Direktive', oder? Mach dir keine Sorgen, wird schon allet werden! Aber auch das Chillen strengt an und macht müde...


Samstag, 27. März 2010

The Sound of Afrique - Dä Firma

War ja doch ein bissel stressig gestern, jetzt ist erstmal chillen angesagt mit Nina am Wochenende in Berlin, dann geht's am Montag weiter. Stay positive!



Die Firma - Kap der guten Hoffnung

allemann an bord, es geht los hier
es gibt da etwas, weshalb die menschheit überlebt,
niemals aufgibt und immer weiter vorangeht,
wenn man schlecht drauf ist, weiß man es wird besser
will man Neuland finden geht es über große gewässer, also heuert bei mir an, mein schiff liegt im hafen vor anker, jeder kommt unter, vom
yuppie bis zum punker, ein kleines volk auf der suche nach dem glück,angetrieben vom wind lassen wir alles zurück, mit an bord ein priester
von niemandem beachtet,sieht man am Bug
wie er still den horizont betrachtet,
sowie der junge mißverstanden von mutter und vater,
zweimal in der woche termin beim psychiater,
dies sind nur wenige von vielen die uns folgen,
und auf ihren schultern tragen sie die last all ihre sorgen, für alle scheint die welt nicht mehr so ganz in ordnung,doch eines läßt sie leben:
die hoffnung

(Chorus 2x)
ziehen vorbei am dreieck von bermuda, wir setzen die segel
und bewegen die ruder, fluten die kammern, schotten dicht
wir sind unterwegs und irgendwann ist land in sicht

im rap-submarine wie hagbard celine
an bord mein team, ich halt es wie moses, laß mein volk ziehen, spiel schach-partien im u-boot, wie unicef helfen wir menschen in der not,
die armaturen leuchten rot, unser ziel: die weißen pyramiden, symbol für frieden, der ort wo unsere antworten liegen,
wir tauchen statt zu fliegen, jeder mensch trägt schwer, jeder such nach mehr, doch wieviel mehr gibt das leben noch her, wir halten alles in
den händen, selbst kriege zu beenden, das blatt zu wenden, ich les' die botschaft an den wänden: sieh twelve monkeys das leben kann
tough sein wie die new york police, sind die aussichten auch mies, wir gehn nach vorn, wie maschinen und motoren in dieser form geboren,
nehmen kurs auf das zentrum des reichs landein durch vulkangestein, ganz gleich wie klein die hoffnung auch sei

(Chorus 2x)

ich geb' die hoffnung nicht auf wie tibetaner, indios und indianer,uns menschen eint das gleiche karma, keiner ist unnahbar, was dich
betrifft, betrifft auch mich, also verlier' dein ziel nicht aus der sicht, unser weg führt nicht nach disneyland, vergiß den traumstrand,
dieser trip geht tief in deinen verstand, für die einen ist er kurz, für die anderen lang, jeder so wie er kann, hauptsache wir kommen an,
unterwegs zum kap vorbei an cook und ahab und ahab, die gute nachricht vorab:
ey, wir kommen auch in deine stadt, statt zuzusehen könntest du mit daran teilnehmen, nicht nur dabeistehen und ständig kleinbeigeben,
sicher die fahrt durch echolot, fürchten weder teufel noch tod, kommen ans ziel,
auch wenn neptun tobt und mit sturm droht, firmakapitäne überqueren sieben weltmeere, hin zu einem leben, das wir selber wählen

(Chorus 2x

Equippment - erste Verbesserungsideen

Alright. Was positives hat es natürlich auch, dass ich noch nicht on the road bin. Selbst auf den paar Kilometern, die ich in Berlin rumgekurvt bin, sind mir schon ein paar Sachen aufgefallen, was ich an meinem Equippment verbessern kann.

Also, zuerst mal meine Klamotten. Ich weiß nicht, welche Pillen ich vor dem Einkauf bei Louis eingeworfen hatte. Auf jeden Fall ist die Hose eng wie Sau und sie spannt total. Ich komme kaum auf's Bike (dazu muss man ja einen ordentlichen Ausfallschritt machen). Ich bin einfach zu fett und muss wohl noch 1-2 Kilo verlieren, damit sie ordentlich sitzt.


Mit rausgenommenen Inlet funktioniert es schon wesentlich besser, ist aber auch wesentlich luftiger. Ma gucken, aber ich denke, ich lasse die Inlets von Jacke und Hose mal lieber zu Hause. Gegen den Regen habe ich ja noch extra was dabei (Poncho und Hose).

