Jedes Kind hat so seine Talente und Stärken. Ich konnte zum Beispiel immer gut "Name, Stadt, Land" oder "Schiffchen versenken". Bei "Mensch, ärgere dich nicht!" habe ich das Ziel des Spiels, sich nicht zu ärgern, dagegen regelmässig verfehlt.
Na ja, und irgendwie fühle ich mich gerade sehr stark an dieses Spiel zurück erinnert. Und zwar insbesondere an die Phase des "sich ärgerns". Genau genommen bin ich ganz schön sauer, stinkesauer.
Nicht mal so sehr über die Tatsache, dass das Mopped noch nicht fertich ist. Da gibt's auch Gründe dafür. Aber die Kommunikation finde ich einfach mal total zum Kotzen. Nachdem ich seit Tagen keine ansatzweise brauchbare Info bekommen hab', erfahre ich heute auf dem Campingplatz von einem anderen Traveler, dass es um meine Kupplung ja wohl nicht so gut stehen würde und es Probleme beim Zusammenbau gäbe. Wie bitte? Genaues weiß er natürlich nicht, er hat da nur was von Adi aufgeschnappt, einem Kumpel Chris'. Ich bin angefressen. Ich treffe dann wenigstens noch Dan und komme nach einer Weile mit ihm in's Gespräch. Er erklärt mir dann die Problematik. Der Belag, der auf die Kupplungsscheibe aufgetragen wurde, ist ca. 1-1,5 Millimeter zu stark. Die Kupplung schließt nun nicht, und der Belag muss (frühestens am Montag) korrigiert werden. "Seine Exzellenz" hat es natürlich nicht für nötig befunden, mich darüber in Kenntnis zu setzen (Telefon, SMS oder was auch immer) und ist in's (sicher wohlverdiente) Wochenende abgedampft.
Oh Mann, ich fühle mich einfach ein bisschen veräppelt. Ich mein, okay, das kann ja alles passieren, dass die Scheibe zu dick belegt wurde und so weiter. Aber warum dauert es um Gottes Willen vier komplette Arbeitstage, bis das auffällt? Na klar, ist es ein Akt, die Kupplungsscheibe einzubauen und die ganze Karre wieder zusammen schrauben. Aber vier Tage? Und dazu kein einziges erläuterndes Wort von El Chefe? Jetzt verliere ich natürlich zusätzlich noch das Wochenende und bekomme (im Optimalfall) das Bike vielleicht nächsten Dienstag/Mittwoch zurück. Scheiße.
Und jetzt sieht's auch ganz düster zwecks Zeitplan aus. Das Äthiopien-Visum läuft am Freitag aus, keine Ahnung mit welchem Best Case Szenario ich mir da noch die Situation schön rechnen soll...
Mittlerweile habe ich, glaube ich, auch ein etwas besseres Bild davon, was in den letzten Tagen so gelaufen ist. Es scheint wohl die erste Kupplung einer 1200er GS zu sein, die Chris wechselt, was ja nicht unbedingt schlimm ist. Wie es aussieht, haben in der Woche aber weder Chris noch Dan sonderlich viel Zeit an meinem Bike verbracht. Den Zusammenbau hat wohl im wesentlichen Peter durchgeführt, der eigentlich auf die 4WD Jeeps spezialisiert ist und in Sachen Moppeds noch "angelernt" wird. Das war wohl eher der Grund, warum sich's hingezogen hat. Ach menno...
Das Gefühl, dass mein Bike in der Priorisierung ziemlich "abgerutscht" war, hatte ich ja schon seit ein paar Tagen. Aber sauer bin ich eben in erster Linie deswegen, dass ich nicht mal die Möglichkeit hatte, mit "Seiner Exzellenz" darüber zu reden. Ich hab' mich ja wirklich zurück gehalten, um nicht rum zu nerven, bin praktisch gar nicht mehr in die Werkstatt gegangen. Hat nix genutzt, wahrscheinlich eher im Gegenteil. Out of sight, out of mind, oder so. Ach Mann, alles Kacke. Ich bin ziemlich enttäuscht, weil das jetzt echt ein bisschen unnötig ist. Ich hätte sicher den ein oder anderen Shilling drauf gezahlt, wenn sie mein Bike zügig voran getrieben hätten, überhaupt keine Frage. Aber nö, ich hatte nicht mal 'ne Chance, mit ihm drüber zu reden, fuck!
Klar, hat Chris ne Menge um die Ohren, muss jeden Tag tausend (zum größten Teil strunzdummen) Fragen beantworten und hat die Pipeline an Reparaturaufträgen voll bis zum Bersten. Aber am Ende des Tages bin ich jetzt der Vollhorst und muss den Trip wahrscheinlich in Nairobi abbrechen. Krächz und schluchz, verdammt noch mal.
Und wieder mal ist klar. Wenn ich von irgendjemanden in irgendeiner Art abhängig bin, wird's unangenehm. Nach den diversen Botschaftsdingern jetzt die Sache mit der Kupplung. Einfach uncool, sehr uncool...
Samstag, 11. September 2010
Intermezzo - Tag 167 - I'm hanging in the Luft
Samstag, 11. September, according to Masterplan 2.x wollte ich heute eigentlich in Wien bei meinem süßen Schatz eintreffen und eine leckere Willkommenstorte bis auf den letzten Krümel verspeisen. Hmm, stattdessen stecke ich aber nach wie vor in Nairobi, Kenia. Aus dem Plan, hier maximal eine Woche zu verbringen, um die Visa für Sudan und Äthiopien einzusammeln, ist ja bekanntlich nix geworden. Mittlerweile bin ich nun aber schon 33 Tage im Land, 30 Tage davon habe ich bereits ohne gültiges Kenianisches Visum verbracht; ich illegales Immigrantenschwein! Ei, ei, ei.
Okay, ungeplante Aufenthalte gehören halt auch zum Programm einer Reise, vor allem wenn sie durch den afrikanischen Kontinent führt. Ich finde aber, dass ich diese Aufenthalte (Kongo und jetzt Kenia) relativ brav und tapfer bewältige. Der Monat hier in Kenia war auch definitiv schöner als der im Kongo. Vor allem in den beiden Wochen, wo Nina dabei war. In Kenia kann man schon 'ne Menge Sachen unternehmen und sehen. Aber dennoch, von Tag zu Tag wächst bei mir natürlich der Druck und das Unbehagen. Ich will endlich mal weiter. Ende September läuft mein Urlaub aus, es ist sehr sehr unrealistisch, in der verbleibenden Zeit auf dem Landweg nach Österreich/Deutschland zurück zu kommen. Selbst die verbleibende Strecke bis Alexandria mit anschliessender Fähre nach Venedig ist bis Ende September alles andere als "easy going". Immerhin wartet noch die Fähre von Wadi Halfa nach Assuan auf mich, und auch das Ticket für die Alexandria-Fähre muss erst mal ergattert werden...
Aber das alles sind momentan eher "Peanuts" für mich. Ich würde mich liebend gerne diesen "Herausforderungen" stellen und endlich wieder "back on the road" sein. Die Realität ist momentan aber vielmehr, dass ich in der Jungle Junction mehr oder minder in der Luft hänge. Letzten Dienstag hatte ich das Bike mit dem Kupplungsschaden hier abgeladen. Am Donnerstag war es zerlegt, und es war klar, dass die Kupplung massiv beschädigt ist. Chris hatte die Kupplungsscheibe dann am Donnerstag/Freitag neu belegen lassen, und am Samstag/Sonntag hatte ich mich dann entschieden, mit der alten Kupplung weiter fahren zu wollen.
Well, und seitdem hakt's ganz schön. Okay, Chris ist Sonntag/Montag/Dienstag in einen sicher wohlverdienten Kurzurlaub gefahren. Aber ich hatte halt schon gehofft bzw. erwartet, dass mit der Montage des Bikes ab Mittwoch oder spätestens Donnerstag begonnen wird. Au Mann, heute ist Samstag. Am Bike wird definitiv - zumindest hin und wieder mal - gearbeitet. Aber mein Problem ist, dass ich absolut keine Infos bekomme, wie es ausschaut bzw. wann ich ca. damit rechnen kann, dass sie mit der Montage fertig werden. Es ist offensichtlich, dass ich es etwas eilig habe. Trotzdem habe ich mich in den letzten Tagen - aus "diplomatischen" Gründen - extrem zurück gehalten und war nicht "pushy". Angesichts des bevorstehenden Wochenendes wollte ich heute früh Chris ansprechen, aber er meinte, er wäre heute nicht ansprechbar. Scheiße, Alta!
Jetzt sitze ich hier, und schieb Kopfkino. Mein Äthiopien-Visum läuft nächsten Freitag aus. Mittlerweile bin ich wie gesagt über einen Monat - mit Unterbrechungen natürlich - in der JJ. Ich brauch einfach ein bisschen Informationen, damit ich mal weiter planen kann. Die Option mit dem Abbruch der Reise hier in Nairobi, Verschiffung des Bikes über Mombasa und Heimflug von Nairobi aus muss ich jetzt auch genauer angucken und natürlich entsprechend planen.
