Dienstag, 4. Mai 2010

Tag 36 - Jeburtstach in Quaga

Ein neuer Tag beginnt. Der dritte Mai 2010. Boom, Bäng, Kawumm, schon wieder Geburtstach, der vierundreissigste mittlerweile. Junge, Junge, Junge, schon ein ganz schön alter Sack inzwischen. Vor allem, wenn ich mir überlege, was während meines Auftritts schon so alles passiert ist auf der Welt. Elvis stirbt, die RAF-Führer sterben ebenfalls in Stammheim, die große Ära der Konservativen in Europa und der Welt mit Ronnie Reagan, Maggie Thatcher und Helmi Kohl bricht an und geht auch wieder vorüber; Jens Weissflog wird in Sarajevo Skisprung-Olympiasieger, ein paar Jahre später wird das Olympiastadion von Sarajevo in ein Konzentrationslager umgewandelt; bevor ich mich wo richtig an die schöne D-Mark, für die wir so leidenschaftlich demonstriert hatten während unserer samtenen Revolution anno 89, gewöhnt hatte, gab's stattdessen diese uncoolen Euro-Scheine, die auch noch in solchen rückständigen Ländern wie Portugal und Griechenland hergestellt wurden. Wenn ich beschreiben sollte, wie die Dinger aussehen - ich könnte es immer noch nicht... Und der schöne Commodore 64, auf den wir so stolz waren Ende der 80er, taugt mittlerweile alllenfalls als Ausstellungsstück für's Museum.

Und passend zum Zeitgeist verbringe ich meinen Geburtstag in Burkina Faso, statt daheim bei Mama auf der Terasse bei Gewittertorte und Kaltem Hund, wie es sich eigentlich gehört. Verrückte Welt ist das - auf jeden! Und ziemlich schnellebig isse geworden, diese Welt. Sagt zumindest jeder, ist aber wahrscheinlich auch viel Wahres dran, gel?

Also wie es auch sei, erst mal möchte ich mich bedanken für die ville Geburtstachsglückwünsche, die ich so bekommen habe!!! Merci beacoup a tout!!! Ich bin eigentlich traditionell ein Geburtstags-Phobiker, freue mich aber total über jeden, der dann doch daran denkt. Und das waren eine ganze Menge dieses Jahr, puh. Coole Sache, donnke, donnke. Wenn man auf allen möglichen Social Platforms vertreten ist wie ich mittlerweile, kann das Einsammeln der Glückwünsche allerdings eine ganze Weile in Anspruch nehmen. Telefonate, Mailboxen abchecken, SMS gucken, dann in's Internet und der Spaß geht erst los. Diverse Mail Accounts checken, dann laufen da noch diese Instant Messaging Programme à la Skype und MSN. Gut, ma gucken, was in Facebook los ist. Au weia, eine ganze Menge. Wo sind wa noch? MySpace, StudiVZ, LinkedIn, Stayfriends, Xing. Ähem, geht's noch? Ach ja, mein kleines Blögchen, mein externalisiertes Bewusstsein sozusagen. Und auch da hat's Glückwünsche eingeschlagen. Also echt, merci, merci. Sehr lieb von euch alle. Ick fühle ma rischtisch jeehrt!

Und die tollste Sache von allen, eine Foto-Love-Story im Bravo-Style von meiner Angebeteten übersehe ich dabei fast und entdecke sie erst kurz vor Ultimo, eine halbe Stunde vor Mitternacht. Wow!

Aber wie ist dit allet passiert? Wat sind die Hintergründe? Womöglich sogar eine Verschwörung oder alles nur ein verrückter Zufall?  Hier kommen die Fakten, Fakten, Fakten!

Also, die Nacht von Sonntag auf Montag hatte ich ja noch in Quahgouya verbracht, ca. 180 Kilometer vor Quagadougou, im Hotel Dunia. Ich hab ziemlich bescheiden gepennt, hatte mich für ein Zimmer ohne Air Con entschieden, nur mit einem Fan. Am Tage auf dem Mopped kann ich die Hitze ganz gut aushalten, ich sorge ja durch entsprechende Geschwindigkeiten selbst für eine ausreichende Luftzufuhr und somit Abkühlung. Wenn es nachts aber immer noch so warm ist, dass man nicht einpennen kann, ist es schon blöd. Dabei finde ich Air Cons jetzt auch nicht gerade besonders prickelnd. Erstens erkältet man sich schnell mal, zweitens gewöhnt sich dann der Körper erst recht nicht an das Klima und kommt irgendwie total durcheinander.

