Montag, 24. Mai 2010

Intermezzo - Tag 57 - Zwei Hühner auf Safari gesichtet!

Juchei, sind vorgestern rüber gefahren nach Gabon und verbringen heute die zweite Nacht in Lopé. Das ist so ca. 300 Kilometer östlich von Libreville, etwas südlich vom Äquator. Den haben wir gestern unter großem Jubeln überquert, als wir von unserer ersten Bleibe in Gabun, Bitam, Richtung Süden weiter gefahren sind. Gestern habe ich mich auch ein bissel in die Nesseln gesetzt, was die geschätzte Ankunftszeit betrifft. Ich hatte für die 300 noch was Kilometer von Bitam nach Lopé berechnet, dass wir gegen 1400Uhr ankommen würden. Es war dann knapp 2200Uhr als wir noch 100 Kilometern schönster und abwechslungsreichster Dirt Road schließlich in unserer Bleibe, dem Lopé Hotel, angekommen waren. Und die Straße hatte es in sich. Wunderschöne Equatoriallandschaft mit Kleinstsavannen dazwischen, ganz putzig anzuschauen. Aber die Straße war Hardcore und hat der Maschine und ihrer Besatzung alles abverlangt. Die neuen TKC80 sehen nach dieser Tour auch schon nicht mehr ganz so neu aus... Na ja, allet jut aber soweit. In Kribi, Kamerun, hatte ich noch einen Ölwechsel gemacht, und die Kleine läuft und läuft und läuft. Acht Wochen und sechzehn Tausend Mille hat se jetzt auf'm Buckel. Gestern haben wir sie nochmal sanft gestreichelt und gelobt für die treuen und klaglosen Dienste, die sie für uns verrichtet. Braves Pferdchen!

Die Gegend hier in Gabun ist echt toll, heute haben wir mal ne kleine 'Safari' gemacht, mit 'nem Klapper-Jeep vom Herrn. Ich weiß nicht, was abenteuerlicher sein sollte. Die Landschaft oder die Tortur auf der Ladefläche dieses de facto ungedämpften Ungetüms. Uns hat's ordentlich durchgeschüttelt. Und na ja, die Tierchen, die wir gesehen haben, hielten sich in Grenzen. Aber immerhin haben wir aus ein paar Kilometern Entfernung ein paar Elephanten, die mit den Ohren gewackelt haben, gesehen. Und 'nen Büffel, und 'n Reh, und - die Hauptattraktion - zwei Hühner. Kein Witz, unsere verpeilten Guides haben mehrmals vor den Viechern angehalten, damit wir Fotos machen können. Wahrscheinlich waren die armen Dinger gerade erst vor ein paar Tagen vom Schlachter des Dorfes entflohen und dachten, sie wären jetzt in Sicherheit. Aber nix da, die Menschen sind echt die Hölle.

In Bitam vorgestern haben wir alles dafür getan, eine Bleibe zu finden, wo wir fein das Champions League Finale gucken können und sind dafür auch in einem echt strangen Hotel untergekommen. Ich habe erstmal unseren Fernseher ausser Gefecht gesetzt, beim Versuch, das schwache Antennensignal zu 'verbessern'. Deshalb  mussten wir in die Bar, wo Rauchverbot (!) angesagt war. Ausserdem gab's dort das wahrscheinlich beste Gemüse der Welt. Für eine lieblos servierte Ansammlung von Grüngemüse (Spinat, Bohnen, Erbsen) sowie etwas Reis wollte der vollkommen verpeilte Kellner 13000 CFAs berechnen (sind so 20 Euros...). Au weia, kein Wunder, dass die Bayern dann das Ding in den Sand gesetzt haben. Hat ganz schön auf die Stimmung gedrückt, zumal die ebenfalls verpeilten anderen Gäste ausnahmslos Inter Fans waren, wegen Et'o... Na ja, dann werden wir eben Weltmeister!

In Kamerun waren wir übrigens, bevor wir nach Gabun rüber gefahren sind, nochmal in Yaounde im Hilton abgestiegen. Mussten dort eine Notlandung machen, nachdem wir so richtig fett in einen Regenguss gekommen waren. Der Aufenthalt diesmal im Hilton war ganz cool, musste keine ellenlange Rechnung an Extrakosten begleichen. Und die Leute aus dem Hotel haben sich noch recht begeistert zurück erinnert an mich und mein Bike.

Morgen geht's wieder Richtung Westen. Südlich von Libreville gibt's einen Nationalpark, in der wir fahren möchten. Aber nicht zum Tiere gucken, sondern lieber zum Baden. Wollen noch ein paar Tage an 'nem schönen Strand chillen, bevor ich Nina am Freitag wieder 'abgeben' muss, in Libreville am Flughafen ;-(

Ein dickes Lob an meine Süße! War echt nicht so unanstrengend die 1600 Kilometer, die sie mit mir auf dem Bike gesessen ist bislang. Ziemlich viel Regen, die Straßen so la la. Also net schlecht, Respekt, meine Kleine!

Yupp, ich überlege derweil noch einigermaßen angestrengt, wie ich es machen werde mit der weiteren Tour nach Congo-Brazzaville, Congo-Kinshasa und Angola. Ich habe ein paar 'Issues' mit den Visa und bin mir auch noch nicht so klar wegen der Route. Momentan tendiere ich dazu, nicht über den Osten raus aus Gabun zu fahren, sondern die südliche Route zu nehmen, Richtung Pointe-Noir. Aber ich brauche da noch mehr Informationen, am besten von Leuten, die da kürzlich unterwegs waren. Aber Traveller, die individuell unterwegs sind, sieht man hier echt selten, sehr selten... Ich frage mich allerdings immer noch, was das für eine Gruppe war, die wir gestern in Oyem gesehen hatte. Es waren so ca. 20-25 Bikes, die in nördlicher Richtung unterwegs waren. Begleitet von einigen Jeeps. Ein paar Kilometer später kamen uns dann noch mal 3-4 Quads entgegen. Interessante Reisegruppe. Sah eher aus wie ein Filmteam oder so. Hab schon gestaunt, die Leute da zu sehen, aber wir hatten leider nicht die Gelegenheit, uns mit denen zu unterhalten. Hmm.

Fotos und so weiter kommen alle später, bin gerade per UMTS im Internet. Aber sauteuer, 30 Cent pro Minute. Wird wohl noch dauern, bis die Internetqual ein Ende hat...

Bis denne,
Nina & René.

3 Kommentare:

  1. Würden auch mal gern den Äqator überqeren.Weiterhin eine interessante Reise!Nina,eine tapfere Begleiterin!Sicherlich tät ich den Papa auch mit dem Motorad begleiten.Übrigens, Löwen soll es auch dort geben!

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  2. Eu Leutz, gibbet da etwa och Huehners. Hia nochn bissl was ausse Heimat. Da hauste dia wech ;-)
    Ville Spass noch un rinjehaun, bzw. rinjekiekt!
    http://www.youtube.com/watch?v=JgHLuHBtess

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  3. hey schneidi, moppi und ich (oi!) grüßen
    dich. kannst du uns überhaupt lesen? so sag doch was... schneidi ....

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