Whoopa, hab mal schön verratzt heute morgen. Bin erst um halb elf wach geworden, Check-out Time wäre 0930Uhr gewesen, ganz zu schweigen vom Frühstück, was ich verpasst habe (bzw. verpasst zu haben glaubte)...
Anyway, jetzt bin ich ja wach und kann mich ein bisschen sammeln. 963 Kilometer habe ich gestern abgespult, von Ghanzi, Botsuana, bis nach Livingstone, Zambia. Hat alles bestens geklappt, die Straßen waren erwartungsgemäss top, aber es schlaucht dann doch schon ein bisschen, gerade wenn es immer geradeaus geht und relativ wenig los ist auf den Straßen. Die Grenze zwischen Botsuana und Zambia bei Kazungula war auch unproblematisch. Es verkehrt eine Fähre zwischen der Botsuana- und der Zambia-Seite über den Zambesi, und ich hatte etwas Panik, dass ich eventuell zu spät ankommen würde, um noch eine Fähre zu bekommen. Botsuana ist einigermaßen eintönig von den Straßen her, aber fast auf der ganzen Strecke gibt es wunderschönen Busch links und rechts von der Straße. Ein bisschen schade, dass ich nicht in einem der Parks (z.B. Chobe) noch eine Tour gemacht und ein bissel Wildlife geguckt habe. Nördlich von Nata und auf dem Weg nach Kazungula habe ich übrigens (ehrlicherweise bei 180 auf der Überholspur und von daher nur für einen äußerst kurzen Moment) zwei schöne Elefantis gesehen, direkt am Rande des Buschs rechts von der Straße. Ist schon ein etwas surrealer Moment gewesen, es waren ja nur Sekundenbruchteile des Anblicks und dann muss das Gehirn ja auch erstmal anfangen zu rattern und zu verarbeiten... Und dann - ca. 3 Kilometer später - realisiert man dann erstmal, woran man da gerade vorbei gefahren ist und sagt sich "Uff! Ist ja krass!". Na ja, eine ganze Reihe Strauße habe ich auch gesehen, wobei ich mich immer schön amüsieren musste, wie dämlich die davon hoppeln, wenn sie sich in ihrer "Comfort Zone" bedrängt fühlen. Mir lag dann immer so ein dummer Spruch auf den Lippen a la "Na flieg doch los, du Riesen-Huhn!"...
An der Grenze war dann alles easy-cheesy. Die Botsuana Immigration sowieso. Die Fähre hat dann 5 US Dollar gekostet (vgl. das 300 US Dollar Quote der Kollegen von Muanda, die mich über den Congo River nach Angola bringen wollten...). Die Zambia Immigration war natürlich etwas nerviger, aber ich hab's kurz und schmerzlos durchgezogen. Nochmal 50 US Dollar für ein weiteres Zambia "Visum" berappt, aber danach hab ich auf die restlichen Fees 'geschissen'. Das Visum ist streng genommen auch kein Visum, sondern nur ein ganz normaler Entry-Stempel, den man auch umsonst bekommen könnte (wäre man nicht zahlungskräftiger Europäer...) Hätte noch eine Carbon Tax, Road Permission Fee und eine Third Party Insurance abschliessen "müssen", aber ich vertraue mal darauf, dass ich es ohne durch's Land schaffe. Den ersten Kontrolleur direkt hinter der Grenze konnte ich noch mit meiner alten (nunmehr ungültigen) Carbon Tax Bescheinigung von meinem ersten Besuch im Land vor ein paar Wochen abwimmeln... Na ja, mal schauen, ob ich noch auf weitere Police Checkpoints treffe und wie ich mit den Kollegen dort umgehe...
Ach ja, mir ist ein Vergleich eingefallen. Alle (Verkehrs-)Polizisten, Botschafsleute, Immigration und Zollfuzzis sind für mich nix weiter als "Fahrkartenkontrolleure". Wer mich kennt, weiß, dass dieser Berufsstand bei mir den minimalen Respekt geniesst. Einfach nur Stresser, ohne jeglichen Sinn in ihrem tristen (Berufs-)Leben.
Hab's sogar noch im Hellen bis Livingstone geschafft (ca. 60 Kilometer hinter der Grenze in Zambia). Die Victoria Falls sind gleich umme Ecke, ca. 10 Kilometer südlich. Ich hab wieder eine funktionierende SIM-Karte (aus Zambia - Botsuana hatte ich ja ausgelassen), und das Mopped erstrahlt nun auch wieder in ganz neuem Glanz (es waren schätzungsweise 25000 Insekten, die es sich seit Cape Town auf meinem Windschutz als nicht zahlende Gäste bequem - bzw. breit - gemacht hatten...). Hab erstmal Nina angerufen und musste feststellen, dass ich schon wieder ein bisschen Sorge und Streß verursacht hatte. Hatte ja eigentlich versprochen, mich gestern Abend nochmal zu melden, aber mit dem Internet in Ghanzi war's nicht so weit her, und dann hab ich's einfach vergessen. Mensch, muss da ein bisschen achtsamer sein, gerade wenn ich ankündige, mich zu melden und es dann doch nicht tue...
Hab dann ganz schön lange nach einem Hotel gesucht, war aber entweder alles ausgebucht oder schweineteuer (bis zu 200 US Dollar). Ui! Hab dann aber mächtig Glück gehabt und das Zig Zag in Livingstone, direkt auf der Hauptstraße Richtung Victoria Falls, gefunden. Ist eine Art Hostel / Bungalow Siedlung mit allem, was dem Traveller Spaß macht: günstige Unterkunft, andere Reisende, kostenfreier WiFi Zugang sowie gute Qualität bei Unterkunft und Futter. Die Betreiberin sowie die Leute vom Staff sind auch alle sehr nett. Alles sehr fein also ;-)
Bin ein bisschen hintendran durch die Verpennerei heute morgen, aber der Plan ist, mir jetzt die Victoria Falls anzukieken und dann aufzubrechen Richtung Lusaka. Weiß nicht, ob ich's noch bis Lusaka (ca. 500 Kilometer) schaffe, oder ob ich vorher ein Quartier suche. Will aber morgen bis über die Grenze nach Malawi kommen, das sind dann noch mal knapp 700 Kilometer. Rauch jetzt noch meine letzte Frühstückskippe, werde dann meine Klamotten in der Rezeption hinterlegen, auschecken und zu den Wasserfällen rattern, um dann hoffentlich noch am früheren Nachmittag Richtung Lusaka weiter zu fahren.
Puh, ich bin ein so gestresster Mann. Ich hab das Gefühl, keine Sau kann sich wirklich vorstellen, wie furchtbar anstrengend so eine Afrika Reise im Prinzip ja ist. Was ich hier so alles auf mich nehme - Momento, da kommt mein nächstes Käffchen - ist schon wirklich Wahnsinn. Das Leben ist hart - richtisch hart!
P.S. Um euch einen möglichen üblen Faux Pas zu ersparen, noch ein Hinweis. Hab doch vor ein paar Tagen am Waterberg ein italienisches Pärchen kennen gelernt. Na ja, hatte den Namen des Mädels irgendwie nicht richtig verstanden bzw. später auf dem Zettel, den sie mir am Bike zurück gelassen hatten, entziffern können. Es gibt den - doch recht nett klingenden - italienischen Mädchennamen Fiammetta. Den sollte man kennen. Ich hab sie leider umgetauft in das etwas weniger vorteilhaft klingende Fromnella... Das war mir ganz schön peinlich, also immer schön daran denken, Fiammetta, gel?
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