So, der nächste Punkt ist der Helm. Den habe ich inzwischen ja McGyver-mässig zur Multimediazentrale umfunktioniert. Von Andi hatte ich das Bluetooth Headset (scalaRider) installiert, worüber ich super telefonieren kann. Allerdings hatte das ja nicht mit dem MP3 Player funktioniert, weshalb ich zusätzlich einen In-Helm Kopfhörer angebracht und verkabelt habe. Also einen Mono- und einen Stereokopfhörer im Helm. Und das drückt ein bissel. Ich werde wohl das Bluetooth Headset wieder ausbauen, macht sowieso nicht soviel Sinn. Wieviele Telefonate werde/muss ich während der Fahrt schon führen? Die Mucke ist da schon wichtiger, gel?

So, als nächstes die Verzurrung auf dem Mopped. Papas Zurrgummies sind toll. Ich überlege aber, ob ich mir nicht sicherheitshalber doch noch ein paar als Ersatz mitnehme. Ausserdem werde ich mal die Sache noch ein wenig umpacken, damit in die Kackwurst nur Dinge kommen, die keine spitzen Kanten haben. Sonst befürchte ich, wird mir die Kackwurst irgendwann kaputt gehen und es regnet mir rein. Bäh. Wie ich den Kanister besser verzurre, überlege ich mir auch noch. Momentan fällt mir nur eine Lösung ein, bei der ich den Gurt an einem der Pfropfen festmache, nicht so gut...

Der Wahnsinn nimmt seinen Lauf - icke & Angola

Juti, auf in die Botschaft von Angola in die Wallstr., Berlin-Mitte. Kenn mich ja mittlerweile bestens aus. Herzklopfen habe ich aber wie beim ersten Mal. Wie wird diese Geschichte ausgehen? Um 1030Uhr bin ich da, Quingaldo meinte ja gestern, ich solle um 1000Uhr kommen und dann würde ich es schon bekommen, mein Visum. Also rein in die gute Stube...



So, erstmal mit Frau Parker reden, der super hilfsbereiten und kompetenten (this is a witz!) Sekretärin/Empfangsdame. Was dann folgt, lässt sich nicht in Worte fassen. Zwei Stunden halte ich mich in dem Warteraum auf und spreche mit fünfzig verschiedenen Angestellten der Botschaft, dazwischen immer mal wieder warten...


Das mit Spannung erwartete Ergebnis: Das Visum ist NICHT fertig und ich werde es auch DEFINITIV NICHT mehr am Freitag bekommen. Damn fucking ultra-hardcore shit!!! Ich habe echt alles versucht in der Botschaft. Ich habe gejammert, ich habe gebettelt, ich habe Reden gehalten, auch schon mal nen Fuffi zwecks Vorgangsbeschleunigung in 'nen Umschlag gesteckt und über den Tresen geschoben. Hat alles nix gebracht. Ich konnte nach zwei Stunden lediglich in Erfahrung bringen, was der aktuelle Status meines Visums ist (sollte normalerweise auch innerhalb eines zweiminüten Telefonats geklärt werden können - aber nicht so in dieser wunderbaren Botschaft). Also, Qunigaldo hatte am Donnerstag das Visum 'vorbereitet' und weitergereicht innerhalb der Botschaft. Mittlerweile ist es bei Orlando angelangt, der den Pass 'vorbereitet'. Ich schätze, er klebt die 'Visumsplakette' rein. Ich habe dreimal mit ihm aus dem Warteraum heraus telefoniert und versucht, ihn dazu zu bringen, dies heute noch zu tun und dann den Pass vom Konsul unterschreiben zu lassen. No fucking chance. Er hat mir (und das glaube ich ihm mittlerweile auch) mitgeteilt, dass 'sie' sich schon ziemlich krass für mich einsezten gegenüber dem Konsul zwecks Beschleunigung, aber das letzte Wort hat halt der Konsul. Und der meinte: am MONTAG. Keine Chance am Freitag, aber sicher am Montag. Oh Mann, ich hab dann noch dreimal von Orlando eine Bestätigung erfragt: Also wirklich ganz sicher definitiv am Montag, ja? Hat er bestätigt, ganz sicher definitiv am Montag um 1100Uhr in der Botschaft. Dann kann ich mein Visum abholen, das hat der Konsul schon so entschieden.

