Ui, langsam komme ich mir schon vor wie in alten Zeiten bei der Austrian. Habe heute praktisch den ganzen Tag auf'm Flughafen zugebracht. Wecker hat um sieben geklingelt, aber nicht eindringlich genug, um mich wirklich aus'm Bett zu bekommen. So bin ich um halb zehn wieder mal verkatert aus dem Bett gekrochen. Noch schnell die Sachen gepackt, auf dem Mopped verzurrt und los ging's.
Der Stoßdämpfer sieht mittlerweile RICHTIG scheiße aus und wäre ich nicht ich, dann würde ich jetzt sagen: damit kann man keinen Meter mehr fahren.
Well, ein paar Meter müssen allerdings noch sein. Jetzt nur nicht kurz vor der Ziellinie zusammenbrechen! Na ja, um halb elf oder so war ich dann bei meinen Kumpels von DB Schenker.
Noch kurz mit Robert gequasselt und dann ab in's Warehouse. Batterie abklemmen, Öl ablassen (was ne Sauerei!) und Benzin aus'm Tank raus tun. Letzteres war irgendwie nicht so leicht. Die Kollegas haben mit 'nem Schlauch und klassischem Ansaugen per Mund ihr bestes gegeben, aber so sehr sie auch gesaugt haben, viel ist es nicht raus gekommen. Na ja, vielleicht sind sie in Sachen Fellatio nicht so bewandert...
Hab dann nochmal meinen Papa angerufen, aber er meinte auch, dass die Lösung per Schlauch die einzige ist mit vertretbaren Aufwand. Anderenfalls muss man die halbe Maschine auseinander schrauben, worauf ich keinen Bock hatte. Well, ein bisschen Sprit ist deshalb noch drin geblieben, hoffentlich stören sich die Kollegen bei der Kontrolle der "Dangerous Goods" nicht zu sehr daran...
Den Lenker habe ich dann auch noch etwas korrigiert, womit die Höhe des Crates nun mehr nur noch sagenhafte 1,35m beträgt. Also 43cm gegenüber Freitag gespart, hurra! Die Gesamtmaße sind immer noch stattliche 2,50m x 1,35m x 0,94m, was nach Umrechung in's volumetrische Gewicht und danach in Dollars in jenau 2391 US Öken umschlägt, inklusive der - wie ich finde ziemlich akzeptablen - 200 Dollars für's Craten. Ich hatte dem Ober-Crater nochmal 1000 Kenia Shillingse in die Hand gedrückt mit der Anmerkung, er solle schön darauf achten, dass die Kiste so klein wie möglich wird. Gesagt, getan. Ich bin einigermaßen zufrieden.
Ähem, eigenartiges Foto, fällt mir gerade auf. Also keine Panik, mir geht's prächtig, ich bin wohlauf. Auch wenn mein Name drauf steht: ich werde nicht in der Holzkiste nach Europa zurück transportiert, nur das Mopped und etwas Gepäck. Jawoll.
Während des Cratens habe ich dann versucht, auf dem Airport meine Kohle, die Mama mir geschickt hatte, abzuholen. Natürlich gab's irgendeinen dämlichen Systemausfall, weshalb ich zu einer anderen Western Union Bude eilen musste. Irgendsoein pompöses Hotel an der Mombasa, dessen Namen ich ständig vergesse. Parina Skystation oder so ähnlich. Na ja, jedenfalls hat's dort geklappt und ich hab mich mit fast 3000 US Dollars bewaffnet. Fühlt man sich dann doch nicht mehr so behaglich, und überall lauern Gangster... Im Food Court gab's dann sagenhafte Masala Dosa (habe ich seit 2001, Singapur, nicht mehr gegessen), aber der Anruf von Robert kam und kam nicht. Gegen fünf hab ich dann selber angerufen, wie's denn nun ausschaut mit dem Craten und v.a. der Rechnung. Er schlug mir doch tatsächlich vor, morgen früh nochmal vorbei zu kommen, worauf ich nun überhaupt keinen Bock hatte. Ist ja nicht gerade umme Ecke dieser dämliche Flughafen, und öfter als absolut nötig will ich da eben auch nicht aufkreuzen müssen... Na ja, hat ja doch noch alles geklappt. Und ich konnte meine Dollars schnell wieder loswerden. Morgen bekomme ich dann per Email die sogenannte "Airbill" oder so ähnlich. Das ist ein Dokument, womit ich dann in Zürich im Cargo Center meine Kiste wieder abholen kann. Robert macht eine Bemerkung in den PNR, dass mir die Kollegen in Zürich gefälligst beim "entcraten" helfen sollen. Wird sonst nämlich schwierig für mich, die zahlreichen Nägel aus dem Holzsarg mit bloßen Händen raus zu ziehen...
Yep, morgen geht die Maschine dann nochmal durch diverse Checks: erstens Kontrolle für "Dangerous Goods". Jedes Motorrad (bzw. Kraftfahrzeug) ist per Definition ein Gefahrengut und muss durch eine spezielle Kontrolle. Danach ist der Zoll an der Reihe und steckt seine neugierige Nase in meine feine Kiste. Wenn das alles zügig geht, worauf ich Robert gedrängt habe, kommt die Maschine vielleicht schon in den morgigen Flieger nach Zürich. Falls nicht, dann aber hoffentlich spätestens am Mittwoch...
Ich selbst fliege morgen Abend. Das Ticket habe ich mir gestern bei der Swiss online organisiert. Für beide Tickets (Pax und Cargo) zusammen lege ich ansehnliche 3000 Dollars auf'n Tisch. Während ich in der Holzklasse sitze, reist mein Bike selbstredend FIRST CLASS. Hat's sich ja auch redlich verdient nach den anstrengenden letzten Monaten.
Und wir alle (das Mopped, der Teddy, der Kater und natürlich vor allem ich) freuen und WAHNSINNIG darauf, Ninalein wieder zusehen. Jetzt sind's nur noch ein paar wenige Tage, dann isses endlich soweit. Juchuh!!!
In Zürich muss ich dann aber als allererstes eine Werkstatt ansteuern, die mir den Stoßdämpfer austauschen kann. Wird auch noch mal ein paar Euronen bzw. Schwyzer Franken kosten, aber da komm ich nicht drum herum. Und dann geht's ab auf'm Highway nach Wien. Freu ;-)
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