Blöd, alles. Ich ärgere mich schon ein bisschen über die "Kommunikation" seitens der Werkstatt hier in der JJ. Ich meine, ich kann das alles schon gut nachvollziehen. Chris hat sich vielleicht ein bisschen auf den Schlipps getreten gefühlt, dass ich mich letztlich gegen seinen Rat bzgl. neuer Kupplung entschieden habe. Dass er auch noch mit meinem Papi telefonieren musste, hat mein Ansehen in seinen Augen möglicherweise auch nicht gerade in schwindelerregende Höhen befördert. Aber okay, er hat von Anfang an gesagt, dass er die Entscheidung bzgl. neuer oder alter Kupplung mir überlässt. Und auch das Telefonat mit meinem Vater habe ich ihm ja nicht aufgezwungen, sondern hatte ihn vorher gefragt, ob das für ihn okay sei. Na ja, meine Position ist relativ klar: ich habe wenig bis keine Ahnung bzgl. des Problems mit der Kupplung und möchte/muss mich auf die Meinung der Experten verlassen. Die drifteten ziemlich auseinander (Chris vs. Papa), aber in letzter Konsequenz vertraue ich natürlich meinem Vater mehr. Blut ist dicker als Wasser, gel?
Na ja, wurscht, ist ja auch nur alles Spekulation, ob diese Befindlichkeiten aktuell eine Rolle spielen. Auf jeden Fall bekomme ich schon seit Tagen keine verwertbare Info und hänge eben in der Luft. Die Aussagen reichen über "Entspann dich und nehm' ein Sonnenbad" bis "Geh in die Kneipe und sauf einen". Sicherlich witzig gemeint, aber irgendwie fehlt mir da grad der nötige Level an Humor. Würde viel lieber wissen, wie's mit dem Mopped steht. Aber das weiß ich eben nicht.
Und das fühlt sich ziemlich schlecht an. Ein ziemlich sicherer Grund für die "Verzögerung" ist natürlich auch, dass Chris einfach mal alle Hände voll zu tun hat. Seine Reputation unter Travelern (siehe Foren im Wüstenschiff und in Horizon Unlimited) sowie Einheimischen ist glänzend; er gilt als bester Motorradmechaniker in Ostafrika. Dementsprechend rennen ihm die Leute die Bude ein, und es ist sicher nicht leicht, die vielen Aufträge vernünftig zu "schedulen"; die Pipeline ist auf jeden Fall knüppedicke voll...
Na ja, alles scheißegal. Ich sitze auf jeden Fall hier, hab keine Infos, schieb nen Film und will einfach mal weiter. Mir bleibt aber erstmal nix anderes übrig, als zu warten (wie immer). Die Hoffnung stirbt zuletzt. Ich denke schon, dass ich im Laufe des Tages heute noch eine Info bekommen werde. Und vielleicht/hoffentlich/bitte bitte morgen früh los kann Richtung Moyale...
Ich werde mal versuchen, von Dan ein paar Sachen raus zu kitzeln. Er hatte sich ja seit letzten Sonntag, wenn überhaupt, auch nur sehr nebulös geäußert. Keine Ahnung, was für Probleme die Leute hier haben... Ich versuch, cool zu bleiben und wacker mein Schicksal abzuwarten ;-)
Meiner Erkältung geht's übrigens langsam besser. Hab' mich gestern im Nakumatt mit einer Ladung Medis ausgestattet (lecker Allround-Husten-Sirup). Jetzt werd' ich erstmal zur Entspannung eine Runde Wimmelbilder spielen. Das ist toll! Hat mich Nina drauf gebracht. Eine optimale Methode, Zeit zu überbrücken, und nicht ganz so anstrengend für den Kopf wie z.B. Sudoku.
Heute Nachmittag steht dann noch etwas Sport auf dem Programm (passiv versteht sich). Bundesliga, dritter Spieltag, sowie das Qualifying für den GP in Monza. Bin schon sehr gespannt.
Und, well, die Foddos wollen ja auch mal raufjeladen werd'n auf'n Blog, ich weiß, ich weiß...
Okay, ungeplante Aufenthalte gehören halt auch zum Programm einer Reise, vor allem wenn sie durch den afrikanischen Kontinent führt. Ich finde aber, dass ich diese Aufenthalte (Kongo und jetzt Kenia) relativ brav und tapfer bewältige. Der Monat hier in Kenia war auch definitiv schöner als der im Kongo. Vor allem in den beiden Wochen, wo Nina dabei war. In Kenia kann man schon 'ne Menge Sachen unternehmen und sehen. Aber dennoch, von Tag zu Tag wächst bei mir natürlich der Druck und das Unbehagen. Ich will endlich mal weiter. Ende September läuft mein Urlaub aus, es ist sehr sehr unrealistisch, in der verbleibenden Zeit auf dem Landweg nach Österreich/Deutschland zurück zu kommen. Selbst die verbleibende Strecke bis Alexandria mit anschliessender Fähre nach Venedig ist bis Ende September alles andere als "easy going". Immerhin wartet noch die Fähre von Wadi Halfa nach Assuan auf mich, und auch das Ticket für die Alexandria-Fähre muss erst mal ergattert werden...
Aber das alles sind momentan eher "Peanuts" für mich. Ich würde mich liebend gerne diesen "Herausforderungen" stellen und endlich wieder "back on the road" sein. Die Realität ist momentan aber vielmehr, dass ich in der Jungle Junction mehr oder minder in der Luft hänge. Letzten Dienstag hatte ich das Bike mit dem Kupplungsschaden hier abgeladen. Am Donnerstag war es zerlegt, und es war klar, dass die Kupplung massiv beschädigt ist. Chris hatte die Kupplungsscheibe dann am Donnerstag/Freitag neu belegen lassen, und am Samstag/Sonntag hatte ich mich dann entschieden, mit der alten Kupplung weiter fahren zu wollen.
Well, und seitdem hakt's ganz schön. Okay, Chris ist Sonntag/Montag/Dienstag in einen sicher wohlverdienten Kurzurlaub gefahren. Aber ich hatte halt schon gehofft bzw. erwartet, dass mit der Montage des Bikes ab Mittwoch oder spätestens Donnerstag begonnen wird. Au Mann, heute ist Samstag. Am Bike wird definitiv - zumindest hin und wieder mal - gearbeitet. Aber mein Problem ist, dass ich absolut keine Infos bekomme, wie es ausschaut bzw. wann ich ca. damit rechnen kann, dass sie mit der Montage fertig werden. Es ist offensichtlich, dass ich es etwas eilig habe. Trotzdem habe ich mich in den letzten Tagen - aus "diplomatischen" Gründen - extrem zurück gehalten und war nicht "pushy". Angesichts des bevorstehenden Wochenendes wollte ich heute früh Chris ansprechen, aber er meinte, er wäre heute nicht ansprechbar. Scheiße, Alta!
Jetzt sitze ich hier, und schieb Kopfkino. Mein Äthiopien-Visum läuft nächsten Freitag aus. Mittlerweile bin ich wie gesagt über einen Monat - mit Unterbrechungen natürlich - in der JJ. Ich brauch einfach ein bisschen Informationen, damit ich mal weiter planen kann. Die Option mit dem Abbruch der Reise hier in Nairobi, Verschiffung des Bikes über Mombasa und Heimflug von Nairobi aus muss ich jetzt auch genauer angucken und natürlich entsprechend planen.
Blöd, alles. Ich ärgere mich schon ein bisschen über die "Kommunikation" seitens der Werkstatt hier in der JJ. Ich meine, ich kann das alles schon gut nachvollziehen. Chris hat sich vielleicht ein bisschen auf den Schlipps getreten gefühlt, dass ich mich letztlich gegen seinen Rat bzgl. neuer Kupplung entschieden habe. Dass er auch noch mit meinem Papi telefonieren musste, hat mein Ansehen in seinen Augen möglicherweise auch nicht gerade in schwindelerregende Höhen befördert. Aber okay, er hat von Anfang an gesagt, dass er die Entscheidung bzgl. neuer oder alter Kupplung mir überlässt. Und auch das Telefonat mit meinem Vater habe ich ihm ja nicht aufgezwungen, sondern hatte ihn vorher gefragt, ob das für ihn okay sei. Na ja, meine Position ist relativ klar: ich habe wenig bis keine Ahnung bzgl. des Problems mit der Kupplung und möchte/muss mich auf die Meinung der Experten verlassen. Die drifteten ziemlich auseinander (Chris vs. Papa), aber in letzter Konsequenz vertraue ich natürlich meinem Vater mehr. Blut ist dicker als Wasser, gel?
