Es ist halb Zwölf und ich habe bereits ca. zwanzig Kippen geraucht, aber noch immer keinen Kaffee und keine Cola gehabt. Dementsprechend hat die Stimmung und das Gesamtbefinden noch deutlich Potential nach oben. Im französischen TV läuft grad der Grand Prix aus Kuala Lumpur. Schummel-Schu scheint bereits ausgefallen zu sein, ansonsten fahren die Red Bulls vorne weg. Na ma guck'n, dürfte gleich vorbei sein und dann gucken wir uns mal das Resultat an, gel? Nina ist gerade inner Dusche und so kann ich mal ein bissel was bloggen.
Juti, Freitagabend bin ich ja von Dijon aus aufgebrochen, um Nina vom Flughafen in Lyon Saint-Exupéry abzuholen. Der Abschied aus Dijon viel schon ziemlich schwer, vor allem vom süßen motorradbegeisterten Lelio.
Aber mit dem Bauch voller selbstgebackener Plinse kann man auch den härtesten Regen überstehen. Bin erst spät losgekommen, weil ich den Regen abwarten wollte, aber well, der Plan ist natürlich nicht aufgegangen und so habe ich mir meinen sexy Overall drübergezogen und bin durch die stürmenden Fluten Richtung Bebi gebraust. Das Bebilein eingepackt, durchgeknuddelt und abgeherzt und weiter ging's Richtung Traum-Romantik-Hotel "Formule Un" directamente an der Route Nationale 12. Herz, wat willste mehr? Eine perfekte Anbindung an die lokale Infrastruktur, ein modulares Zimmersystem (die Container-Burg kann jederzeit um beliebig viele Komponenten nach oben skaliert werden) und leicht zugängliche Aussentoiletten sind nur einige der wenigen Features, mit dem diese Hotelkette prahlen kann. Aber im Ernst, ich fand's garnicht so übel. Die Ausstattung war besser als in manch teurerem Hotel. Und das Frühstück war natürlich auch ganz nach meinem Geschmack. Snickers, Kaffee und Cola, yummie, so geht man doch optimal gestärkt in den Tag.
Yeppie, denne mal weiter. Lyon besucht und ein bisschen auf Sightseeing gemacht. Schönes Städtle! Am beeindruckendsten aber natürlich gleich zu Beginn unseres Aufenthalts ein unerwartetes Wiedersehen. Ich dachte, mir fallen die Augen aus den Sockeln, als ich meinen kleinen Roller auf 'nem Lyonaiser Parkplatz wiedergesehen hab'.
Ist halt treu wie Flipper, der kleine Kerl. Beeindruckend, wie er sich ganz allein bis Fronnkreich durchgeschlagen hat, und das noch auf einer super-ökomischen Strecke (hatte gerade mal 800Km auf dem Tacho...). Respekt, kleiner Freund, wir seh'n uns wieder!
Dann ab in's Café und das obligatorische Beweisfoto geschossen, dass wir auch wirklich in France sind. Voila, noch Fragen?
Ruff auf'm Berch, Kathedrale besichtijen und den janzen Rummel mal von oben anjekiekt.
Der Fältschtäscher funktioniert äber hoitä wieda wirklisch präschtisch, oin härrlischer Ausblick. Yumm!
Nochmal ab inne Kärche und ein letztes Stoßgebet gen Himmel absenden. Bitte, lieber Gott, hab Erbarmen, lass Gnade vor Filigranität ergehen und mach, dass unsere Hertha nicht absteigt und die Fassenachts-Deppe aus Kölle wegputzt heut Abend, ja? Ich mach dann auch, dass ich die Geschwindigkeitslimits auf der francais Autobahn versuche besser zu beachten in Zukunft, oki?
Noch 'n Kaffee...
Nu ma los, au revoir Lyon, a bientot 'Aix-en-Provence.
Die 250Km nach Aix waren dann mal wieder schön windig auf der Autobahn. Ich habe mir vorgenommen, von jetzt an nur noch Landstraßen zu fahren. Ist sowieso schöner, nicht so windig und kostet auch keine Peage. Maup!
Heute ist ja Ostersonntag merke ich gerade, dann mal Frohe Ostern nach Hause und viel Spässle beim Eieranmalen!
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