So, jeschafft, bin am Freitag aus der bayerischen Provinz direkt in die Ösi-Metropole gedüst, um noch rechtzeitig um 1500Uhr beim Hauptquartier der Austrian Airlines anzukommen, um pünktlich wie versprochen mein Ninalein abzuholen. Puh, die Straßen waren ziemlich voll (ah ja, war ja Freitag), das Navi hat mich mal wieder auf eine schöne Stadtrundfahrt durch München geführt, und so wurde es ganz schön knapp. Aber auf österreichischen Autobahnen kann man ja ordentlich Gummi geben.
Well, das Mopped hat auf den letzten Metern auch noch wunderbar gehalten. Die Kupplung kuppelt, der Dämpfer dämpft, alles paletti.
Nu ist die Reise zu Ende, und ich bin endlich wieder bei meinem Schatz. Kurz nach dem Ankommen habe ich mir schon überlegt, was das wohl für 'ne irre Idee war, sie für ein halbes Jahr zu verlassen, um mit dem Mopped durch Afrika zu düsen. Bekloppt... Aber jetzt stand erstmal das Wochenende auf dem Programm - gemeinsam, in Wien, zu dritt - Nina, icke und Sigi, der kleine weiße Popstar.
Härrrlich, endlich zu Hause!
Montag, 4. Oktober 2010
Freitag, 1. Oktober 2010
Intermezzo - Tag 187 - Bayern, dis san mia!
Moin, Moin, sitze gerade bei einem feudalen Frühstück im Landsberger Hof. Schmeckt super, juchei. Internet gibt's auch, die Bayern sind fast so nett wie die Äthiopier. Also, was will man mehr?
Well, gestern war noch ganz schön anstrengend. Zuerst hab ich in meinem Zürcher Hotel ganz schön rumgetrödelt, bevor ich endlich zum Flughafen aufgebrochen bin. Hatte mich noch mit einem amerikanischen Pärchen fest gequatscht... Na ja, um halb Elf oder so war ich dann wieder in Kloten, aber es ne knappe Stunde gedauert, bis ich den Cargo Terminal und dort Swiss WorldCargo und da den richtigen Ansprechpartner gefunden hatte. Nicht so intuitiv, muss ich sagen. Aber okay, im Empfangsbüro habe ich meine Papiere entgegen genommen und musste nochmal knapp 65 Franken Gebühren zahlen. Voila. Dann ab zum Zoll, die auch ein bissel überfordert schienen. Hatte ich mir in der Schwyz irgendwie alles einfacher und geordneter vorgestellt. Aber egal, hat ja doch alles geklappt. An Butze 65 in der großen Frachthalle durfte ich dann mein Mopped abholen. Da schienen nur Jugos zu arbeiten, sehr nett, aber nicht so leicht zwecks Verständigung. Na ja, ich bin dann erstmal aufgebrochen, um Motoröl zu besorgen. Hier würde ich keines bekommen, aber es gibt ne Tanke ca. 15min Fußweg entfernt... An der SB-Tanke gab's aber nur 5W40, das in Sibirien besonders beliebte Öl für die kalte Jahreszeit. Wieder zurück an der Frachthalle wurde meine Kiste auf den Asphalt hinaus gefahren, ich bekam einen Hammer und ein Stemmeisen in die Hand gedrückt und durfte loslegen. Hat sich ganz schön hingezogen. Nach ner Stunde hatte ich die Kiste soweit zerlegt, dass ich das Mopped raus schieben konnte. Dann noch die Sachen umordnen, Koffer packen und natürlich das Mopped startklar machen. Öl rein, Batterie angeklemmt, Sprit war Gott sei Dank noch ein bissel was drin. Zu guter letzt die Teile wieder anschrauben, die ich zwecks Platzersparnis in Nairobi abmontiert hatte. Na ja, und dafür brauche ich immer meine Zeit. Handprotektoren, Spiegel, Windschutzscheibe und das ganze Plastik umme Windschutzscheibe rum - und last but not least - meine Navihalterung. Ganz schöne Fummelei, wenngleich ich jetzt endlich kapiert hab, wie das Scharnier der Windschutzscheibe funktioniert. Künftig kann ich das innerhalb von 10 Minuten aus- und wieder einbauen...