Na ja, wurscht, ist ja auch nur alles Spekulation, ob diese Befindlichkeiten aktuell eine Rolle spielen. Auf jeden Fall bekomme ich schon seit Tagen keine verwertbare Info und hänge eben in der Luft. Die Aussagen reichen über "Entspann dich und nehm' ein Sonnenbad" bis "Geh in die Kneipe und sauf einen". Sicherlich witzig gemeint, aber irgendwie fehlt mir da grad der nötige Level an Humor. Würde viel lieber wissen, wie's mit dem Mopped steht. Aber das weiß ich eben nicht.
Und das fühlt sich ziemlich schlecht an. Ein ziemlich sicherer Grund für die "Verzögerung" ist natürlich auch, dass Chris einfach mal alle Hände voll zu tun hat. Seine Reputation unter Travelern (siehe Foren im Wüstenschiff und in Horizon Unlimited) sowie Einheimischen ist glänzend; er gilt als bester Motorradmechaniker in Ostafrika. Dementsprechend rennen ihm die Leute die Bude ein, und es ist sicher nicht leicht, die vielen Aufträge vernünftig zu "schedulen"; die Pipeline ist auf jeden Fall knüppedicke voll...
Na ja, alles scheißegal. Ich sitze auf jeden Fall hier, hab keine Infos, schieb nen Film und will einfach mal weiter. Mir bleibt aber erstmal nix anderes übrig, als zu warten (wie immer). Die Hoffnung stirbt zuletzt. Ich denke schon, dass ich im Laufe des Tages heute noch eine Info bekommen werde. Und vielleicht/hoffentlich/bitte bitte morgen früh los kann Richtung Moyale...
Ich werde mal versuchen, von Dan ein paar Sachen raus zu kitzeln. Er hatte sich ja seit letzten Sonntag, wenn überhaupt, auch nur sehr nebulös geäußert. Keine Ahnung, was für Probleme die Leute hier haben... Ich versuch, cool zu bleiben und wacker mein Schicksal abzuwarten ;-)
Meiner Erkältung geht's übrigens langsam besser. Hab' mich gestern im Nakumatt mit einer Ladung Medis ausgestattet (lecker Allround-Husten-Sirup). Jetzt werd' ich erstmal zur Entspannung eine Runde Wimmelbilder spielen. Das ist toll! Hat mich Nina drauf gebracht. Eine optimale Methode, Zeit zu überbrücken, und nicht ganz so anstrengend für den Kopf wie z.B. Sudoku.
Heute Nachmittag steht dann noch etwas Sport auf dem Programm (passiv versteht sich). Bundesliga, dritter Spieltag, sowie das Qualifying für den GP in Monza. Bin schon sehr gespannt.
Und, well, die Foddos wollen ja auch mal raufjeladen werd'n auf'n Blog, ich weiß, ich weiß...
Donnerstag, 9. September 2010
Intermezzo - Tag 165 - Ville Getier in Masai Mara - Mopped immer noch caputh!
So, prächtig, heute früh wurde ich von 'nem Maasai um halb fünf geweckt, damit ich pünktlich mein Matatu zurück nach Narok bekomme. Kurze Nacht, oh jemine.
Aber ich hatte mich am Tag zuvor ja schon vorbereitet. Ruhetag stand am Mittwoch auffa Tagesordnung. Hab den ganzen Tag diszipliniert auf der Couch des Restaurants im Aruba Mara Camp gechillt. Sehr fein! Hatte mir leider letzten Sonntag ne kleine Erkältung noch in Nairobi eingefangen, die mich die letzten Tage ein bissel behindert hat. Na ja, hoffe mal, das wächst sich nicht zu ner Tuberkulose (scherz!) aus.
Also, erstma ganz kurz: Masai Mara tip top! War nicht ganz billig, die Tour am Dienstag durch den Park (2 x 3h inklusive Parkgebühr machen so knapp 140 US Dollar), aber es hat sich definitiv gelohnt. Ist irgendwie eine ganz spezielle Athmosphäre dort, insbesondere während der großen Migration, die immer noch voll im Gange ist. Wahnsinn, an diesen riesigen Gnu - und Zebraherden vorbei zu fahren. Ich war da schon irgendwie sehr gerührt. Well, und neben den großen Herden gibt's natürlich noch allerhand weiteres Getier, was sich zum Angucken mehr oder weniger bereitwillig präsentiert. Ziemliche ville Löwen sind rum gehopst. Ein Cheetah (Gepard) hat sich blicken lassen, und am Nachmittag auch ein paar Kaffernbüffels. Nilpferde (Hippos) gab's reichlich in den trüben Abschnitten des Talek River. Dazu noch Hyänen, Schakale, Giraffen, Warzenschweine (meine absoluten Lieblinge, die sind sooo süß!), Strauße, Impalas, Topis, Gazellen, Dik-Diks, Paviane, Mongoose, Guinea Fowls...
Also, kurz jesacht: in dem Park, da steppt der Bär bzw. korrekter gesagt da fliegt die Kuh (die Impala-Kuh oder so). Nur meine fortwährende Suche nach dem Leberwurstbaum und dessen köstlichen Früchten bleibt immer noch ergebnislos. Bin wahrscheinlich nur zu blind, die Teile zu erkennen, aber der Baum übt einfach eine unglaubliche Fazsination aus. Das muß man sich mal vorstellen, wahrscheinlich könnten das Hungerproblem weltweit auf einem Schlag gelöst werden mit der ganzen Leberwurst, die man nur noch vom Baum pflücken und in feine Konservendosen verpacken müsste...
Well, die Schattenseite der Masai Mara: echt viele Touris unterwegs, und das Thema nachhaltiger Tourismus ist wohl noch nicht so ganz 100% angekommen. Krass fand ich, wie das Cheetah und die Löwen teilweise von allen Seiten von Tour-Fahrzeugen eingekreist wurden. Muss man sich mal vorstellen, man fährt am späten Nachmittag durch den Busch und von einer kreisförmigen Ansammlung von Jeeps aus erhellt ein Blitzlichtgewitter den Horizont. Und dit arme Viech denkt sich wahrscheinlich auch: ey Alta, was haben die denn für Probleme?
Na ja, aber bereut hab' ich den Trip auf jeden Fall nicht. War schon dufte. Die Hinfahrt mit dem Matatu am Montag war zum Teil echt belastend. Musste erstmal in Nairobi das richtige Teil Richtung Narok finden. Und, in Narok angekommen, war ich schon zu spät für mein eigentlich designiertes Anschlussmatatu. Bin dann auf ein (glücklicherweise vorhandenes) anderes Matatu ausgewichen, aber hatte dort den denkbar beschissensten Platz abbekommen. Um genauer zu sein, war's kein Platz, sondern eine Lücke zwischen zwei Plätzen, wo ich mich reingequetscht habe. Dazu knapp 100 Kilometer Rumpelpiste vom Feinsten. Nach zwei Stunden sind Gott sei Dank Leude ausgestiegen und ich konnte mit einem Urschrei den akkumulierten und bis dahin tapfer ertragenden Schmerz in die Wildnis hinaus lassen und den Rest der fast fünfstündigen Fahrt Narok-Talek in deutlich angenehmerer Haltung verbringen.
Huia, heute morgen, auf der Rückfahrt, ging's wie gesacht richtisch zeitig los. Dafür hat aber auch alles bestens gefunzt, und ich war bereits um 11Uhr wieder zurück in Nairobi, in meinem Stammlokal, der Jungle Junction. Diesmal war die Fahrt auch deutlich bequemer und angenehmer. Und für umgerechnet knapp 8 Euronen kann ick mir über die Kosten wahrlich auch nicht beklagen.
Die Enttäuschung heute war allerdings groß, als ich nach meiner Ankunft einen Blick in die Werkstatt geworfen hatte. Noch gar NIX passiert an meinem Bike. Hatte schon so ein komisches Gefühl in den Eingeweiden, weil Dan mir gestern ja auch nicht die erbetene Status-Nachricht per SMS geschickt hatte. Keine Ahnung, vielleicht fühlt sich Chris in seiner Ehre gekränkt, weil ich mich gegen seinen Rat mit der neuen Kupplung entschieden habe, und lässt mich nun ein wenig zappeln. Ich weiß es nicht. Chris ist seit Dienstagabend zurück von seinem Trip, im Prinzip sind so jetzt zwei Tage verstrichen, ohne dass was vorwärts gegangen wäre. Die Aussage heute war, dass sie am Nachmittag mit der Montage beginnen würden. Aber auf meine Fragen, wann ich denn ca. damit rechnen könnte, dass das Bike wieder zusammen montiert ist, gab's ziemlich nebulöse Ausflüchte. Oh Menno. Klar, ich hab's ja jetzt begriffen, ich bin in Afrika und so. Und deshalb ist das mit der Zeit so eine Sache. Aber an der Geschichte soll's doch jetzt nicht scheitern, oder? Schließlich tut jetzt jeder zusätzlich 'verlorene' Tag doppelt weh. Es ist so oder so ziemlich unrealistisch, dass ich in der verbleibenden Zeit noch auf dem Landweg nach Deutschland zurück komme. Die Fähre in Alexandria lässt schon mal grüßen. Mein Albtraumszenario ist aber, dass es beim Zusammenbau des Moppeds zu weiteren Verzögerungen, vielleicht sogar Komplikationen (ist ja schließlich so etwas wie eine OP am offenen Herzen) kommt und ich womöglich bis tief rein in die nächste Woche warten muss, dann mein Äthiopien-Visum ausläuft und ich mich aus lauter Frust im Wassernapf der beiden Schnuffis versuche zu ertränken...
