Bueno, am Sonntag habe ich endlich mal die Muße gefunden, mich auf's Bike zu schwingen und eine Runde um die Kap-Halbsinsel zu fahren. Natürlich bin ich nicht so richtig rechtzeitig losgekommen. Wollte auf jeden Fall noch das MotoGP - Rennen am Sachsenring im Fernsehen gucken mit Rossis Sensationscomeback und meine Mama und Papa directamente am Ring.
Und die Herrn Motorradrennfahrer haben sich ja bekanntlich nicht so richtig ausgekekst, weswegen ich erst um drei Uhr los konnte. Aber, well, was kann ich sagen? Ich habe definitiv schon üblere Flecken auf der Welt gesehen als das, was ich hier zu Gesicht bekam. Wahnsinn. Ich bin schon ordentlich geflashed gewesen und hab Fotos gemacht bis der Arzt kommt. Schliesslich hat das Kap auch so einen besonderen Stellenwert für mich. Ist eben das Ende der Hinreise und sozusagen der Wendepunkt, ab nu bin ich wieda auf dem Heimweg und quasi schon wieder fast zu Hause ;-)
Am Montag habe ich fast nochmal dieselbe Tour gemacht, mit ein paar kleineren Änderungen. Am Sonntag war ich leider schon zu spät dran, um auf dem Signal Hill in Cape Town hübsche Fotos zu machen. Das ist praktisch ein kleinerer Hügel neben dem Tafelberg, der frei befahrbar ist und von dem aus man ebenfalls ein super Panorama auf die Stadt, das Meer und den Tafelberg hat. Außerdem bin ich am Montag dann wirklich in den Nationalpark am südlichen Zipfel der Halbinsel gefahren und hab mir die Stelle anjekiekt, wo Indischer und Atlantischer Ozean aufeinander treffen.
Well, also die Route (ca 120-150km) an beiden Tagen war ungefähr so: Los ging's wenig überraschend von Bloubergstrand/Table View, wo mein nettes Hostel, das SaltyCrax steht. Danach durch die Stadt bis Muizenberg am Indischen Ozean. Und dann weiter anner Küste über Kalk Bay, Fish Hoek nach Simon's Town. Dann weiter Richtung Süden über Castle Rock an der Smitwinkel Bay vorbei und rechts abgebogen auf die M65, die in nordwestlicher Richtung zum Eingang des Kap-Nationalparks führt. Vom Eingangstor des Parks sind es dann noch ca. 15 km bis zum Kap. So, wenn das Kap abgehakt ist, geht's weiter auf der M65 der Abendsonne entgegen nach Scarborough, und dann wieder an der Küste (diesmal die westliche Seite, also am Atlantik) entlang nach Norden (Kommetjie und/oder Ocean View). Leider habe ich irgendwie keine direkte Route von dort aus über Nordhoek, Chapman's Peak, Hout Bay und Camp's Bay zum Tafelberg gefunden und musste stattdessen immer über die M3 am Tokai Forest Reserve vorbei und durch die Stadt um den Tafelberg herum fahren, ehe ich an meinem Ziel, Signal Hill, ankam, wo ich mit der untergehenden Sonne noch ein paar letzte Bilder machen wollte.
Die Bilder weiter unten habe ich aus beiden Touren am Sontag und Montag zusammen gewürfelt.
Jut, aba los gehen tut's nun mal in Table View. Betrachtet man aufmerksam folgendes Bild, dauert es in der Regel nicht lange, und man weiß, warum dieser Ortsteil zu seinem Namen gekommen ist.
Jut, Muizenberg scheint eine richtige Attraktion für die Kap-Bewohner zu sein. Es gibt einen großen Strand und zumindest am Sonntag war hier die Hölle los...
Noch in Muizenberg gibt' eine total behinderte Baustelle, an deren Ampel ich am Sonntag gemeinsam mit ca. 500 anderen Fahrzeugen sicherlich 'ne gute halbe Stunde warten musste. Bäh. In Simon's Town habe ich dann wieder 'nen Stopp eingelegt.
Tja, die Hauptattraktion in Simon's Town sind die Pinguine. Es gibt einen kleinen Park, wo sie sich mehr oder weniger bereitwillig angucken und fotografieren lassen, die kleenen Beester.