Als ich endlich startklar war, war's schon knapp 1500Uhr. Hatte vorher noch schnell was im Flughafenrestaurant gefuttert (12,20 Franken für ein Stück Kuchen, ein Birchermüsli und eine Banane...). Als nächstes ab zur Tanke, vollmachen, Luft checken (deutlich zu wenig drauf) und dann ab nach Dielsdorf zu meinem Hrn. Utzinger, der den Stossdämpfer austauschen sollte. Hatte schon Angst, dass ich viel zu spät dran bin, hatte mich ja für Vormittag angekündigt. Aber keine Panik. Der gute Hr. Utzinger wartete schon auf mich, und es ging sogleich los mit der Montage. Während ich mich bei Mäckes chillte, hat er das Federbein der "normalen" GS in meine Adventure hinein gefriemelt. Er hat mir auch noch ein beschädigtes Gewinde vonna Schraube am rechten Handprotektor geschliffen, so dass ich gegen halb fünf wieder zurück auffe Piste konnte. Wunderbar. Es war auf jeden Fall eine äußerst coole Geste, dass er mir das gebrauchte GS-Federbein praktisch "geliehen" hat. Wir haben vereinbart, dass ich das Teil nach meiner Ankunft in Berlin ausbaue und an die deutsche Adresse eines seiner Kollegen schicke. Wegen dem Zoll und so... Echt dufte, ich habe nur die Arbeitszeit bezahlt und bin wirklich dankbar. Merci beaucoup!
So, um kurz vor fünf konnte ich endlich "losfahren". Bis Wien werd ich's wohl nicht mehr schaffen. Aber dass es dann so langsam vorangeht, hätte ich auch nicht gedacht. Mein Navi scheint in der Schwyz einfach standardmässig rum zu spinnen. Oder es hat nen Virus... Keine Ahnung. Auf jeden Fall befand ich mich schon nördlich von Zürich, in Richtung deutscher Grenze. Aber das Navi lädt mich ein zu einer wunderschönen Tour zurück nach Zürich, einer unvergesslichen Stadtrundfahrt und einer weiteren Eierei durch die Schwyzer Lande. Verdammt! Ich fahre die unmöglichsten Straßen, jeder Stau wird mit genommen. Um halb Sieben bin ich dann endlich in Konstanz, einen Steinwurf von Zürich entfernt. Aber in Deutschland! Was für ein (komisches) Gefühl. Ich bin ein bisschen gestresst und komisch drauf. Mein Navi erklärt mir, dass ich als nächstes mit ner Fähre über'n Bodensee (!!!) fahren soll. Hast du se nicht mehr alle? Oh Mann, ich halte erstmal an und stärke mich beim deutschen Bäcker mit lecker Brötchen und juten Cappuccino. Ich komme mir ein bisschen vor wie ein Außerirdischer. Ich steh ein bisschen neben mir und frage mich, ob ich in Deutschland überhaupt noch klar komme nach einem halben Jahr Afrika... Na wird schon, denk ich. Nachdem ich mich ganz nett mit einem Konschtanzer unterhalten hab und er mir erklärt hat, dass die Route mit der Fähre wohl schon das richtige sei, fahre ich kurz nach sieben weiter und auffe Fähre rauf. Komisch. Es windet gar sehr. 5 Ois kostet die Überfahrt nach Merseburg (o.s.ä.). Um halb acht/acht bin ich dann dort. Noch immer sind's knapp 650 Kilometer bis Wien. Natürlich fahr ich die Strecke nicht mehr, aber ein paar Kilometer will ich dann doch noch machen. 270 werden's dann noch für den Tag, ich komme bis Landsberg an der Lech, so ein schönes bayerisches Nest, nicht allzu weit weg von München, vielleicht 60 Kilometer davor. Um zehn Uhr ist Feierabend. Es fuhr sich nicht gerade so angenehm. Ziemlich frisch (10Grad), leichter Nieselregen... Na ja, ein Hotel (Landsberger Hof) war schnell gefunden. Und ebenso schnell war ich in meiner Butze im Bett. Brrrr, kalt isses.