Na ja, bleibt abzuwarten. Jetzt erst mal genug der schwulstigen Labberei, muss mal duschen und dann wieder ab in's Bettchen. Bin ganz schön müüühde und auch immer noch jeschwächt vonna Erkältung, jawoll ja!
Aber ich hatte mich am Tag zuvor ja schon vorbereitet. Ruhetag stand am Mittwoch auffa Tagesordnung. Hab den ganzen Tag diszipliniert auf der Couch des Restaurants im Aruba Mara Camp gechillt. Sehr fein! Hatte mir leider letzten Sonntag ne kleine Erkältung noch in Nairobi eingefangen, die mich die letzten Tage ein bissel behindert hat. Na ja, hoffe mal, das wächst sich nicht zu ner Tuberkulose (scherz!) aus.
Also, erstma ganz kurz: Masai Mara tip top! War nicht ganz billig, die Tour am Dienstag durch den Park (2 x 3h inklusive Parkgebühr machen so knapp 140 US Dollar), aber es hat sich definitiv gelohnt. Ist irgendwie eine ganz spezielle Athmosphäre dort, insbesondere während der großen Migration, die immer noch voll im Gange ist. Wahnsinn, an diesen riesigen Gnu - und Zebraherden vorbei zu fahren. Ich war da schon irgendwie sehr gerührt. Well, und neben den großen Herden gibt's natürlich noch allerhand weiteres Getier, was sich zum Angucken mehr oder weniger bereitwillig präsentiert. Ziemliche ville Löwen sind rum gehopst. Ein Cheetah (Gepard) hat sich blicken lassen, und am Nachmittag auch ein paar Kaffernbüffels. Nilpferde (Hippos) gab's reichlich in den trüben Abschnitten des Talek River. Dazu noch Hyänen, Schakale, Giraffen, Warzenschweine (meine absoluten Lieblinge, die sind sooo süß!), Strauße, Impalas, Topis, Gazellen, Dik-Diks, Paviane, Mongoose, Guinea Fowls...
Also, kurz jesacht: in dem Park, da steppt der Bär bzw. korrekter gesagt da fliegt die Kuh (die Impala-Kuh oder so). Nur meine fortwährende Suche nach dem Leberwurstbaum und dessen köstlichen Früchten bleibt immer noch ergebnislos. Bin wahrscheinlich nur zu blind, die Teile zu erkennen, aber der Baum übt einfach eine unglaubliche Fazsination aus. Das muß man sich mal vorstellen, wahrscheinlich könnten das Hungerproblem weltweit auf einem Schlag gelöst werden mit der ganzen Leberwurst, die man nur noch vom Baum pflücken und in feine Konservendosen verpacken müsste...
Well, die Schattenseite der Masai Mara: echt viele Touris unterwegs, und das Thema nachhaltiger Tourismus ist wohl noch nicht so ganz 100% angekommen. Krass fand ich, wie das Cheetah und die Löwen teilweise von allen Seiten von Tour-Fahrzeugen eingekreist wurden. Muss man sich mal vorstellen, man fährt am späten Nachmittag durch den Busch und von einer kreisförmigen Ansammlung von Jeeps aus erhellt ein Blitzlichtgewitter den Horizont. Und dit arme Viech denkt sich wahrscheinlich auch: ey Alta, was haben die denn für Probleme?
Na ja, aber bereut hab' ich den Trip auf jeden Fall nicht. War schon dufte. Die Hinfahrt mit dem Matatu am Montag war zum Teil echt belastend. Musste erstmal in Nairobi das richtige Teil Richtung Narok finden. Und, in Narok angekommen, war ich schon zu spät für mein eigentlich designiertes Anschlussmatatu. Bin dann auf ein (glücklicherweise vorhandenes) anderes Matatu ausgewichen, aber hatte dort den denkbar beschissensten Platz abbekommen. Um genauer zu sein, war's kein Platz, sondern eine Lücke zwischen zwei Plätzen, wo ich mich reingequetscht habe. Dazu knapp 100 Kilometer Rumpelpiste vom Feinsten. Nach zwei Stunden sind Gott sei Dank Leude ausgestiegen und ich konnte mit einem Urschrei den akkumulierten und bis dahin tapfer ertragenden Schmerz in die Wildnis hinaus lassen und den Rest der fast fünfstündigen Fahrt Narok-Talek in deutlich angenehmerer Haltung verbringen.
Huia, heute morgen, auf der Rückfahrt, ging's wie gesacht richtisch zeitig los. Dafür hat aber auch alles bestens gefunzt, und ich war bereits um 11Uhr wieder zurück in Nairobi, in meinem Stammlokal, der Jungle Junction. Diesmal war die Fahrt auch deutlich bequemer und angenehmer. Und für umgerechnet knapp 8 Euronen kann ick mir über die Kosten wahrlich auch nicht beklagen.
Die Enttäuschung heute war allerdings groß, als ich nach meiner Ankunft einen Blick in die Werkstatt geworfen hatte. Noch gar NIX passiert an meinem Bike. Hatte schon so ein komisches Gefühl in den Eingeweiden, weil Dan mir gestern ja auch nicht die erbetene Status-Nachricht per SMS geschickt hatte. Keine Ahnung, vielleicht fühlt sich Chris in seiner Ehre gekränkt, weil ich mich gegen seinen Rat mit der neuen Kupplung entschieden habe, und lässt mich nun ein wenig zappeln. Ich weiß es nicht. Chris ist seit Dienstagabend zurück von seinem Trip, im Prinzip sind so jetzt zwei Tage verstrichen, ohne dass was vorwärts gegangen wäre. Die Aussage heute war, dass sie am Nachmittag mit der Montage beginnen würden. Aber auf meine Fragen, wann ich denn ca. damit rechnen könnte, dass das Bike wieder zusammen montiert ist, gab's ziemlich nebulöse Ausflüchte. Oh Menno. Klar, ich hab's ja jetzt begriffen, ich bin in Afrika und so. Und deshalb ist das mit der Zeit so eine Sache. Aber an der Geschichte soll's doch jetzt nicht scheitern, oder? Schließlich tut jetzt jeder zusätzlich 'verlorene' Tag doppelt weh. Es ist so oder so ziemlich unrealistisch, dass ich in der verbleibenden Zeit noch auf dem Landweg nach Deutschland zurück komme. Die Fähre in Alexandria lässt schon mal grüßen. Mein Albtraumszenario ist aber, dass es beim Zusammenbau des Moppeds zu weiteren Verzögerungen, vielleicht sogar Komplikationen (ist ja schließlich so etwas wie eine OP am offenen Herzen) kommt und ich womöglich bis tief rein in die nächste Woche warten muss, dann mein Äthiopien-Visum ausläuft und ich mich aus lauter Frust im Wassernapf der beiden Schnuffis versuche zu ertränken...
Na ja, bleibt abzuwarten. Jetzt erst mal genug der schwulstigen Labberei, muss mal duschen und dann wieder ab in's Bettchen. Bin ganz schön müüühde und auch immer noch jeschwächt vonna Erkältung, jawoll ja!
Montag, 6. September 2010
Intermezzo - Tag 162 - Nix Syrien, nix Fotos, dafür ab in die Masai Mara
So, halb Elf Nairobi-Zeit. Muss mich ein bissel sputen. Da es in Nairobi überhaupt keine Syrische Botschaft gibt, hat sich diese Sache mit dem Visum hier schon einmal erledigt. Kann frühestens in Khartoum (Sudan) oder Cairo (Ägypten) das Syrische Visum bekommen.
Ich hab mich jetzt entschlossen, die Sachen zu packen, aus der JJ auszuchecken und für zwei, drei Tage in Richtung Masai Mara abzudampfen. Bis Mittwoch passiert mit meinem Mopped ohnehin nix, und länger halte ich es in den Mauern der Jungle Junction ehrlich gesagt auch nicht aus. Brauche mal wieder etwas Futter für's Gehirn, ein bissel Abwechslung.
Hab ein recht günstiges Camp Site am östlichen Parkrand recherchiert, Aruba Mara Camp. Wird von einer Deutschen betrieben und liegt im Ort Talek. Da ich ja nicht mehr so recht mobil bin, muss ich auf die örtlichen Verkehrsmittel umsteigen. Das sind hier die Matatus, und sie entsprechen den Ghanaischen Trotros. Also kleine hoffnungslos überfüllte Minibusse, die über die Pisten dackeln.