Na jut, schon wartet der erste Gratulant. Er weist mich darauf hin, dass heute an diesem Montag ein ganz besonderer Geburtstag ist, da ich ja auch an einem Montag geboren wurde. Ein sehr relevanter Aspekt in Afrika! Deshalb heiße ich hier ja auch in Abhängigkeit des Wochentages, an dem ich geboren wurde, Kojo. Aja, danke Teddy, du kleiner Besserwisser! Wenn ich dich nicht hätte... Ich muß dann ja auch noch zum Frühstück...


Die Syrer aus dem Hotel waren sehr cool und freundlich. Ich freue mich irgendwie auch schon auf den Nahen Osten, wenn ich denn die Rücktour so machen werde, wie ich es geplant habe. Ich glaube, Syrien ist ein ziemlich cooles Land, mal schau'n. Aber die Syrer wussten natürlich nicht, dass ich Geburtstach habe. Obwohl sie es hätten wissen können. Es gibt hier zwar keine nervigen Polizei-Kontrollen mehr, dafür darf ich in jeder Unterkunft, in die ich einchecke, von neuem ein separates Fiche-Formular ausfüllen und nach mal in aller Ausführlichkeit berichten, wie meine Mama und mein Papa heißen...


Die Mieze hatte sich an mich erinnert und nachdem sie ihre Gecko-Jagd erfolglos abbrechen musste, ließ sie sich mit ein paar Leckerlis von meinem Frühstück aushalten. Manchmal muß man sich seine Geburtstagsgäste eben hart verdienen... Ich war aber natürlich dankbar für diese weitere Gelegenheit, der sagenumwobenen afrikanischen Großkatze nahe zu sein, und mein Repertoire an Dokumentationsmaterialen zu erweitern. Bislang komme ich mit den Raubtieren auf dem schwarzen Kontinent eigentlich ganz gut zurecht, toi toi toi...





Dann noch Telefonate mit Nina und Mama, und dann ging's los nach Quaga. Ich habe mich schon ziemlich Geburstags-mässig gefühlt, in erster Linie faul. Heute wollte ich mal fünfe gerade sein lassen und mich möglichst wenig anstrengen.



Ganz so extrem locker geht's dann aber leider doch nicht. Ich hätte mir mal lieber die Viertelstunde Zeit nehmen sollen, meinen Helm zu reparieren oder mir eine Lösung für den mittlerweile losen Sonnenschutz einfallen zu lassen. Eine Schraube hatte sich irgendwie am Vortag gelöst und war rausgefallen. Ich konnte sie im Zimmer nicht finden und habe mir überlegt, dass ich das in Quaga reparieren würde. Hatte schon ein ungutes Gefühl, weil der Sonnenschutz nur noch an zwei Schrauben am Helm hing und teilweise ziemlich flatterte. Na ja, ich bin dann auch nicht weit gekommen. Bei einem Blick in die schöne Landschaft nach links brach das Teil im Fahrtwind weg und ich sah es im Rückspiegel über den Asphalt purzeln. Damn. Ein anderer Moppedfahrer half mir dann beim Suchen und ich fand das Teil. Es war unbeschädigt, aber jetzt sind alle drei Befestigungsschrauben rausgebrochen und ich habe ein Problem, da auch das Visier durch den Sonnenschutz festgehalten wurde. Na ja, ich konnte schon noch problemlos fahren, muss mir jetzt aber was überlegen und den Helm reparieren...


Wieder so ein Aha-Moment. In der Ruhe liegt die Kraft, gel? Es bringt nur Minuspunkte, wenn ich nachlässig oder schlampig agiere. Das Problem mit dem Helm habe ich mir 100% selbst eingebrockt dadurch, dass ich zu faul war, wenigstens ein bissel Gaffer-Tape in Ouahigouya rüber zu kleben...