Jetzt isses kurz nach neun Uhr, mein Bauch ist voll. Und es stehen noch knapp 480 Kilometer auf'm Programm bis nach Wien. Sollte relativ locker abzuspulen sein. Allerdings sieht das Wetter schon wieder bescheiden aus. Es ist ganz schön feucht, hoffentlich isses im Osten ein bissel besser...
Ich sattel das Pferdchen und reite zu meiner Geliebten! Ninalein, ick komme, leg schon mal den Helm zurecht, gleich bin ich da!!!!
Well, gestern war noch ganz schön anstrengend. Zuerst hab ich in meinem Zürcher Hotel ganz schön rumgetrödelt, bevor ich endlich zum Flughafen aufgebrochen bin. Hatte mich noch mit einem amerikanischen Pärchen fest gequatscht... Na ja, um halb Elf oder so war ich dann wieder in Kloten, aber es ne knappe Stunde gedauert, bis ich den Cargo Terminal und dort Swiss WorldCargo und da den richtigen Ansprechpartner gefunden hatte. Nicht so intuitiv, muss ich sagen. Aber okay, im Empfangsbüro habe ich meine Papiere entgegen genommen und musste nochmal knapp 65 Franken Gebühren zahlen. Voila. Dann ab zum Zoll, die auch ein bissel überfordert schienen. Hatte ich mir in der Schwyz irgendwie alles einfacher und geordneter vorgestellt. Aber egal, hat ja doch alles geklappt. An Butze 65 in der großen Frachthalle durfte ich dann mein Mopped abholen. Da schienen nur Jugos zu arbeiten, sehr nett, aber nicht so leicht zwecks Verständigung. Na ja, ich bin dann erstmal aufgebrochen, um Motoröl zu besorgen. Hier würde ich keines bekommen, aber es gibt ne Tanke ca. 15min Fußweg entfernt... An der SB-Tanke gab's aber nur 5W40, das in Sibirien besonders beliebte Öl für die kalte Jahreszeit. Wieder zurück an der Frachthalle wurde meine Kiste auf den Asphalt hinaus gefahren, ich bekam einen Hammer und ein Stemmeisen in die Hand gedrückt und durfte loslegen. Hat sich ganz schön hingezogen. Nach ner Stunde hatte ich die Kiste soweit zerlegt, dass ich das Mopped raus schieben konnte. Dann noch die Sachen umordnen, Koffer packen und natürlich das Mopped startklar machen. Öl rein, Batterie angeklemmt, Sprit war Gott sei Dank noch ein bissel was drin. Zu guter letzt die Teile wieder anschrauben, die ich zwecks Platzersparnis in Nairobi abmontiert hatte. Na ja, und dafür brauche ich immer meine Zeit. Handprotektoren, Spiegel, Windschutzscheibe und das ganze Plastik umme Windschutzscheibe rum - und last but not least - meine Navihalterung. Ganz schöne Fummelei, wenngleich ich jetzt endlich kapiert hab, wie das Scharnier der Windschutzscheibe funktioniert. Künftig kann ich das innerhalb von 10 Minuten aus- und wieder einbauen...