Aber irgendwie wirken sie auf mich etwas orientierungslos. Ich finde, sie sollten dem Zuschauer doch etwas mehr bieten als nur blöde rumzustehen und planlos aus der Wäsche zu gucken...
Hier haben wir ein besonders sehenswertes und fotogenes Exemplar vor der Linse:
Nicht alle sind gleichermaßen begeistert von diesem ständigen Fotografiert-Werden. Manche reagieren sogar ein wenig empört...
... und machen sich dann unter wüstem Schimpfen auf und davon.
Hier sehen wir eine Horde Pinguine, die es sehr eilig haben, zum Kiosk des Parks zu gelangen. Die neue Super-Illu war soeben eingetroffen...
Na ja, und dass man nicht mit seinem Leben spielen sollte, dürfte auch klar sein. Die Gefahren lauern einfach überall...
Nach der ausgiebigen Würdigung der Pinguine konnte es weiter gehen Richtung Smitswinkel Bay.
Hübsches Bergchen...
So, und so sieht's am Kap aus. Erstmal der Blick auf'n Indischen Ozean.
Und das ist eine Klippe auf der Seite zum Atlantik...
Etwas mehr als ein Jahr isses nun her; ich hab's damals von Schwandti am Telefon erfahren. Totte ist bei einem Motorradunfall in Holland um's Leben gekommen. Mann, war das ein Schock. Und unsagbar traurig, unfassbar. Das "Totte-Gedenkkreuz", was ich damals auf seiner Beerdigung bekommen hatte, habe ich auf meiner Afrika-Tour in der Innentasche meiner Jacke immer dabei gehabt. Ich bin mir sicher, Totte hätte diese Tour gefallen. Bei seiner Beerdigung letzes Jahr in Dissen wurde mir endgültig klar, dass ich diese Reise machen, diesen Traum verwirklichen MUSSTE. Ich hab es einfach gespürt. Totte konnte es nicht mehr tun; das Schicksal hatte andere Pläne. Jetzt lebt er in der Ewigkeit und hat diese "irdischen" Vergnügungen hinter sich gelassen. Während meiner Tour habe ich oft an Totte gedacht; wie es wäre, wenn er mit seiner "Karre" neben mir fahren würde...
Totte, mach's gut, Alter! Du wirst vermisst und niemals vergessen! Das Kreuz und damit ein Teil von Dir bleibt hier am Kap.
Nach dem Nationalpark im Süden der Halbinsel geht's volle Kanone gegen die teils brutale Abendsonne Richtung Westen. Es blendet dermaßen krass, dass man praktisch nur einhändig fahren kann und die andere Hand als zusätzlichen Sonnenschutz braucht.
Vielleicht bin ich jetzt nicht der überkrasseste Romantiker, aber diese Sonnenuntergänge (hier südlich von Kommetjie) sind schon der Hammer, und mir ist echt die Spucke weg geblieben.
Nun ja, und zum Abschluss des Tages muss es nun mal zum Signal Hill gehen. Leider habe ich es keines der beiden Male geschafft, wirklich pünktlich zum Sonnenuntergang dort zu sein. Während ich am ersten Nachmittag im Stockdunkeln angekommen war, hab' ich es am Montag wenigstens geschafft, eine halbe Stunde Dämmerung mitzunehmen. Here we go...
Dit kleine Fitzelchen Land hier ist Robben Island, "Heim und Wirkungsstätte" Nelson Mandelas für 18 lange Jahre...
Irgendwo dahinten muss doch mein Hostel sein... Hmm, dafür um so besser zu sehen: das Green Point Stadium.
Tafelberg, mal janz aussa Nähe...
Umrisse des Stadions im Dunkeln...
Also, ich muss sagen, ich bin angetan. Tolle Gegend hier unten, wunderschön. Und auch mit dem Mopped macht es durchaus Laune, sich auf der Kap-Halbinsel zu bewegen. Ich kam mir teilweise sogar so vor wie auf der Isle of Man letztes Jahr. Die Landschaft und auch die Straßen sind einander nicht unähnlich. Wie wär's denn mit einer Tourist Trophy Rennveranstaltung am Kap? Würde sicher eine Menge Spaß machen ;-)
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