Auch mein Speed auf den Straßen in Afrika ist nicht so optimal. Ich glaube, ich bin da auch etwas zu optimistisch, will nicht sagen leichtsinnig... Am Sonntag hatte ich da noch zwei Situationen, die durchaus etwas böser hätten enden können. Ein einheimischer Moppedfahrer, den ich mit einem ordentlichen Geschwindigkeitsüberschuss überholt hab, wollte - während ich ihn überholte - schnell mal einem Schlagloch ausweichen und ist mir dabei unbehaglich nahe gekommen. Ich hatte entgegen meinem Vorsatz diesmal nicht gehupt und auf mich aufmerksam gemacht. Fehler! Und dann das ganze Viehzeugs! Wenn es eine Gefahr gibt, die ich als am höchsten einschätze auf den afrikanischen Straßen, dann ist es die, mit irgendeinem lieben Viech zusammen zu stoßen und dabei das Bike zu schrotten. Es ist einfach mal eine Menge unterwegs. Hunde, Ziegen, Esel, ein paar Kamele, Schafe, mittlerweile auch mal ein paar Schweinchen und Kühe. Letztere sind eigentlich nicht so problematisch, da sie sich ziemlich langsam bewegen und sich im Gegensatz zu den Ziegen beispielsweise relativ 'deterministisch' bewegen. Ich weiß immer einigermaßen, was sie als nächstes tun werden. Aber sicher kann man sich da natürlich auch nicht sein. Auf meinem Weg durch's Dogon Gebiet am Sonntag hatte sich so ein fetter Bulle einfach mal 'undeterministisch' verhalten und ist kurz vor mir zu einem Kuh-Galopp über die Fahrbahn gestartet. Junge, Junge. Das war nicht ohne, diese Situation. Ich war nicht langsam unterwegs, konnte aber einen Schlenker nach links machen, in seine Laufrichtung. Und es machte "bupp". Das Hörnchen des Bullen hatte meinen rechten Spiegel touchiert. Oh Mann, das war reines Glück. Vielleicht hatte der Bulle auch im letzten Moment ein bisschen Speed aus seinem Galopp rausgenommen oder ihm ist einfach die Puste ausgegangen. Keine Ahnung. Aber die Vorstellung, gegen eine Kuh zu fahren und sich dabei zu verletzen und/oder das Bike kaputt zu machen, ist irgendwie überhaupt und cool, auch wenn der Gedanke eine gewisse Ironie in sich trägt. Aber das ist mit Sicherheit nicht die Art und Weise, wie ich meinen Afrika-Trip beenden möchte. Also besser aufpassen in Zukunft, Keule!

Okay, Situation überstanden, jetzt heißt es, die richtigen Konsequenzen draus zu ziehen... Die Fahrt nach Quaga am Montag verlief dann relativ unspektakulär. 180 Kilometer, davon das meiste eine Maut-Strecke. Im Gegensatz zu Mali musste ich hier jedoch an den Maut-Stationen jeweils einen kleinen Obulus abdrücken. Das Geld hat mich nicht gestört, aber ich wäre lieber durchgefahren. Alle paar Kilometer anhalten, Handschuhe ausziehen, Brieftasche öffnen, so eine kleine Münze raussuchen, Quittung einstecken und weiterfahren - das hat irgendwie genervt. Ich wollte einfach nur flott nach Quaga in mein Hotel und anlässlich meines Geburtstages mal so richtig schön chillen.

Wegen des Problems mit dem Helm bin ich die ganze Zeit mit geschlossenem Visier gefahren. Auch ziemlich blöd. Ich hatte mir angewöhnt in den letzten Tagen, immer mal zu wechseln. Mal Visier auf, mal Visier zu. In beiden Fällen ist es aufgrund der Hitze ziemlich unangenehm. Wenn das Visier zu ist, staut sich die Hitze und es brennt unangenehm auf dem Gesicht. Öffne ich das Visier, ist es auch nicht viel besser - nur anders. Es fühlt sich an wie ein Heißluft-Fön auf höchster Stufe. Die heiße Luft bläst mir in's Gesicht als gäbe es kein Morgen mehr. Trotz zusätzlicher Sonnenbrille, die ich trage, geht es nach einer Weile mächtig auf die Augen und ich schließe das Visier wieder - für eine Weile. Ich habe ja auch noch eine richtige Motorradbrille dabei, so in der Art einer Skibrille. Die habe ich aber bislang kein einziges Mal benutzt und werde es wahrscheinlich auch nicht tun. Weiß nicht, warum man solche Teile überhaupt einsetzt. Gerade wenn ich irgendwelche Brummis überhole oder sie mir entgegen kommen, lobe ich mir, dass ich einen geschlossenen Helm habe. Denn meist ziehen die Brummis eine mächtige Staub- und Dreckwolke hinter sich her und das zwiebelt ganz schön ordentlich, wenn man da durchrauscht. Also beim Überholen und bei entgegen kommenden Verkehr immer Visier zu!

