Bueno, heute bin ich ja mal in aller Hergottsfrühe losgekommen aus meiner Bleibe. 1530Uhr ist doch eine prima Zeit, um eine 550 Kilometer Strecke inklusive Grenzübergang nach Mali in Angriff zu nehmen, gel? War natürlich klar, dass ich das nicht mehr schaffen würde und so habe ich mir Tambacounda als heutiges Tagesziel ausgeguckt. Das sind so ca. 270 Kilometer von Kaolack. Und es war eine gute Entscheidung, doch noch loszufahren. Ich war ja ziemlich kleben geblieben heute im "Le Relais". Mir ging's nicht so prickelnd, und ich wollte auf jeden Fall noch das hiesige WiFi nutzen, um ein paar Updates zu machen, auf dem Blog, aber auch auf meinem Konto. Inzwischen sind die schönen Mining-Aktien, über die ich mich ausführlich mit Simon, dem alten Bergbau-Fuchs, unterhalten hatte, aus'm Depot und der Cash ist auf dem Girokonto. Durchatmen. Sah eine Zeit lang nicht so toll aus, mein Kontostand. Mit dieser zusätzlichen Finanzspritze will ich jetzt aber über die Runden kommen...
Nach einigem Knuddel-Muddel (Umleitungen etc.) in Kaolack war ich auch recht bald zurück auf der Hauptstraße und dann ging die Post ab. Also wenn die Straßen in Afrika so bleiben, mache ich mir überhaupt keine Sorgen. Super Asphalt, absolut kein Problem. Natürlich immer einspurig und somit einiges an Arbeit bzgl. Überholvorgänge, aber das passt schon. Ein Hunderter Schnitt ist auf der Straße ganz gut möglich. Mit 120 lässt es sich formidabel Richtung Osten cruisen. Natürlich muss ich trotzdem immer aufpassen, v.a. auf das diverse Viehzeugs, was die Straße kreuzen möchte: Hunde, Kühe, Ziegen... Die einzige Situation, in der ich ein bisschen höheren Puls bekam heute, war, als ein Brummie vor mir auf die Überholspur wollte, wo ich aber schon war. War nicht knapp, hätte es aber sein können. Ich hatte ja irgendwann schon mal geschrieben, dass ich den Verkehr bzw. die Fahrweise der Leute hier nicht wesentlich schlechter finde als irgendwo anders. Man muss sich halt anpassen. Und, viel wichtiger hier als z.B. Blinker, sind einfach mal Lichthupe und normale Hupe. Beim Überholen habe ich mir angewöhnt, relativ zeitig auf die Überholspur zu gehen und dann einige Male Lichthupe zu geben, bis ich mir sicher bin, dass der LKW oder sonstwas vor mir mitbekommen hat, dass da einer von hinten anrauscht. Ist auch eine gute Methode, den entgegen kommenden Verkehr auf sich selbst aufmerksam zu machen. Das klappt ganz gut. In Ortschaften oder wo immer auch Leute herum springen, immer schön die akustische Hupe einsetzen. Das kommt gut an. Dadurch signalisiere ich: "Holla, da komm ich, also weg vonne Straße, Amigos!". Die Hupe nicht einzusetzen, wäre blanker Wahnsinn. Damit provoziert man, dass irgendwelche Agenten die Straße spontan überqueren. Die meisten scheinen das einfach so zu tun, ohne sich großartig nach links oder rechts umzuschauen. Und das ist dann eine durchaus ernst zu nehmende Gefahr, jemanden auf der schönen Tour einfach umzufahren. Möchte ich mir lieber ersparen...
Als ich mich um 1530Uhr auf's Bike schwang, war selbiges schon optimal vorbereitet. Ich hatte es - klug vorausschauend, wie es meine Art ist - auf freier Fläche abgestellt, wo kein Bäumchen nur ein Fitzelchen Schatten hinwirft. Das Ding war derart aufgeheizt... Ich hatte heute zu keinem Zeitpunkt weniger als 40 Grad auf dem Bord Computer. Schöne Scheiße. Die Sitzbank schien zu glühen. Nach ein paar Kilometern schon dachte ich, ich würde mit meinem Hintern auf einem gut gehenden Grill sitzen. Hat ganz schön gezwickt, und jetzt sitze ich hier in meiner neuen Butze und es tut immer noch schön weh. Und die Hitze wird sicher nicht besser, in Mali morgen erwarte ich nochmal ein paar Extra-Grade. Trotzdem bleibt's dabei. Ich kann mich erstaunlich gut mit der Hitze abfinden, weil's halt nicht so feuchte Luft gibt hier. Auch bei 43 Grad kann ich - ein schattiges Plätzchen vorausgesetzt - durchaus runter kommen und mal eine Runde chillen.