Drei Etappen sollten's bis Talek werden. Erst von der Jungle Junction zum Sisi Center, dann nach Narok. Und von Narok fährt wohl um 1400/1430Uhr ein Matatu nach Talek. Das müsste ich bekommen, ansonsten kann ich wahrscheinlich eine Nacht in Narok verbringen... Aber immer noch besser als hier in der Jungle Junction rumzuhängen, finde ich.
Alridy, ich mach los und meld mich später.
Ich hab mich jetzt entschlossen, die Sachen zu packen, aus der JJ auszuchecken und für zwei, drei Tage in Richtung Masai Mara abzudampfen. Bis Mittwoch passiert mit meinem Mopped ohnehin nix, und länger halte ich es in den Mauern der Jungle Junction ehrlich gesagt auch nicht aus. Brauche mal wieder etwas Futter für's Gehirn, ein bissel Abwechslung.
Hab ein recht günstiges Camp Site am östlichen Parkrand recherchiert, Aruba Mara Camp. Wird von einer Deutschen betrieben und liegt im Ort Talek. Da ich ja nicht mehr so recht mobil bin, muss ich auf die örtlichen Verkehrsmittel umsteigen. Das sind hier die Matatus, und sie entsprechen den Ghanaischen Trotros. Also kleine hoffnungslos überfüllte Minibusse, die über die Pisten dackeln.
Drei Etappen sollten's bis Talek werden. Erst von der Jungle Junction zum Sisi Center, dann nach Narok. Und von Narok fährt wohl um 1400/1430Uhr ein Matatu nach Talek. Das müsste ich bekommen, ansonsten kann ich wahrscheinlich eine Nacht in Narok verbringen... Aber immer noch besser als hier in der Jungle Junction rumzuhängen, finde ich.
Alridy, ich mach los und meld mich später.
Sonntag, 5. September 2010
Intermezzo - Tag 162 - An einem Sonntag in Nairobi
Yupp, Montag, 0030Uhr, Nairobi. Ich bin gerade aus meinem "Mittagsschlaf" erwacht und fühle mich, als wäre ich vom D-Zug überrollt worden. Boah. Die mit 95 Kenya Shilling (etwas weniger als ein Euro) zwar ausgesprochen günstigen "Sportsman"-Kippen, die ich hier gelegentlich rauche, bescheren mir einen regelmässigen Brummschädel und ich werde die Teile wohl liegen lassen und nur noch zu den luxuriösen Embassy-Zigaretten greifen (Packungspreis fast 2€).
Ich war gestern Mittag mit Dan wie geplant in die Havana Bar gefahren zum MotoGP Gucken. In der Kneipe gab's WiFi, und ich war gerade dabei, Fotos zu sortieren und meine Route der letzten Wochen "reverse zu engineeren", als es in der Moto2 zu einem extrem üblen Crash kam. Fuck it! Das sah einfach mal richtig Scheiße aus. Ich hatte gelaubt, später vom Kommentator verstanden zu haben, dass die verwickelten Fahrer mehr oder weniger "okay" seien und war ziemlich geschockt, als ich dann im Internet las, dass der Japaner Shoya Tomizawa, Sieger des diesjährigen Auftaktrennens in Katar, den Crash nicht überlebt hatte. Verdammt, das ist echt zum Kotzen und absolut nicht cool. Mir wird irgendwie schlecht, wenn ich daran denke. Eine ziemlich unheilvolle Kombination. Es gibt wohl kaum etwas, was auf der einen Seite mehr Spaß macht als Motorrad zu fahren, auf der anderen Seite aber auch so gefährlich ist. Scheiße. Und dann noch dieser leicht perverse Umstand, dass ausgerechnet solche "Un-Momente" des Motorsports die größten Schlagzeilen produzieren. Kein noch so spannendes Rennen hätte soviele Schlagzeilen produziert wie der tödliche Unfall heute Nachmittag. Scheiß Sensationslust, aber so war's schon immer in diesem Sport. Mir vergeht - aber wahrscheinlich wieder einmal nur für ein paar Tage/Wochen - gründlich die Lust.
In der Jungle Junction läuft das Übliche. Traveler kommen und gehen. Im Moment ist eher wenig los. Am Samstagabend sind zwei sehr sympathische Südafrikaner auf ihren GSsen angekommen, und ich habe mich ganz ordentlich mit ihnen unterhalten. Sind heute wieder weiter Richtung Lake Victoria, und ich musste mir schon einen Anflug von Neid verkneifen, sie auf ihren rund laufenden Moppeds davon knattern zu sehen. Andere Leute finde ich weniger sympathisch, aber well, so isses halt. Manche nerven einfach nur. Aber es ist halt so an solchen Orten wie der Jungle Junction. Die immer gleichen Geschichten, wieder und wieder aufgewärmt, und mit einer erheblichen Portion Subjektivität "verunreinigt". Es sind allenfalls "second hand" oder öfters noch "third hand" Stories, die man hier erleben kann. Und mich zieht's wieder raus in das "echte" Afrika, wo ich einfach "erleben" kann und mir nicht anhören muss, wie jemand gehört hat, dass es dort und dort so und so sein soll...
Na ja, Wurscht. Ich hab' mich heute mit einem holländischen Fotografen beim Frühstück unterhalten und bin zur Meinung gelangt, dass viele Traveler (einschließlich mir selbst) im Laufe einer Reise nicht notwendigerweise ihren Horizont erweitern und ultra-tolerant werden. Oft ist auch das Gegenteil der Fall, man wird engstirnig, intolerant gegenüber anderen Meinungen und ziemlich egozentrisch. Hmm, aber vielleicht bin ich einfach nur genervt von dem Rumhängen und Warten. Seitdem ich vor knapp vier Wochen in Nairobi angekommen bin, warte ich auf etwas. Erst auf die Visa für Äthiopien und Sudan, und nun auf die Reparatur des Moppeds. Herjemine. Aber das Warten ist sicher auch ein wesentlicher Bestandteil des Reisens in Afrika, und ich muss das so akzeptieren. Auch wenn es mir als ausgesprochenen Ungelduldsfreak echt schwer fällt.
Die Kupplung wird frühestens nach Chris' Rückkehr ab Mittwoch repariert. Am Montag werd ich noch eine Runde "organisieren" und dann vielleicht/hoffentlich gegen Nachmittag runter in die Masai Mara fahren. Noch habe ich nix recherchiert, und vielleicht wird's auch erst Dienstagmorgen oder es wird gar nix. Ma gucken. Am Vormittag will ich mal die Syrische Botschaft auschecken und meinen Visumsantrag abgeben. Die Fotos will ich auch noch auf den Blog stellen, hab' ich faule Socke natürlich noch nicht gemacht. Ui, ui, ui. Ich glaub, ich dreh' mich erstmal um und penn weiter.
Ich war gestern Mittag mit Dan wie geplant in die Havana Bar gefahren zum MotoGP Gucken. In der Kneipe gab's WiFi, und ich war gerade dabei, Fotos zu sortieren und meine Route der letzten Wochen "reverse zu engineeren", als es in der Moto2 zu einem extrem üblen Crash kam. Fuck it! Das sah einfach mal richtig Scheiße aus. Ich hatte gelaubt, später vom Kommentator verstanden zu haben, dass die verwickelten Fahrer mehr oder weniger "okay" seien und war ziemlich geschockt, als ich dann im Internet las, dass der Japaner Shoya Tomizawa, Sieger des diesjährigen Auftaktrennens in Katar, den Crash nicht überlebt hatte. Verdammt, das ist echt zum Kotzen und absolut nicht cool. Mir wird irgendwie schlecht, wenn ich daran denke. Eine ziemlich unheilvolle Kombination. Es gibt wohl kaum etwas, was auf der einen Seite mehr Spaß macht als Motorrad zu fahren, auf der anderen Seite aber auch so gefährlich ist. Scheiße. Und dann noch dieser leicht perverse Umstand, dass ausgerechnet solche "Un-Momente" des Motorsports die größten Schlagzeilen produzieren. Kein noch so spannendes Rennen hätte soviele Schlagzeilen produziert wie der tödliche Unfall heute Nachmittag. Scheiß Sensationslust, aber so war's schon immer in diesem Sport. Mir vergeht - aber wahrscheinlich wieder einmal nur für ein paar Tage/Wochen - gründlich die Lust.
In der Jungle Junction läuft das Übliche. Traveler kommen und gehen. Im Moment ist eher wenig los. Am Samstagabend sind zwei sehr sympathische Südafrikaner auf ihren GSsen angekommen, und ich habe mich ganz ordentlich mit ihnen unterhalten. Sind heute wieder weiter Richtung Lake Victoria, und ich musste mir schon einen Anflug von Neid verkneifen, sie auf ihren rund laufenden Moppeds davon knattern zu sehen. Andere Leute finde ich weniger sympathisch, aber well, so isses halt. Manche nerven einfach nur. Aber es ist halt so an solchen Orten wie der Jungle Junction. Die immer gleichen Geschichten, wieder und wieder aufgewärmt, und mit einer erheblichen Portion Subjektivität "verunreinigt". Es sind allenfalls "second hand" oder öfters noch "third hand" Stories, die man hier erleben kann. Und mich zieht's wieder raus in das "echte" Afrika, wo ich einfach "erleben" kann und mir nicht anhören muss, wie jemand gehört hat, dass es dort und dort so und so sein soll...