Nach zwei Stunden war ich dann mal endlich in Quaga und es war zu spüren, dass das hier die Hauptstadt war. Ganz schön was los auf den Straßen.


Während die Vororte noch typisch afrikanisch, will sagen chaotisch und wuselig, wirken, war ich von der Innenstadt echt überrascht. Wirkte sehr aufgeräumt und irgendwie modern. Es gab massenweise ziemlich annehmbar aussehende Hotels, und auch die ganze Infrastruktur wirkte irgendwie nicht so, als wäre ich in einem der ärmsten Länder der Welt. Hier kann man es durchaus aushalten, auch mal für ein paar Tage länger. Eine Aussage, die ich definitiv nicht für jede afrikanische Großstadt unterschreiben würde...

Angekommen in Quaga, erledige ich noch die notwendigen Sachen. Telefonkarte aufladen, Cash ziehen, Tanken, was zu Trinken besorgen und die Maschine waschen lassen. Sie sah schon wieder aus wie durch den Schlamm gezogen. An meinem Geburtstag soll alles schick sein, vor allem auch meine schwarze Prinzessin! Der Typ an der Waschanlage arbeitet schnell und gut, zockt mich danach aber ab. Ich bin sowieso schon ein bisschen übellaunig, aber der Typ geht mir echt auf die Nerven. Er scheint auch noch zu denken, dass das alles sehr witzig sei, als er mir irgendwelche utopischen Euro-Preise für seinen Service nennt. Ich zahle schließlich das doppelte des normalen Preises für die Wäsche in lokaler Währung und verpisse mich. Er will auch noch meine Adresse in Deutschland haben, damit er mit mir ihn Kontakt treten könne. Hat der sie nicht mehr alle? Kann zufrieden sein, dass ich ihm keine reingelangt habe für diese Frechheit. Idiot.

Well, die Suche nach meiner Oase, dem OK Inn, gestaltet sich erwartungsgemäss komplex. Ich habe keine Ahnung, wo das Teil ist und muss dementsprechend oft fragen. Sicher so 10-15 mal halte ich am Straßenrand, komme aber meinem Ziel Stückchen für Stückchen näher. Nach 45 Minuten oder so und mit Hilfe eines Taxifahrers, der mich bis quasi vor dem Eingang begleitet, finde ich den Laden endlich. Ganz schön abgelegen, an der Ausschilderung kann man sicherlich noch arbeiten! Aber ich merke gleich, dass ich hier richtig bin. Die Location sieht sehr chillig aus, vielleicht ein bisschen zu 'upmarket', aber ejal, is ja Jeburtstach!

Also rein inne jute Stube, wieder diesen blöden Fiche ausfüllen, ab in's Zimmer Sachen ablegen, Badehose an und dann ab zum Pool. Plumps, rein in's kühle Nass. Brrrr, kühl wäre schön. Ist scheißwarm, aber dafür nass und ein bisschen Abkühlung schafft es auch so. Herrlich, ich bin angekommen: Welt, lass dich umarmen!





Irgendwie packt mich aber doch die innere Unruhe und mir gelingt es nicht so recht, wirklich zu entspannen. Noch hatte ich mich nicht entschieden, ob ich am Dienstag gleich weiterfahren würde nach Niger, oder ob ich noch eine weitere Nacht im OK Inn bleiben würde. Es gab noch ganz schön was zu erledigen, am Mopped, ich musste auch mal wieder dringend Wäsche waschen und solches Zeugs. Meine alte Batterie, die ich noch mit mir herum schleppte, verschenkte ich an einen Typen von der Hotel Security. Der hat sich gefreut und wird wahrscheinlich noch etwas intensiver auf mein Mopped aufpassen... Und das WiFi funktionierte fantastisch und hat mich für zig Stunden in seinen Bann gezogen. Während ich so im Internet unterwegs war, verflogen die Stunden und ich bekam gar nicht mit, dass ich meinen Geburtstag mehr oder weniger 'versurfte'.