Well, die 270 Kilometer von Kaolack bis Tambacaounde hatte ich in etwas weniger als drei Stunden geschafft. Dann noch schön das Bike aufgetankt und bei der Gelegenheit mal wieder waschen lassen. Hat es sich auch verdient, und es so einfach auch nicht mehr schön aus, von der total verkleisterten Windschutzscheibe ganz zu schweigen. Die Preise für ausgiebige Handwäschen halten sich hier auch sehr im Rahmen. Mit Trinkgeld waren's vielleicht 4 Ois umgerechnet. Die Leute an der Tanke waren wieder mal super cool und ich konnte mir so die Wartezeit ganz nett überbrücken.
Ein Hotel zu finden, war auch nicht schwer. Gleich umme Ecke. Für weniger als 10€ sitze ich jetzt in meiner eigenen Hütte, habe WiFi und eine Klimaanlage, konnte mir das Bayern-Spiel in der CL angucken (der Dreierpack von Olic hebt dann auch gleich die Stimmung!) und werde jetzt mal hoffentlich richtig gut durchpennen. Ursprünglich hatte ich mit dem Gedanken gespielt, heute mal wieder outdoor (d.h. also Bushcamp) zu kampieren, aber mal ganz ehrlich, für knapp nen Zehner bekomme ich alles was ich brauche. Da fällt's mir wirklich schwer, mich für die Outdoor-Variante bei 40 Grad zu entscheiden. Will aber dennoch mehr draußen übernachten in der nächsten Zeit. Ist einfach ein anderes, cooleres Gefühl als ständig diese Hotels.
Ich leg's jetzt nicht unbedingt darauf an, aber vielleicht klappt es ja, morgen bis nach Bamako durchzurauschen. Vorausgesetzt, ich komme mal etwas zeitiger aus den Federn. Sind knapp 870 Kilometer. Dazu eine Grenze. Also ganz schön viel. Bei den Straßen könnte es aber durchaus klappen. Mal schauen.
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What a adventure ! You're so lucky ! I have a problem with the translator, but I try to undertand !!! Lucky you ! Enjoy !
AntwortenLöschenNa dann willkommen im Backofen!!!
AntwortenLöschenGruß Thoro
Na da bin ich aber morgen gespannt ob die Straße so bleibt.Bis jetzt sehr interessanter Bericht, plane die gleiche Tour im Dezember. Wie heißt das 10€ Hotel ?
AntwortenLöschenViele Grüße,
Werner aus Berlin.
dit heeßt kuddelmuddel und nich knuddelmuddel man, wat geht'n bei dem?! ;)
AntwortenLöschenkai
Tach,jesacht-mit offenener Fressluke zw. den Radartüten lese ich mit Begeisterung deine neuesten Anekdoten der Reise bei den geliebten 3K`s(kippe,kaffee,kompjuter)durch,einfach herrlisch Alda.Bei mir schwankt dein Trip immer noch hin & her,zwischen is ja ne dufte coole Aktion, & kurz jesacht - der Typ hat doch ein Ding an der Waffel.Respekt, das schafft nicht jeder!!! Zieh dein Stiefel weiter durch & pass uufdauff! Gruss rog
AntwortenLöschenHalli-Hallo,
AntwortenLöschenalso erstmal ne kurze Berichtigung.
@Werner: Das 10€ Hotel war reine Fiktion. Abends verstehe ich immer kein Französisch mehr. Statt 5000 Franc (Cinq) hat's 27500 gekostet, also nicht mehr ganz so preiswert, eher so mit das teuerste, was ich auf dem gesamten Kontinent bislang hatte. Hmm, cool war's trotzdem (Bayern rules!). Na ja, an den Namen des Hotels kann ich mich leider nicht mehr erinnern, ist aber sehr einfach zu finden. Auf der Hauptstraße aus Kaolack kommend ein paar Meter hinter dem Ortseingangsschild in Tambacounda auf der linken Seite, eigentlich nicht zu verfehlen, ca. 300 Meter später auf der Straße gibt's rechts ne Tanke...
@Kai: merci beaucoup, endlich berichtigt mich mal einer. Verliere hier ja jegliches Gefühl für die Sprache, in diesem Kuddel-Muddel sozusagen. Hab wahrscheinlich immer meine Süße im Hinterkopf, wenn ich ans Knuddeln denke... Na ja, würde mich trotzdem mal interessieren, woher das etymologisch kommt. Kuddel-Muddel, well, well.
@Rog: aber bitte selbst immer schön aufpassen, gel! Hab gehört, dass mehr Menschen daran sterben, sich beim Essen zu verschlucken, als Touristen in Afrika entführt werden. Die Gefahr lauert überall!