Na ja, Wurscht. Ich hab' mich heute mit einem holländischen Fotografen beim Frühstück unterhalten und bin zur Meinung gelangt, dass viele Traveler (einschließlich mir selbst) im Laufe einer Reise nicht notwendigerweise ihren Horizont erweitern und ultra-tolerant werden. Oft ist auch das Gegenteil der Fall, man wird engstirnig, intolerant gegenüber anderen Meinungen und ziemlich egozentrisch. Hmm, aber vielleicht bin ich einfach nur genervt von dem Rumhängen und Warten. Seitdem ich vor knapp vier Wochen in Nairobi angekommen bin, warte ich auf etwas. Erst auf die Visa für Äthiopien und Sudan, und nun auf die Reparatur des Moppeds. Herjemine. Aber das Warten ist sicher auch ein wesentlicher Bestandteil des Reisens in Afrika, und ich muss das so akzeptieren. Auch wenn es mir als ausgesprochenen Ungelduldsfreak echt schwer fällt.
Die Kupplung wird frühestens nach Chris' Rückkehr ab Mittwoch repariert. Am Montag werd ich noch eine Runde "organisieren" und dann vielleicht/hoffentlich gegen Nachmittag runter in die Masai Mara fahren. Noch habe ich nix recherchiert, und vielleicht wird's auch erst Dienstagmorgen oder es wird gar nix. Ma gucken. Am Vormittag will ich mal die Syrische Botschaft auschecken und meinen Visumsantrag abgeben. Die Fotos will ich auch noch auf den Blog stellen, hab' ich faule Socke natürlich noch nicht gemacht. Ui, ui, ui. Ich glaub, ich dreh' mich erstmal um und penn weiter.
Intermezzo - Tag 161 - Der Kupplungsblues
Well, ein härrlicher Sonntag in Nairobi. Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern. Aber für mich spielt der Blues. Nina ist wieder in Wien, ich sitze alleine in der Jungle Junction in Nairobi. Ein Haufen Traveller um mich rum, einige davon mit fahrbereiten (sic!) Gelände/Straße - BMWs. Und mein Bike steht immer noch in zwei Hälften in der Garage. Es ist zum Heulen. Und die Entzugserscheinungen werden nicht besser. Ich will wieder zurück auf die Straße und auch mal endlich weiter Richtung Norden. Immerhin bin ich schon knapp vier Wochen in Kenia, geplant waren usprünglich mal 3-4 Tage.
Na ja, dit is ja nun mal kein Kindergeburtstag, sondern Afrika. Und solche ungeplanten Aufenthalte gehören nun mal dazu. Ich hatte vor ca. zwei Wochen vonna Arbeit grünes Licht erhalten für eine Verlängerung meines Urlaubs. Bis Ende September reichen nu wohl noch die Überstunden, die ich in den letzten sechs Jahren angehäuft hatte. Aber auch dieser Termin wird nun wohl ziemlich eng. Na ja, mal schauen.
Ich habe mich inzwischen (schweren Herzens) entschlossen, dass ich mit der alten Kupplung weiterfahren will. Gestern habe ich Chris und meine Pappa zusammen an's Telefon gekriegt, und sie haben sich über 6500 Kilometer Luftlinie über die Befindlichkeiten meiner Kupplung ausgetauscht. Es bleibt dabei, Chris ist skeptisch und rät zu einer neuen Kupplung. Aber Blut ist bekanntlich dicker als Wasser, und ich vertraue meinem Vater. Ich versuche, mich auch zu beruhigen und die teilweise irrationale (weil nicht "quantifizierbare") Angst vor einem erneuten Kupplungsschaden zu unterdrücken.
Okay, aber auch wenn die Kupplung noch mal hopps gehen sollte, ist das sicherlich auch nicht das Ende der Welt. Auch in Äthiopien/Sudan gibt's den ein oder anderen Truck, der sich mit einem GS-Transport ein lecker Zubrötchen verdienen will. Ich glaube aber inzwischen auch, dass die Kupplung halten wird. Zurück in Deutschland werden wir das Teil dann mal im Winter wieder aufschrauben und gucken, wie es ausschaut. Da freue ich mich schon drauf. Ist bestimmt eine sehr lehrreiche Geschichte.
Der Scheiß ist, dass ich immer noch auf dem Trockendock sitze. Chris macht ein verlängertes Wochenende und kommt erst am Mittwoch zurück nach Nairobi. D.h. ich werde das Bike wohl frühestens am Donnerstag wieder startklar haben. Ausserdem muss ich noch organisieren, dass wir die Kupplungsbestellung stornieren. Wollte eigentlich von Chris heute Morgen die Telefonnummer von seinem deutschen Kontakt bekommen, aber irgendwie war Chris schon weg auf dem Weg innen Busch zum Ausflug.
Ejal, werd ihn nochmal versuchen, telefonisch zu erreichen. Jetzt geht's erstmal ab inne Dusche und dann zusammen mit Dan in die Havanna Bar zum MotoGP gucken. Heute steigt das Rennen in Misano, Pedrosa ist auf Pole. Die Big Four wie immer vorne, hinter Pedrosa stehen Lorenzo, Stoner und Rossini. Hoffentlich wird's diesmal spannender als das letzte Rennen in Brno. Das war ja wirklich Schlaftablette pur.
Gestern habe ich nochmal einen Schwung Aktien verkauft, ich alter Verschwender. Mal sehen, was die Reparatur bei Chris kostet, aber insgesamt habe ich während der letzten sechs Monate schon eine ganze Menge Kohle rausgeballert. Liegt aber in erster Linie an meiner großen Verschwendungssucht. Immer nur in den Präsdientensuites absteigen, Kaviar und Champagner im Whirlpool den ganzen Tag, geschätzte 400 Zigaretten am Tag. Dit schlägt janz schön rein...
Aber gut, Chris ist gerade aufgetaucht, hab jetzt den Kontakt von Frank Stober und werd ihn gleich mal anmailen. Könnte sein, dass ich morgen für zwei Tage aus der Jungle Junction verschwinde und in die Masai Mara fahre. Hier rumzusitzen, halte ich wahrscheinlich nicht mehr länger aus. Werd vielleicht auch morgen früh in die Syrische Botschaft gehen, um das Visum dort zu beantragen, auch wenn ich es höchstwahrscheinlich gar nicht mehr benötigen werde.
So, nu geht's aber los. Für heute Nachmittag habe ich mir fest vorgenommen, die WiFi Connection in der JJ ordentlich zu "stretchen" und meinen Blog mit Bildern der letzten Wochen vollzuballern. Da bin ich ja einiges schuldig geblieben, also schnallt euch an, das wird ein Belastungstest für's Auge!
Na ja, dit is ja nun mal kein Kindergeburtstag, sondern Afrika. Und solche ungeplanten Aufenthalte gehören nun mal dazu. Ich hatte vor ca. zwei Wochen vonna Arbeit grünes Licht erhalten für eine Verlängerung meines Urlaubs. Bis Ende September reichen nu wohl noch die Überstunden, die ich in den letzten sechs Jahren angehäuft hatte. Aber auch dieser Termin wird nun wohl ziemlich eng. Na ja, mal schauen.
Ich habe mich inzwischen (schweren Herzens) entschlossen, dass ich mit der alten Kupplung weiterfahren will. Gestern habe ich Chris und meine Pappa zusammen an's Telefon gekriegt, und sie haben sich über 6500 Kilometer Luftlinie über die Befindlichkeiten meiner Kupplung ausgetauscht. Es bleibt dabei, Chris ist skeptisch und rät zu einer neuen Kupplung. Aber Blut ist bekanntlich dicker als Wasser, und ich vertraue meinem Vater. Ich versuche, mich auch zu beruhigen und die teilweise irrationale (weil nicht "quantifizierbare") Angst vor einem erneuten Kupplungsschaden zu unterdrücken.
Okay, aber auch wenn die Kupplung noch mal hopps gehen sollte, ist das sicherlich auch nicht das Ende der Welt. Auch in Äthiopien/Sudan gibt's den ein oder anderen Truck, der sich mit einem GS-Transport ein lecker Zubrötchen verdienen will. Ich glaube aber inzwischen auch, dass die Kupplung halten wird. Zurück in Deutschland werden wir das Teil dann mal im Winter wieder aufschrauben und gucken, wie es ausschaut. Da freue ich mich schon drauf. Ist bestimmt eine sehr lehrreiche Geschichte.