Ich musste mich dann mehr oder weniger zwingen, aufzuhören und endlich mal was zu essen zu bestellen, es war schon acht oder halb neun. Nochmal mit Nina telefoniert, die auch ziemlich traurig war, dass ich sie scheinbar 'vergessen' hatte. Aber dann wurde noch alles gut und ich hatte meine Geburtstagsparty. Die Leute im Restaurant dachten bestimmt, ich habe eine Vollklatsche, aber so oft komme ich nun auch wieder nicht nach Quagadougou, so dass ich getrost darauf pfeiffen kann, was die hier ja von mir denken. Also die Teddies aus dem Zimmer geholt und am Restauranttisch platziert. Schließlich waren sie heute meine einzigen beiden 'realen' Geburtstagsgäste. Dann noch Nina über Skype mit der Webcam hinzu geholt. Gott sei Dank war die Internet Connection echt toll. Sigi hat sich dann über die Webcam auch noch ab und zu blicken lassen. Fantastisch! Die janze Familie komplett.


 Ich habe mich das erste Mal heute so richtig wohl und zufrieden gefühlt. Endlich habe ich mal wieder Nina gesehen, weiß gar nicht, warum wir das mit der Webcam nicht schon früher ausprobiert hatten, wahrscheinlich waren die Connections bislang einfach zu lahm. Aber das hier heute funktionierte prächtig. Während ich mit meiner ultracoolen Fischerhose schmatzend meine Spagehtti in mich hinein stopfte und mit Nina redete und lachte, saßen die Teddies artig am Tisch und betrachteten den ganzen Troubel. Die Kellner dachten wahrscheinlich, dass ich einer dieser total durchgeknallten Obrunis bin, die die afrikanische Sonne einfach nicht vertragen haben. Aber es war ein toller Abend. Danke, Süße! Bei der Gelegenheit bekam ich dann auch mein Geburtstagsgeschenk, eine wunderschöne Collage von und mit Nina. Maup! Sie hatte eigentlich geplant, dass das Hotelpersonal mir einen Ausdruck macht und quasi als Überrraschungsaktion zum Geburtstag überreicht. Aber okay, das war leider etwas zu viel erwartet von den hiesigen Service Leveln... Aber ich hatte es ja jetzt bekommen - und mich riesig gefreut.



Zum krönenden Abschluss gab's sogar noch ein lecker Dessert, Mousse au Chocolat. Sah zwar aus wie eine Schüssel mit Altöl (hat mich stark an die finale Twin Peaks Episode erinnert, wo Agent Dale Cooper in der schwarzen Hütte diesen komischen Öl-Kaffee verkippt), hat aber ganz annehmbar geschmeckt. Dieses Hotel hatte wirklich eine Menge zu bieten, yummie ;-)


Ich werde jetzt noch eine weitere Nacht bleiben, bevor ich am Mittwoch in Richtung Niger weiter fahre. Es müsste sich eigentlich ausgehen, im Laufe des Mittwochs bis Niamey, der Hauptstadt Nigers, zu kommen. Das ist dann Land Nummer zehn und das letzte vor dem etwas komplizierten Nigeria. Aus Nigeria kenne ihc ja noch einen alten Studien-Kumpel aus meinen Zeiten im Wohnheim in Berlin-Eichkamp. Ich habe einmal ein bisschen im Web recherchiert und sogar eine Email-Adresse von Collins gefunden. Das wäre echt der Hammer, wenn es der Zufall so will, dass wir uns vielleicht sogar sehen in Nigeria. Aber ich denke mal, die Wahrscheinlichkeit geht gegen Null. Es sieht so aus, dass er immer noch in Deutschland ist. Promoviert 2005 in Potsdam, offenbar macht er da irgendwelche Forschungsprojekte...

Heute, am Dienstag, nutze ich die Zeit und werde mal ein paar Sachen am Mopped überprüfen bzw. reparieren. Die Wäsche ist schon gewaschen, yeah! Das ist immer meine absolute Lieblingsaufgabe....

Übrigens wartet morgen mit Niger ein weiteres Land auf mich, dass dem HDI (Human Development Index) zufolge zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt gehört. Im Falle von Niger kann man sogar präzisieren: es ist das Schlusslicht. Ist schon krass, wenn man mal das Tabellenende anschaut. Bis auf ganz wenige Ausnahmen finden sich dort fast ausschließlich afrikanische Länder, insbesondere die aus Westafrika...