Als ich endlich startklar war, war's schon knapp 1500Uhr. Hatte vorher noch schnell was im Flughafenrestaurant gefuttert (12,20 Franken für ein Stück Kuchen, ein Birchermüsli und eine Banane...). Als nächstes ab zur Tanke, vollmachen, Luft checken (deutlich zu wenig drauf) und dann ab nach Dielsdorf zu meinem Hrn. Utzinger, der den Stossdämpfer austauschen sollte. Hatte schon Angst, dass ich viel zu spät dran bin, hatte mich ja für Vormittag angekündigt. Aber keine Panik. Der gute Hr. Utzinger wartete schon auf mich, und es ging sogleich los mit der Montage. Während ich mich bei Mäckes chillte, hat er das Federbein der "normalen" GS in meine Adventure hinein gefriemelt. Er hat mir auch noch ein beschädigtes Gewinde vonna Schraube am rechten Handprotektor geschliffen, so dass ich gegen halb fünf wieder zurück auffe Piste konnte. Wunderbar. Es war auf jeden Fall eine äußerst coole Geste, dass er mir das gebrauchte GS-Federbein praktisch "geliehen" hat. Wir haben vereinbart, dass ich das Teil nach meiner Ankunft in Berlin ausbaue und an die deutsche Adresse eines seiner Kollegen schicke. Wegen dem Zoll und so... Echt dufte, ich habe nur die Arbeitszeit bezahlt und bin wirklich dankbar. Merci beaucoup!
So, um kurz vor fünf konnte ich endlich "losfahren". Bis Wien werd ich's wohl nicht mehr schaffen. Aber dass es dann so langsam vorangeht, hätte ich auch nicht gedacht. Mein Navi scheint in der Schwyz einfach standardmässig rum zu spinnen. Oder es hat nen Virus... Keine Ahnung. Auf jeden Fall befand ich mich schon nördlich von Zürich, in Richtung deutscher Grenze. Aber das Navi lädt mich ein zu einer wunderschönen Tour zurück nach Zürich, einer unvergesslichen Stadtrundfahrt und einer weiteren Eierei durch die Schwyzer Lande. Verdammt! Ich fahre die unmöglichsten Straßen, jeder Stau wird mit genommen. Um halb Sieben bin ich dann endlich in Konstanz, einen Steinwurf von Zürich entfernt. Aber in Deutschland! Was für ein (komisches) Gefühl. Ich bin ein bisschen gestresst und komisch drauf. Mein Navi erklärt mir, dass ich als nächstes mit ner Fähre über'n Bodensee (!!!) fahren soll. Hast du se nicht mehr alle? Oh Mann, ich halte erstmal an und stärke mich beim deutschen Bäcker mit lecker Brötchen und juten Cappuccino. Ich komme mir ein bisschen vor wie ein Außerirdischer. Ich steh ein bisschen neben mir und frage mich, ob ich in Deutschland überhaupt noch klar komme nach einem halben Jahr Afrika... Na wird schon, denk ich. Nachdem ich mich ganz nett mit einem Konschtanzer unterhalten hab und er mir erklärt hat, dass die Route mit der Fähre wohl schon das richtige sei, fahre ich kurz nach sieben weiter und auffe Fähre rauf. Komisch. Es windet gar sehr. 5 Ois kostet die Überfahrt nach Merseburg (o.s.ä.). Um halb acht/acht bin ich dann dort. Noch immer sind's knapp 650 Kilometer bis Wien. Natürlich fahr ich die Strecke nicht mehr, aber ein paar Kilometer will ich dann doch noch machen. 270 werden's dann noch für den Tag, ich komme bis Landsberg an der Lech, so ein schönes bayerisches Nest, nicht allzu weit weg von München, vielleicht 60 Kilometer davor. Um zehn Uhr ist Feierabend. Es fuhr sich nicht gerade so angenehm. Ziemlich frisch (10Grad), leichter Nieselregen... Na ja, ein Hotel (Landsberger Hof) war schnell gefunden. Und ebenso schnell war ich in meiner Butze im Bett. Brrrr, kalt isses.
Jetzt isses kurz nach neun Uhr, mein Bauch ist voll. Und es stehen noch knapp 480 Kilometer auf'm Programm bis nach Wien. Sollte relativ locker abzuspulen sein. Allerdings sieht das Wetter schon wieder bescheiden aus. Es ist ganz schön feucht, hoffentlich isses im Osten ein bissel besser...
Ich sattel das Pferdchen und reite zu meiner Geliebten! Ninalein, ick komme, leg schon mal den Helm zurecht, gleich bin ich da!!!!
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