Der Scheiß ist, dass ich immer noch auf dem Trockendock sitze. Chris macht ein verlängertes Wochenende und kommt erst am Mittwoch zurück nach Nairobi. D.h. ich werde das Bike wohl frühestens am Donnerstag wieder startklar haben. Ausserdem muss ich noch organisieren, dass wir die Kupplungsbestellung stornieren. Wollte eigentlich von Chris heute Morgen die Telefonnummer von seinem deutschen Kontakt bekommen, aber irgendwie war Chris schon weg auf dem Weg innen Busch zum Ausflug.
Ejal, werd ihn nochmal versuchen, telefonisch zu erreichen. Jetzt geht's erstmal ab inne Dusche und dann zusammen mit Dan in die Havanna Bar zum MotoGP gucken. Heute steigt das Rennen in Misano, Pedrosa ist auf Pole. Die Big Four wie immer vorne, hinter Pedrosa stehen Lorenzo, Stoner und Rossini. Hoffentlich wird's diesmal spannender als das letzte Rennen in Brno. Das war ja wirklich Schlaftablette pur.
Gestern habe ich nochmal einen Schwung Aktien verkauft, ich alter Verschwender. Mal sehen, was die Reparatur bei Chris kostet, aber insgesamt habe ich während der letzten sechs Monate schon eine ganze Menge Kohle rausgeballert. Liegt aber in erster Linie an meiner großen Verschwendungssucht. Immer nur in den Präsdientensuites absteigen, Kaviar und Champagner im Whirlpool den ganzen Tag, geschätzte 400 Zigaretten am Tag. Dit schlägt janz schön rein...
Aber gut, Chris ist gerade aufgetaucht, hab jetzt den Kontakt von Frank Stober und werd ihn gleich mal anmailen. Könnte sein, dass ich morgen für zwei Tage aus der Jungle Junction verschwinde und in die Masai Mara fahre. Hier rumzusitzen, halte ich wahrscheinlich nicht mehr länger aus. Werd vielleicht auch morgen früh in die Syrische Botschaft gehen, um das Visum dort zu beantragen, auch wenn ich es höchstwahrscheinlich gar nicht mehr benötigen werde.
So, nu geht's aber los. Für heute Nachmittag habe ich mir fest vorgenommen, die WiFi Connection in der JJ ordentlich zu "stretchen" und meinen Blog mit Bildern der letzten Wochen vollzuballern. Da bin ich ja einiges schuldig geblieben, also schnallt euch an, das wird ein Belastungstest für's Auge!
Samstag, 4. September 2010
Intermezzo - Tag 160 - Mal wieder inna Jungle Junction
So, da bin ich wieder. Vor genau zwei Wochen habe ich Nina vom Jomo Kenyatta International Airport in Nairobi abgeholt. Nu is mein süßer Schatz schon wieder daheim in Wien, und ich bin wieder allein. Schluchz. Ist echt blöd, dieses ständige Abschiednehmen. Ich sehne mich schon danach, dass wir endlich zusammen sind ohne einen bevorstehenden Abschiedstermin. Das nervt ja echt, und ich vermisse Nina schon wieder sehr. Hoffentlich ist sie gut gelandet in Vienna, noch hab ich nix gehört von ihr...
Well, was gibt's zu berichten aus Afrika? Einiges natürlich. Das wichtigste mal zusammen gefasst:
Na ja, sei's wie es ist. Die Kupplung ist de facto IM ARSCH. Am Dienstagabend mussten wir knapp 80 Kilometer nach Mombasa das Mopped abstellen und auf einen LKW verladen. Die restlichen 400 Kilometer bis Nairobi haben dann knapp 10 Stunden gedauert. Ei ei ei, war ganz schön anstrengend. Die Kollegen, die mich, Nina und das Mopped mitnahmen, waren Moslems aus Mombasa. Recht schweigsam, aber doch auch ganz nett. Wir haben uns nur nicht getraut, was zu futtern, weil sie ja im Ramadan sind und vielleicht sauer auf uns gewesen wären, wenn wir sie in Versuchung geführt hätten ;-)
Jut, um halb eins nachts waren wir dann endlich vor Nairobi, wo die Kollegen nicht mehr weiterfahren wollten. Wir stoppten vor einer Weighbridge, wo wir das Mopped wieder abluden. Wie durch ein Wunder ist die schwarze Prinzessin trotz sehr rudimentärer Verzurrung im Laderaum des LKWs während der gesamten 10-stündigen Fahrt nicht umgefallen. Das nenne ich doch Standfestigkeit! Die Entladung war - wie auch schon die Beladung - reichlich abenteuerlich, aber mit 6-8 Leuten ging's dann doch irgendwie und wir haben die Maschine wieder heil auf den Boden (der Tatsachen) zurück gebracht. 80 Ois hatte der Transport mit dem LKW gekostet, der Be- und Entladetruppe hatte ich auch noch jeweils 5 Ois gegeben. Der Plan war nun, das Bike auf einen Pick Up umzuladen, und damit bis zur Jungle Junction weiter zu fahren. Wir fanden auch einen Pick Up Fahrer, der bereit war, uns mitzunehmen. Allerdings stellten wir, als ich gerade auf der Ladefläche des Pick Ups das Bike verzurren wollte, fest, dass der Fahrer total besoffen war. Während ich mit dem noch unverzurrten Bike auf der Ladefläche stand, fuhr er plötzlich los von seinem Parkplatz, rammte dabei zwei Autos und blieb dann Gott sei Dank stehen. Nix wie runter mit dem Bike! Dieser Wahnsinnige hatte mir echt einen ganz schönen Schrecken eingejagt! Der Besitzer eines der gerammten Autos tauchte auf (Morris) und schien ganz vernünftig zu sein. Ihm gehört auch ein Restaurant in der Nähe der Tanke, wo wir standen und er bot uns an, dass Mopped dort bewacht stehen zu lassen. Das machten wir dann auch und fuhren mit dem Taxi zur Jungle Junction.
Puh, am Mittwochmorgen holten wir das Bike dann wieder ab. Aber auch diesmal hatten wir kein großes Glück mit unserem Transporter. Der Pick Up, mit dem wir fuhren, war selbst bereits deutlich über den Zenit seiner Leistungskraft hinaus und hatte ironischerweise genau das gleiche Problem wie mein geliebtes Bike: Kupplungsschaden. Tolle Sache. Immerhin latzten wir 45 Euros für den Transport. Der Hinweg ging ja noch einigermaßen, aber auf dem Rückweg blieben wir ständig stehen. Jede kleine Steigung war schon zuviel für die alte Karre und Ben, der zweite Mann des Teams, musste ständig von der Ladefläche runter und anschieben... Verrrückte Sache, aber nach einer endlosen Tour durch Nairobi waren wir dann endlich in der Jungle Junction und konnten das Bike bei Chris in kompetente Hände geben.
Also, die Kupplungsscheibe ist inzwischen bereits neu belegt. Das Problem ist aber, dass sowohl die Druckplatte am Kupplungsautomaten, als auch die Schwungscheibe Schäden davon getragen haben. Und nun gehen die Meinungen auseinander, ob man damit noch weiterfahren kann oder ob auf jeden Fall eine komplett neue Kupplung eingebaut werden muss. Chris meinte, dass sich die Metallscheiben, die beiderseitig der Kupplungsscheibe sitzen, verzogen haben. Es sieht also nicht gut aus. In Nairobi sind diese Ersatzteile nicht zu bekommen, müssten also aus Deutschland herbei geschafft werden. Chris bekommt am nächsten Donnerstag Besuch aus Deutschland, und der könnte die Kupplung mitbringen. Die Kosten sind leider astronomisch, so ca. 800-1000 Ois muss ich wohl allein für das Ersatzteil latzen, au weia! Die "Alternative" wäre, mit den "angekratzten" Scheiben weiter zu fahren oder vielleicht noch eine Möglichkeit zu finden, die Scheiben hier in Nairobi zu schleifen. Eine Butze, die das hier normalerweise macht, hat das erstmal abgelehnt, aber vielleicht kann man da trotzdem noch was machen.
Ehrlich gesagt bin ich ziemlich unbedarft und habe im Prinzip keine Ahnung, wie hoch das Risiko ist, mit der bestehenden Kupplung weiter zu fahren. Ich habe da im Moment zwei unterschiedliche Experten-Meinungen. Auf der einen Seite Chris' und auch der anderen Leute aus der Jungle Junction, die meinen, dass sie das Risiko nicht eingehen würden. Immerhin gibt's die nächsten 5000-6000 Kilometer keine vernünftige Werkstatt. Mein Papa meint, dass man mit der Kupplung wohl schon noch weiterfahren könnte, vorausgesetzt die Einstellungen sind okay, und ich quäle die Kupplung auf der restlichen Strecke nicht allzu sehr.
Na ja, für heute Abend habe ich mal eine kleine Expertenkonferenz geplant, per Telefon. Mit Chris und meinem Vater. Ich tendiere im Moment eher dazu, auf die neue Kupplung zu warten und dann Ende nächster Woche weiter zu fahren. Damit gerät der Zeitplan ganz schön durcheinander und ich werd mir wohl den Schlenker durch den Nahen Osten abschminken müssen, aber well, that's life. Es gibt eine Fähre, die von Alexandria nach Venedig fährt. Da werd' ich mich wohl mal informieren...