Voila, c'est la vie. An dieser Stelle habe ich entschieden, den Kampf für heute aufzugeben. Orlando meinte sogar ausdrücklich, wenn ich weiter stresse und er nochmal zum Konsul geht, um sich für mich einzusetzen, würde der ws. pissed sein und es könnte passieren, dass ich auf 'ne Art schwarze Liste komme und es mit meinem Visum nicht mal am Montag klappt...

Also, Fakt ist, dass die Kollegen der Angolanischen Botschaft einen überkrass eigenartigen Prozess der Abwicklung haben, den man auch durch Baksheesh nicht beschleunigen kann. Auch das permanente Stressen durch Anwesenheit bringt nicht unbedingt etwas. Es ist wie mit dem Regen. Entweder kommt er oder er kommt nicht. Interessant war, dass ich kaum Leute in der Botschaft getroffen habe, die selbständig ein Visum für sich beantragen. Die meisten Visa werden durch Firmen organisiert, die das als Service anbieten (wie z.b. Visum Express). Die kommen aber auch nur mit ihren Listen und müssen dann traurig zur Kenntnis nehmen, dass wieder keiner von den 14 beantragten Visa fertig geworden ist. Also, es hätte mir auch nicht weitergeholfen, solch einen Service in Anspruch zu nehmen...

Abschied ist ein scharfes Schwert, nicht so heute von der Angolanischen Botschaft. Nochmal kurz gecheckt, ob niemand guckt, und dann ein netter Abschiedsgruß. Servus, fiat di, macht's jut, bis Montag...



Na jut, egal, ich habe mich dann entschlossen, aufzubrechen nach München, auf den Weg dahin Stempi zu besuchen, dann das Wochenende mit Nina in München zu verbringen, noch Dirk und Carme zu sehen und dann am Montag wieder zurückzufahren nach Berlin, um das Visum abzuholen.

Noch ein paar Telefonate und allen Leuten Bescheid sagen. Aber ich wollte auch nix mehr über Angola erzählen, das Thema nervt einfach ein bisschen, und ich habe für mich entschieden, mich nicht stressen zu lassen. Ich habe alles gemacht, was in meiner Macht liegt, alles andere ist Schicksal. Eine Alternative für das Visum gibt es nicht und so muss ich warten, bis es das Schicksal gut mit mir meint.

Ein (vermeintlicher) Routine-Anruf bei Nina lässt dann die Bombe platzen. Völlig unnötig kriegen wir uns volle Kanne in die Haare und nach einer halben Stunde sind wir vollkommen festgefahren in einem total beschissenen Gespräch, wo wir uns nicht mehr verstehen und uns beide allein und unverstanden fühlen, sie in Wien, ich in Berlin. Nachdem wir das Gespräch beenden, wird mir langsam klar, dass ich die letzten Wochen über ein bisschen sehr krass mit meinen Vorbereitungen beschäftigt war und das Gespür dafür, was um mich herum passiert, ganz schön nachgelassen hat. Ich bin voll auf meinem Ego-Trip und nehme den ganzen Stress und die Unsicherheiten, die daraus für meine Mitmenschen, insbesondere für Nina, resultieren, oft für selbstverständlich. Bin sogar gestresst/genervt, wenn ich mich damit 'auch noch' beschäftigen muss...

Na ja, nach einer Intervention durch Mama ("Mama ist die Beste") ist das Schlimmste erstmal vorbei, und Nina und ich entscheiden uns, das Wochenende nicht in München, sondern in Berlin zu verbringen. Ich hatte darauf zwar zuerst keinen Bock, weil ich nun ja endlich mal 'aufgebrochen' war und ich nicht wieder zurück wollte und weiter warten, aber okay. Es ist definitiv vernünftiger, als nur für's Wochenende einen Ausflug nach München zu machen und 1200km auf der Autobahn rumzukurven.

Juti, also Hotel gecancelt, allet organisiert und wieder zurück nach Hause...

Ein Blick auf den Kilometerstand am Ende des Tages:


17,6 Kilometer. Mann-o-Mann. Das geht langsamer als ich dachte. Afrika ist halt unberechenbar. Ich bin erstmal down und fertich und ein bissel böhse.


Aber okay, ich freu mich natürlich auf Nina und das gemeinsame Wochenende. Werd ws. noch den Abend und die Nacht brauchen, um ein bisschen runterzukommen, und dann geht's morgen an 'nen See oder so zum Ausspannen...