Mein persönlicher Eindruck von West-Afrika ist jedoch bislang durchaus recht positiv. Von der Freundlichkeit der Leute rede ich da schon gar nicht. Entgegen meinen vorherigen Informationen sind die Straßen bislang bis auf ganz wenige Ausnahmen absolut okay, es gibt in fast jeder größeren Stadt funktionierende Geldautomaten (ATMs), die Handynetze sind okay, es gibt durchaus öfters mal Internet (WiFi). Auch bleifreier Sprit ist kein großes Problem. Bis auf Mauretanien habe ich bislang in jedem Land bleifreien Sprit gefunden. Die Polizei und die Grenzbeamten sind weitestgehend freundlich und müssen nicht 'geschmiert' werden. Die Temperaturen halten sich im annehmbaren Rahmen, die große Hitzehölle ist ausgeblieben. Die Unterkünfte sind größteils absolut akzeptabel, teilweise erreichen sie auch europäischen Standard. Und mit meiner kleinen Portion Französisch im Gepäck lässt es sich auch ganz formidabel kommunizieren, vorausgesetzt der Gegenüber spricht Französisch, ein Umstand, der nicht so normal ist, wie ich es vorher angenommen hatte... Also als kurzes Zwischenfazit an dieser Stelle: alles nicht so wild, ne?

Ach ja, dit hier hab ich gestern per Mail von Ralfsen bekommen. Hatte das Teil früher schon mal gesehen, ist ganz witzig:

Diese Fragen über Südafrika wurden auf einer südafrikanischen Tourismuswebseite gestellt und vom Webmaster der Seite beantwortet. Dieser hatte offensichtlich richtig gute Laune!

F: Werde ich in den Straßen Elefanten sehen? (Frage aus den USA)
A: Hängt davon ab, wie viel Alkohol Sie trinken.

F: Ist es sicher, in den Büschen in Südafrika herumzulaufen?(Schweden)
A: Hm - es ist also wahr, was man über die Schweden sagt!?

F: Wie läuft die Zeit in Südafrika? (USA)
A: Rückwärts. Bleiben Sie nicht zu lange, sonst sind Sie zu klein, um allein wieder zurückzufliegen.

F: Gibt es ATMs (Geldautomaten) in Südafrika? Und können Sie mir bitte eine Liste von diesen in Johan-nesburg, Kapstadt, Knysna und Jeffrey's Bay schicken? (GB)
A: An was ist Ihr letzter Sklave gestorben?

F: Können Sie mir Informationen über Koalabärenrennen in Südafrika schicken (USA)
A: Aus-tra-li-en ist die große Insel in der Mitte des Pazifiks. Af-ri-ka ist der große dreieckige Kontinent südlich von Europa, wo es keine... ach, vergessen Sie's. Sicher, Koalabärenrennen finden jeden Diens-tagabend in Hillbrow statt. Kommen Sie nackt.

F: Welche Richtung ist Norden in Südafrika? (USA)
A: Sehen Sie nach Süden und drehen Sie sich dann um 180 Grad.

F: Kann ich Besteck in Südafrika einführen? (UK)
A: Wieso? Nehmen Sie doch die Finger, genau wie wir.

F: Gibt es Parfum in Südafrika? (Frankreich)
A: Nein, brauchen wir nicht. WIR stinken nicht!

F: Können Sie mir die Regionen in Südafrika nennen, wo es weniger Frauen gibt als Männer? (Italien)
A: Ja, in Nachtclubs für Schwule.

F: Feiern Sie Weihnachten in Südafrika? (Frankreich)
A: Gelegentlich - das heißt ungefähr einmal im Jahr.

F: Gibt es die Beulenpest in Südafrika? (Deutschland)
A: Nein. Aber bringen Sie sie doch mit!

F: Werde ich dort Englisch sprechen können? (USA)
A: Sicher - wenn Sie diese Sprache beherrschen, können Sie sie auch dort sprechen.

F: Bitte schicken Sie mir eine Liste mit Krankenhäusern, die ein Serum gegen Klapperschlangenbisse besitzen. (USA)
A: Klapperschlangen gibt es nur in A-me-ri-ka, wo Sie herkommen. In Südafrika gibt es nur vollkommen harmlose Schlangen - diese können sicher gehandhabt werden und eignen sich hervorragend als Spiel-kameraden für Hamster und andere Haustiere.

F: Gibt es Supermärkte in Kapstadt, und gibt es das ganze Jahr über Milch? (Deutschland)
A: Nein, wir sind eine Nation von streng veganischen Beerensammlern. Milch ist bei uns illegal.

F: Regnet es eigentlich in Südafrika? Ich habe im Fernsehen noch nie gesehen, dass es regnet. Wie wachsen dort dann die Pflanzen? (UK)
A: Wir importieren alle Pflanzen voll ausgewachsen und buddeln sie hier ein. Dann schauen wir zu, wie sie langsam eingehen

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