Und ich muss auch mal aufpassen, dass ich nicht wieder in Schwulitäten gerade mit meinem Äthiopien-Visum. Das Teil läuft am 17.9. aus, bis dahin muss ich durch sein mit Äthiopien, ansonsten kann ich mir gleich wieder ein neues Visum besorgen, krächsz!
Na ja, wie ihr seht, bleibt alles beim Alten: spannend bis zum Ende.
Ich werde das Wochenende wohl so oder so in der Jungle Junction bleiben, mit alter oder neuer oder was auch immer für einer Kupplung. Da es ja schon seit Ewigkeiten keine Fotos mehr gab auf'm Blog, habe ich da auch einiges nachzuholen. Am Wochenende werde ich einen Schwung uploaden, versprochen!
Bis denne & immer schön sauber kuppeln, Comrades!
René.
Well, was gibt's zu berichten aus Afrika? Einiges natürlich. Das wichtigste mal zusammen gefasst:
- Der Urlaub mit meinem Bebi war toll, aber natürlich viel zu kurz.
- Die Visa von Äthiopien und Sudan habe ich problemlos bekommen. Der ganze Prozess hat inklusive DHL-Versand von und nach Nairobi knapp zwei Wochen gedauert, ganz ordentlich würde ich sagen. Der Pass mit den Visa ist diesen Montag in der Jungle Junction angekommen. Alles super, v.a. dank Martins Hilfe, der die Kohle bei VisaExpress unbürokratisch bar vorgestreckt hat. Nochmal vielen Dank, Maddin! Dit war echt dufte!
- Trotz der Visa kann ich immer noch nicht weiterfahren Richtung Norden. Grund dafür ist ein ziemlich fieser technischer Defekt. Auf der Fahrt von Mombasa zurück nach Nairobi hat's am Dienstag die Kupplung meiner geliebten GS erledigt. Und zwar so RICHTIG!
Na ja, sei's wie es ist. Die Kupplung ist de facto IM ARSCH. Am Dienstagabend mussten wir knapp 80 Kilometer nach Mombasa das Mopped abstellen und auf einen LKW verladen. Die restlichen 400 Kilometer bis Nairobi haben dann knapp 10 Stunden gedauert. Ei ei ei, war ganz schön anstrengend. Die Kollegen, die mich, Nina und das Mopped mitnahmen, waren Moslems aus Mombasa. Recht schweigsam, aber doch auch ganz nett. Wir haben uns nur nicht getraut, was zu futtern, weil sie ja im Ramadan sind und vielleicht sauer auf uns gewesen wären, wenn wir sie in Versuchung geführt hätten ;-)
Jut, um halb eins nachts waren wir dann endlich vor Nairobi, wo die Kollegen nicht mehr weiterfahren wollten. Wir stoppten vor einer Weighbridge, wo wir das Mopped wieder abluden. Wie durch ein Wunder ist die schwarze Prinzessin trotz sehr rudimentärer Verzurrung im Laderaum des LKWs während der gesamten 10-stündigen Fahrt nicht umgefallen. Das nenne ich doch Standfestigkeit! Die Entladung war - wie auch schon die Beladung - reichlich abenteuerlich, aber mit 6-8 Leuten ging's dann doch irgendwie und wir haben die Maschine wieder heil auf den Boden (der Tatsachen) zurück gebracht. 80 Ois hatte der Transport mit dem LKW gekostet, der Be- und Entladetruppe hatte ich auch noch jeweils 5 Ois gegeben. Der Plan war nun, das Bike auf einen Pick Up umzuladen, und damit bis zur Jungle Junction weiter zu fahren. Wir fanden auch einen Pick Up Fahrer, der bereit war, uns mitzunehmen. Allerdings stellten wir, als ich gerade auf der Ladefläche des Pick Ups das Bike verzurren wollte, fest, dass der Fahrer total besoffen war. Während ich mit dem noch unverzurrten Bike auf der Ladefläche stand, fuhr er plötzlich los von seinem Parkplatz, rammte dabei zwei Autos und blieb dann Gott sei Dank stehen. Nix wie runter mit dem Bike! Dieser Wahnsinnige hatte mir echt einen ganz schönen Schrecken eingejagt! Der Besitzer eines der gerammten Autos tauchte auf (Morris) und schien ganz vernünftig zu sein. Ihm gehört auch ein Restaurant in der Nähe der Tanke, wo wir standen und er bot uns an, dass Mopped dort bewacht stehen zu lassen. Das machten wir dann auch und fuhren mit dem Taxi zur Jungle Junction.
Puh, am Mittwochmorgen holten wir das Bike dann wieder ab. Aber auch diesmal hatten wir kein großes Glück mit unserem Transporter. Der Pick Up, mit dem wir fuhren, war selbst bereits deutlich über den Zenit seiner Leistungskraft hinaus und hatte ironischerweise genau das gleiche Problem wie mein geliebtes Bike: Kupplungsschaden. Tolle Sache. Immerhin latzten wir 45 Euros für den Transport. Der Hinweg ging ja noch einigermaßen, aber auf dem Rückweg blieben wir ständig stehen. Jede kleine Steigung war schon zuviel für die alte Karre und Ben, der zweite Mann des Teams, musste ständig von der Ladefläche runter und anschieben... Verrrückte Sache, aber nach einer endlosen Tour durch Nairobi waren wir dann endlich in der Jungle Junction und konnten das Bike bei Chris in kompetente Hände geben.
Also, die Kupplungsscheibe ist inzwischen bereits neu belegt. Das Problem ist aber, dass sowohl die Druckplatte am Kupplungsautomaten, als auch die Schwungscheibe Schäden davon getragen haben. Und nun gehen die Meinungen auseinander, ob man damit noch weiterfahren kann oder ob auf jeden Fall eine komplett neue Kupplung eingebaut werden muss. Chris meinte, dass sich die Metallscheiben, die beiderseitig der Kupplungsscheibe sitzen, verzogen haben. Es sieht also nicht gut aus. In Nairobi sind diese Ersatzteile nicht zu bekommen, müssten also aus Deutschland herbei geschafft werden. Chris bekommt am nächsten Donnerstag Besuch aus Deutschland, und der könnte die Kupplung mitbringen. Die Kosten sind leider astronomisch, so ca. 800-1000 Ois muss ich wohl allein für das Ersatzteil latzen, au weia! Die "Alternative" wäre, mit den "angekratzten" Scheiben weiter zu fahren oder vielleicht noch eine Möglichkeit zu finden, die Scheiben hier in Nairobi zu schleifen. Eine Butze, die das hier normalerweise macht, hat das erstmal abgelehnt, aber vielleicht kann man da trotzdem noch was machen.
Ehrlich gesagt bin ich ziemlich unbedarft und habe im Prinzip keine Ahnung, wie hoch das Risiko ist, mit der bestehenden Kupplung weiter zu fahren. Ich habe da im Moment zwei unterschiedliche Experten-Meinungen. Auf der einen Seite Chris' und auch der anderen Leute aus der Jungle Junction, die meinen, dass sie das Risiko nicht eingehen würden. Immerhin gibt's die nächsten 5000-6000 Kilometer keine vernünftige Werkstatt. Mein Papa meint, dass man mit der Kupplung wohl schon noch weiterfahren könnte, vorausgesetzt die Einstellungen sind okay, und ich quäle die Kupplung auf der restlichen Strecke nicht allzu sehr.
Na ja, für heute Abend habe ich mal eine kleine Expertenkonferenz geplant, per Telefon. Mit Chris und meinem Vater. Ich tendiere im Moment eher dazu, auf die neue Kupplung zu warten und dann Ende nächster Woche weiter zu fahren. Damit gerät der Zeitplan ganz schön durcheinander und ich werd mir wohl den Schlenker durch den Nahen Osten abschminken müssen, aber well, that's life. Es gibt eine Fähre, die von Alexandria nach Venedig fährt. Da werd' ich mich wohl mal informieren...
Und ich muss auch mal aufpassen, dass ich nicht wieder in Schwulitäten gerade mit meinem Äthiopien-Visum. Das Teil läuft am 17.9. aus, bis dahin muss ich durch sein mit Äthiopien, ansonsten kann ich mir gleich wieder ein neues Visum besorgen, krächsz!
Na ja, wie ihr seht, bleibt alles beim Alten: spannend bis zum Ende.
Ich werde das Wochenende wohl so oder so in der Jungle Junction bleiben, mit alter oder neuer oder was auch immer für einer Kupplung. Da es ja schon seit Ewigkeiten keine Fotos mehr gab auf'm Blog, habe ich da auch einiges nachzuholen. Am Wochenende werde ich einen Schwung uploaden, versprochen!
Bis denne & immer schön sauber kuppeln, Comrades!
René.
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